Familie und Dienst in Leer

Die Bundeswehr ist ein großer, personalintensiver und attraktiver Arbeitgeber. Er engagiert sich seit Jahren mit weiter steigender Tendenz für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Dienst.

Bundeswehr/Bienert

Eltern-Kind-Arbeitszimmer in Leer

„Eltern-Kind-Arbeitszimmer“ sind Büroräume, die speziell dafür eingerichtet sind, dass Bundeswehrangehörige mit Kinderbetreuungs- und Fürsorgepflichten ihren beruflichen Verpflichtungen an einem voll eingerichteten Arbeitsplatz (PC und Internetanschluss) nachkommen und gleichzeitig ihre Kinder beaufsichtigen und versorgen können. Es bietet Bundeswehrangehörigen somit die Möglichkeit, Betreuungsengpässe oder Notsituationen im Rahmen der Kinderbetreuung auszugleichen.
Durch die Einrichtung von „Eltern-Kind-Arbeitszimmern“ im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (GB BMVgBundesministerium der Verteidigung) wird die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Dienst als Ziel angestrebt.

Ansprechstelle

Kindertagesstätte Zwergenburg in Leer

Liebe Eltern, liebe Interessierte!

Der Familienservice Weser-Ems e.V.eingetragener Verein hat seit seiner Gründung 1997 das Ziel, eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Der Verein ist Träger vieler betrieblicher Großtagespflegestellen im gesamten Nordwesten.
Nach der Geburt des Kindes oder nach der Erziehungszeit scheitert die Rückkehr in den Beruf häufig an fehlenden Kinderbetreuungslösungen. Der Auftraggeber hat gemeinsam mit dem Familienservice Weser-Ems e.V.eingetragener Verein eine verlässliche Kinderbetreuung geschaffen. Auch Kinder von betriebsfremden Familien werden bei Platzkapazitäten aufgenommen.
Mit diesem Konzept möchten wir uns und unsere Arbeit vorstellen. Die Zwergenburg kommt dem gesetzlichen Auftrag zur Förderung, Bildung und Erziehung Ihrer Kinder nach.

Die Betreuungsmöglichkeit richtet sich an Kinder im Alter von 8 Wochen bis zum Eintritt in den Kindergarten mit 3 Jahren. Es werden maximal zehn Kinder zeitgleich betreut. Die Eltern brauchen nur die Betreuungsstunden bezahlen, die sie in Anspruch nehmen und mit uns vertraglich geregelt haben.

Wir möchten gemeinsam mit dem Auftraggeber und den Eltern

  • die Entwicklung des Kindes zu einer fröhlichen, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern,
  • die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen,
  • den Eltern dabei helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können.

1. Öffnungszeiten

Die Öffnungszeit ist auf unserer Homepage (www.famservice.de) dargestellt und orientiert sich an den Bedürfnissen der Familien.
Die Zwergenburg ist in den Schulferien und an Brückentagen geöffnet. Nur zu den Feiertagen sind diese geschlossen. Zusätzlich beschränken wir uns auf fünf Schließtage, diese geben wir am Jahresanfang schriftlich bekannt.

2. Personal

Bei der Auswahl der Betreuungskräfte haben wir zum Wohle der Kinder einen hohen Anspruch. In der Zwergenburg arbeiten pädagogische Fachkräfte und qualifizierte Tagespflegepersonen, die beim Familienservice Weser-Ems e.V.eingetragener Verein angestellt sind.
Eine feste Vertretungskraft wird zusätzlich stundenweise eingesetzt und steht der Zwergenburg darüber hinaus bei Ausfall einer Betreuungskraft durch Krankheit oder Urlaub zur Verfügung. Die Vertretungskraft ist durch die festen Betreuungsstunden in der Woche den Kindern bekannt und vertraut. Sie wird als festes Teammitglied anerkannt. Das pädagogische Personal wird stets fachlich begleitet. Regelmäßig findet ein Austausch zwischen der fachlichen Leitung des Familienservice Weser-Ems e.V.eingetragener Verein und dem Betreuungsteam statt. Mehrmals im Jahr wird eine interne Fortbildung mit fachlicher Weiterbildung wahrgenommen. Es wird darüber hinaus vom Familienservice Weser-Ems e.V.eingetragener Verein gefördert und gefordert, dass sich die Betreuungskräfte fachlich weiterbilden.
Der Austausch im Team ist fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Dieser Austausch dient neben der Vorbereitung auch der teamorientierten Zusammenarbeit, der Reflexion und der Selbstreflexion.

