Aufenthaltsdauer und Auswahl der Einrichtungen

Aufenthaltsdauer und Auswahl der Einrichtungen

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RA: Eine Präventivkur nach dem Einsatz dauert 21 Tage und kann an 28 verschiedenen Standorten in Deutschland durchgeführt werden. Grund für diese Präventivkuren sind hohe physische und psychische Belastungen. Die langen Trennungszeiten von zuhause beispielsweise, hohe Tagesdienstbelastungen, Entbehrung von Privatsphäre oder Konfrontation mit anderen Kulturen, Gewalt oder Armut. Und extreme Ereignisse wie Anschläge oder Beschuss. All das sind Gründe, eine Kur anzutreten. Auch unsere Bundeswehrärzte betonen die Befürwortung nochmals. Oberstabsarzt Frederik L. empfiehlt es vor allem denjenigen, die nicht das erste Mal unterwegs sind:

FL: Gerade Kameradinnen und Kameraden, die sehr häufig im Ausland sind, würde ich eine Präventivkur ab und zu definitiv empfehlen, um wieder ins „normale“ Leben zurückzukommen. Natürlich muss man nicht immer eine Präventivkur machen. Ich kann verstehen, dass ab und zu auch persönliche Gründe einer Präventivkur entgegenstehen – ich meine, wenn man vier Monate im Ausland war und wiederkommt und gleich wieder drei Wochen weggehen soll, dann ist dies mitunter schwierig. Dennoch empfiehlt es sich, je nach Anzahl der Einsatztage, diese Kur durchzuführen, weil man so noch einmal einen ganz anderen Blickwinkel auf sich selbst bekommt.

RA: Ein wichtiges Thema auf der Kur ist auch PTBSPosttraumatische Belastungsstörung. Denn diese drei Wochen dienen dazu, möglichen psychischen Spätfolgen vorzubeugen.

FL: Stelle ich eine hohe psychische Belastung fest und Sie sind schon psychisch krank, wenn Sie wiederkommen, haben also schon eine manifeste PTBSPosttraumatische Belastungsstörung und eine Belastungsstörung  - dann machen wir keine Präventivkur mehr, dann machen wir eine Kur entweder zum Erhalt der Dienstfähigkeit oder zur Wiederherstellung der Dienstfähigkeit, wenn Sie überhaupt nicht mehr dienstfähig sind. Bei einer Präventivkur heißt es: Sie kommen hier zu mir herein und Sie haben nichts. Das ist ganz wichtig.

RA: Wer also schon im Einsatz oder direkt nach der Heimkehr feststellt, dass es „Trigger-Momente“ gibt oder man einfach nicht so ist wie sonst, der sollte mal den Truppenarzt aufsuchen.


von Christin Rudolf