Auf Trittlingen durch meterhohen Schnee

Auf Trittlingen durch meterhohen Schnee

Ort:
Norwegen
Lesedauer:
2 MIN

Egal ob im roten Wüstensand Malis oder im meterdicken Schnee der Arktis – Gebirgsjäger müssen immer beweglich sein. Sie sind robust, motiviert und haben Respekt vor den Naturgewalten. Aber ganz ohne Technik geht es dann doch nicht. 

Sechs Soldaten laufen in Schützenreihe mit Schneetrittlingen – kleine, länglich-runde Platten - in Schneetarnuniform.

Die Gebirgsjäger lernen bei der Übung, sich auf Schnee zu bewegen.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Über Nacht hat es in den Wäldern Nordnorwegens geschneit. Der weiche Pulverschnee bietet wenig Möglichkeit, sich ohne Mühe fortzubewegen. Wollen Gebirgsjäger sich den Weg durch den Schnee bahnen, nutzen sie hierfür spezielles Equipment, wie beispielsweise Schneetrittlinge. Trittlinge sind sozusagen das Schweizer Messer unter den Schneeschuhen. Sie bieten eine breitere Auflagefläche als die bloßen Stiefel eines Soldaten. Damit kann der Gebirgsjäger über die Schneeschicht laufen, wo er sonst bis zur Hüfte im Schnee einsinken würde. Spikes an der Unterseite verhindern, dass die Männer und Frauen auf Eis ausrutschen. An der Vorderseite ist eine Art Steighilfe angebracht, die sich beim Laufen aufstellt und in den Boden gräbt. Damit wird das bergauf Gehen erleichtert. Insgesamt sparen die Gebirgsjäger mit Schneetrittlingen enorm Kraft und Energie.

Ein Ski mit Fell

Drei Soldaten stehen neben ihren Skiern im Schnee, die sie an eine Holzkonstruktion gelehnt haben.

Die Soldaten des Hochgebirgszuges trainieren regelmäßig das Fahren auf Skiern.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Eine weitere Möglichkeit sich im Schnee fortzubewegen, ist das Laufen mit Skiern und Skistöcken. Die Gebirgsjäger haben eigene Skisätze. Die Skier haben den Vorteil, dass sie, ähnlich wie die Trittlinge, eine breite Auflagefläche auf dem Schnee bieten. Zusätzlich können sich die Soldaten auf Skiern mit ihrem Marschgepäck und ihren Waffen bei langen Abfahrten einfacher und schneller bewegen. Dazu müssen die sogenannten Steigfelle an der Unterseite der Ski abgenommen werden. Die Felle dienen dazu, dass der Ski auf der Oberfläche nicht rutscht, sondern ähnlich wie die Trittlinge einen sicheren Halt bietet. Wollen die Soldaten Kraft sparen, können sie sich von einem Fahrzeug am Seil ziehen lassen. Diese Methode wird Skijöring genannt.

Skistöcke als Gewehrstützen

Drei Soldaten laufen in Reihe mit Skiern, Stöcken und Gewehren in Schneetarnuniform durch verschneites Gelände.

Schnell gewöhnen sich die Soldaten an den Bewegungsablauf auf Skiern.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Die Stöcke bieten Stabilität und Halt. Indem der Skifahrer sie in den Boden rammt und sich nach vorne schiebt, kann er die Fahrt beschleunigen. Die Skistöcke sind aber auch eine Stütze für das Gewehr. Das Anlegen des Gewehrs nennt man Anschlag. Mit den Stöcken sind verschiedene Anschlagsarten möglich. Im Tiefschnee Norwegens üben die Gebirgsjäger deswegen auch die Kombination aus Fortbewegung und die Nutzung verschiedener Anschlagsarten. 

Das schwedische Lastenpferd

Ein Schneefahrzeug vom Typ Hägglunds steht neben einem Lkw auf einem verschneiten Platz.

Das Überschneefahrzeug Hägglunds hat breite Gummiketten, um nicht im Schnee zu versinken.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Wollen die Soldaten Ausrüstung transportieren, brauchen sie schweres Gerät. Seit vielen Jahren vertrauen sie daher auf das bewährte schwedische Raupenfahrzeug des Typs Hägglunds. Die breiten Gummiketten tragen das tonnenschwere Gerät samt Soldaten und deren Ausrüstung verlässlich durch den Tiefschnee. Ein Hägglunds besteht aus einem Vorder- und einem Hinterwagen. Durch das leise Triebwerk können sich die Soldaten mit dem Hägglunds unauffällig durch das Gelände bewegen. Am Ende gelten schließlich die gleichen Grundsätze, wie für jeden Soldaten im Gelände: unauffällig bewegen und so wenig wie möglich eigene Spuren hinterlassen. So können feindliche Spuren besser erkannt und die Soldaten selbst vom Gegner nicht entdeckt werden.

von Peter Müller