3. Räumlichkeiten

Die Räumlichkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe der Kaserne. Den Kindern stehen ein großer Gruppenraum mit Essbereich, eine Küche, ein Schlaf- und Ruheraum, der Garderobenbereich und ein Wasch- und Wickelraum mit Toilette zur Verfügung. Der Gruppenraum bietet mit einem zusätzlichen Spielpodest genügend Fläche zum Klettern, Bewegen, Ausprobieren, Entdecken und Erforschen des Raumes. In der Bauecke können die Kinder mit unterschiedlichem Konstruktionsmaterial ihre Kreativität frei entwickeln. Das freie und ungestörte Spielen findet in einer geschützten, altersgemäß ausgestatteten Umgebung statt. Im Essbereich können die Kinder und die Betreuungskräfte gemeinsam frühstücken und Mittagessen. In der Küche bietet sich die Möglichkeit, Koch- und Backangebote mit den Kindern durchzuführen. Der Ruheraum bietet altersgerechte Schlafmöglichkeiten. Im Garderobenbereich hat jedes Kind ein Eigentumsfach. In diesem Bereich können Kinder und Eltern in Ruhe ankommen. Der Wasch-und Wickelraum ist kleinkindgerecht gestaltet. Dort befinden sich eine Kindertoilette, ein Doppelwaschbecken sowie ein großzügiger Wickelbereich. Das Büro/Elternzimmer kann für Gespräche zwischen Eltern und Betreuungskräften genutzt werden. Der Außenbereich hat eine Sandfläche und Schattenplätze sowie eine Schaukelmöglichkeit. Der Außenbereich ist umzäunt und abgesichert.

4. Pädagogische Schwerpunkte und Ziele     

Unser pädagogischer Schwerpunkt umfasst die Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und konstruktive, kreative und motorische Entwicklung des Kindes. Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, der  Lebenssituation sowie den Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen. Gegenseitiges Vertrauen, ein Gefühl von Sicherheit zu haben und sich untereinander wertzuschätzenist die Basis für ein gutes Miteinander zwischen Kindern, Eltern und den Betreuungskräften. Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich im eigenen Tempo. Geborgenheit, gegenseitiges Vertrauen und ein Gefühl von Sicherheit sind Grundbedürfnisse für eine gesunde Entwicklung der Kinder.
Eine beständige und liebevolle Beziehung zu den uns anvertrauten Kindern ist daher die Grundlage dafür, dass sich Ihr Kind bei uns wohlfühlt.

4.1 „Unser roter Faden“

Alle Kinder sollen sich im Alltag angenommen und gleichwertig in der Gruppe fühlen. Alles hat den Charakter einer großen Familie. Die Kinder lernen, dass jedes Kind Fähigkeiten hat und dass man voneinander lernen und Ziele gemeinsam erreichen kann. Die Kinder sollen sich zu einer fröhlichen, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit entwickeln.
Wir geben den Kindern Raum, Zeit und Gelegenheit zum Lernen, um ihre Neugierde zu wecken und ihre Fähigkeiten zu fördern. Die Kinder bekommen die Möglichkeit zum Experimentieren, Probieren, Staunen, Bewegen, kreativen Handeln und selbstständig werden. Kinder wollen Dinge nicht nur anschauen. Sie wollen sie anfassen, daran riechen, schmecken, befühlen, damit experimentieren, denn sie lernen ganzheitlich mit allen Sinnen. Das ist bei uns gewünscht, erlaubt und wird gefördert. Kinder entdecken und erforschen die Welt in ihrem eigenen Tempo selbstständig und treffen eigene Entscheidungen.

Die geringe Größe der Zwergenburg ermöglicht eine klare „familiennahe“ Tagesstruktur, die den Kindern ganzheitlich verdeutlicht wird und ihnen so Sicherheit gibt. Die Kinder lernen Regeln einzuhalten und sich in die Gemeinschaft einzufügen. Genauso lernen sie bei Konflikten Lösungsmöglichkeiten einzusetzen sowie Rücksicht und Verantwortung zu übernehmen. Die Betreuungskräfte sind Vorbild, die Kinder können nachahmen. Im Spiel lernen Kinder miteinander und voneinander, lernen sich zu behaupten, finden Kompromisse und schließen Freundschaften. Jedes Kind hat einen verlässlichen Platz, keiner wird ausgeschlossen. Die Förderung lehnt an Alter und Entwicklungsstand des Kindes an. Möglichst tägliche Spaziergänge im Ort mit dem „Turtle-Bus“ sind uns wichtig, um die Entwicklung der Kinder auch bei „frischer Luft“ zu fördern. Die gemeinsamen Mahlzeiten fördern die sozialen, kognitiven und motorischen Fähigkeiten, sowie die Neugier auf etwas Neues. Die Kinder lernen selbstständig zu essen und zu trinken. Das Frühstück sowie die Zwischenmahlzeiten werden gemeinsam eingekauft. Das Mittagessen wird geliefert. Den Kindern steht jederzeit  „Wasser“  zum Trinken zur Verfügung. Nach dem Mittagessen legen wir Wert auf eine Ruhezeit. Die Kinder können sich in die Kuschelecke legen, um sich auszuruhen oder ein Buch anzugucken.  In der Regel machen die Kinder einen Mittagsschlaf.
Um ein Werkzeug für Kommunikation, Begriffsbildung und Denken im Alltag zu haben, bieten wir den Kindern für die sprachliche Entwicklung eine Atmosphäre, die die Sprechfreude fördert. Wir begleiten das Handeln der Kinder sprachlich sowie musikalisch, gehen auf Äußerungen und Fragen geduldig und aufmerksam ein. So lernen die Kinder konzentriert zuzuhören, Gedanken, Gefühle, Erfahrungen und Ideen in Worte zu fassen und erweitern ihren Wortschatz.
Die Förderung der emotionalen, sozialen, kognitiven, motorischen und kreativen Fähigkeiten gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben, genauso wie die Herausbildung eines starken Selbstwertgefühls. Wir geben den Kindern den Raum, die Zeit und die Gelegenheit zum Lernen, wecken ihre Neugierde und fördern auf diesem Wege ihre Fähigkeiten.
Die Pflege, die als behutsame körperliche Versorgung und als Kommunikation mit dem Kind geschieht und immer darauf achtet, dass das Kind nach eigenem Wunsch beteiligt wird, liegt uns sehr am Herzen.

Wir leben mit den Kindern nach den Grundsätzen von Emmi Pikler :

- In Beziehung sein mit dem Säugling/Kleinkind

- Gegenseitige Achtsamkeit und Respekt

- Behutsame Berührung “taktvoll“

- Handlungsbegleitendes Sprechen

- Im Dialog mit den Kindern sein

„Ein Kleinkind wird ca. 5 mal am Tag gewickelt. Das sind rund 1800 Begegnungen im

 Jahr, es kann also nicht gleichgültig sein, wie diese Begegnungen aussehen.“

                                                                                                             ( Zitat von Emmi Pikler )

4.2 „Das Berliner Eingewöhnungsmodell“

Zwei bis vier Wochen vor Beginn der regulären Betreuungszeit gewöhnen wir die Kinder nach dem „Berliner Modell“ ein.
Der Aufbau einer guten Bindung zwischen der Betreuungskraft und dem einzelnen Kind ist die Grundvoraussetzung für einen nachhaltigen Beziehungsaufbau. Die Eltern haben in dieser Zeit die Möglichkeit, ein vertrauensvolles Beziehungsverhältnis zu den Betreuungspersonen aufzubauen und ermöglichen ihrem Kind einen guten Start in die Betreuung und helfen ihm, sich schnell bei uns wohlzufühlen.
In der Eingewöhnungsphase sollten die Besuche nur in Anwesenheit einer familiären Bezugsperson stattfinden. Das Kind kann das Unbekannte in Anwesenheit der vertrauten Person Stück für Stück kennen lernen und wird mit jedem Tag sicherer. So lernt es  den Tagesablauf, die Räumlichkeiten, die Spielmaterialien und die neuen Betreuungskräfte kennen. Die nicht leichte Aufgabe der familiären Bezugsperson besteht darin, sich immer mehr aus dem Geschehen zurückzuziehen, bis die Betreuungskraft  und das Kind gut alleine miteinander klar kommen.
Die Kinder sollen sich angenommen fühlen, Vertrauen aufbauen und Kontakte knüpfen, damit sich neue Freundschaften entwickeln.
Die Stabilisierungsphase beginnt mit der Abwesenheit der familiären Bezugsperson in kurzen Abschnitten. Die Betreuungskraft übernimmt zunehmend die Versorgung des Kindes und bietet sich als Spielpartner an.
In der Schlussphase finden alle ein gemeinsames Abschiedsritual. Schließlich ist die familiäre Bezugsperson nicht mehr präsent, aber noch jederzeit im Notfall erreichbar. Ihre Anwesenheit ist im Idealfall dann nicht mehr nötig. Die Eingewöhnung ist dann abgeschlossen, wenn die Betreuungskraft vom Kind als „sichere Basis“ akzeptiert wird und in der Lage ist, das Kind zu trösten.

4.3 Portfolio

Wir benötigen einen  Ordner, der mit einem Foto des Kindes von zu Hause mitgebracht wird. Gemeinsam mit den Kindern wird eine kindliche Art der Dokumentation geführt, an der sich anhand von selbstgemalten Bildern, Fotos und Texten die Entwicklungsfortschritte nachvollziehen lassen.

Diese Dokumentation nennt sich „Portfolio“ -  wir nennen es  „ICH-Mappe“.

Für die Kinder ist es eine wertvolle Mappe, die ihre Erinnerungen an die gemeinsame Zeit festhält und die sie im Alltag immer wieder gerne mit einer Bezugsperson anschauen können.

4.4  Tagesablauf

Eine  „familiennahe Tagesstruktur“ ist für Kinder sehr wichtig. Wiederkehrende Rituale geben den Kindern Sicherheit. Einen kleinen Einblick über unsere Strukturen bietet der Tagesablauf.

       6:30 -   8:30    Ankommen, freies Spiel

       9:00 -   9:15    Aufräumen, Popokreis

       9:15 -   9:45    gemeinsames Frühstück

       9:45 - 11:45    Spaziergang mit dem Turtle-Bus und draußen spielen mit Zwischenmahlzeit

     11:45 - 12:00    Aufräumen

     12:00 - 12:30    gemeinsames Mittagessen

     12:30 - 14:00    gemeinsame Ruhezeit

     14:00 - 16:00    freies Spiel,

                                 drinnen oder draußen mit Zwischenmahlzeit

5. Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Grundlage der pädagogischen Arbeit ist eine konstruktive, respektvolle und kommunikative Zusammenarbeit zwischen den Eltern und den Betreuungskräften. Ziel ist der Austausch über gegenseitige Erwartungen, Vorstellungen,  die Entwicklung des Kindes und die pädagogischen Arbeit.
Täglich gibt es in der Bring- und Abholzeit die Möglichkeit für kurze Übergabegespräche, das sogenannte „Tür- Angel-Gespräch“.
Ein- bis zweimal im Jahr wird ein Elternabend durchgeführt, in dem organisatorische und pädagogische Themen besprochen werden.  Es besteht Raum für Fragen oder Anmerkungen seitens der Eltern. Zwei- bis dreimal im Jahr laden wir ein Elternteil bzw. die Familie zu einem gemeinsamen „Fest“ ein.
Alle Termine werden zu Beginn des neuen Jahres bekannt gegeben.
Vor Beginn der Betreuung findet das sogenannte „Erstgespräch“ statt. Hier lernen sich die Eltern, das zu betreuende Kind sowie die Betreuungskräfte kennen. Das „Berliner Eingewöhnungsmodell“ und der Tagesablauf werden besprochen.
Am Ende der Betreuung bieten wir den Eltern ein Abschlussgespräch an. Die pädagogischen Fachkräfte lesen die individuell gestaltete Abschlussgeschichte des Kindes vor und besprechen diese mit den Eltern in einer gemütlichen Atmosphäre.
Die Verwaltungskräfte des Familienservice Weser-Ems e.V.eingetragener Verein stehen den Eltern bei Problemen, Fragen und Informationsbedarf ebenfalls gerne zur Verfügung.


Über alle Veränderungen und Neuheiten wird in einem Elternbrief bzw.an einer Elterninformationstafel informiert.