Geschichte erleben an der Maginot-Linie

Geschichte erleben an der Maginot-Linie

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  • Familienbetreuung
Datum:
Ort:
Illkirch
Lesedauer:
2 MIN

Im französischen Département Bas-Rhin befinden sich Burgruinen aus dem Mittelalter und Befestigungsanlagen aus dem 2. Weltkrieg dicht an dicht. So fanden  Familien der Familienbetreuungsstelle Illkirch am Samstag bei schönem Herbstwetter in der Nähe von Lembach zusammen und brachen an der bekannten Burgruine Fleckenstein zu einer Wanderung auf. Ziele waren jedoch die kleineren, aber hoch gelegenen Burgruinen Hohenbourg und Loewenstein.

Eine Wandergruppe auf dem Weg zu einer Burgruine

Ein Teil der Wandergruppe hat die Ruine Loewenstein erreicht

Bundeswehr/Heiko Schnoor

Zuerst musste der beschwerliche Aufstieg auf 530m Höhe bewältigt werden um an den Burgruinen anzukommen. Die zwei Felsenburgen wurden im 13. Jahrhundert errichtet und im Reunionskrieg von französischen Truppen 1680 komplett zerstört. In der Ruine Hohenbourg sind Reste, wie zum Beispiel der Wohnturm heute noch zu erkennen. Die Burg Loewenstein entstand auf zwei nebeneinander stehenden Felsen, hier sind nur noch Reste des Treppenturms und einiger Mauern zu sehen. Beide Ruinen können auf neuen, stabilen Treppen bis nach ganz oben bestiegen werden.

Hoch über den Tälern

Ein Kind und eine Frau stehen auf einer Ausblickplattform

Von oben ist der Ausblick über die Hügel grandios

Bundeswehr/Heiko Schnoor

Der Aufstieg hatte sich gelohnt. Die Wanderer wurden dank des klaren Wetters mit einem herrlichen Ausblick über die Berge und Täler der Vogesen auf der französischen Seite und dem Pfälzer Wald auf der deutschen Seite belohnt.

Eine Familie mit zwei Kindern beim Wanderm im Wald

Auf dem Weg ins Tal durch den herbstlichen Wald

Bundeswehr/Heiko Schnoor

Nach der Besichtigung der Burgruinen ging es auf einem breiten Forstweg gemächlicher hinab in Tal. Nach insgesamt dreieinhalb Stunden an der frischen Luft war der Appetit groß, so dass die Einkehr im Restaurant Gimbelhof die erwartete Stärkung bot. Danach stand bereits der Bus auf dem Parkplatz bereit, um die Familien zum zweiten Programmpunkt des Tages nach Lembach zu befördern.

Eine Wandergruppe vor dem Eingang zu einem Artilleriewerk

Am Eingang zum Artilleriewerk Four à Chaux

Bundeswehr/Heiko Schnoor

Historische Sehenswürdigkeit in Lembach

Die nach dem französischen Verteidigungsminister benannte Maginot-Linie wurde in den Jahren 1930 bis 1940 errichtet und in Lembach entstand in dieser Zeit die Artilleriestellung „Four à Chaux“, benannt nach der in der Nähe befindlichen Kalkbrennerei. Zusammen mit der benachbarten Infanteriestellung sollte hier der mögliche Einmarsch deutscher Truppen Richtung Westen verhindert werden. Heutzutage wird das Artilleriewerk als Museum von Freiwilligen erhalten und betrieben und Führungen in französischer und deutscher Sprache angeboten.

Ein Verbindungsgang zu einem Geschützturm

Blick in den langen Verbindungsgang zwischen Eingang und Geschützturm

Bundeswehr/Heiko Schnoor

Da das Gangsystem innerhalb der Anlage nicht mal 2 Kilometer lang war, wurden die Loren zur Munitionsbeförderung von den Soldaten per Hand geschoben. So gelangten die Artilleriegeschosse auf kurzen Wegen bis zu den Geschütztürmen.

Lebensgroße Puppen in einem alten Operationssaal

Die Bunkeranlage verfügte auch über einen kleinen Operationssaal

Bundeswehr/Heiko Schnoor

Wie in einer Kaserne gab es in dem unterirdischen System Schlafräume, Aufenthaltsräume, eine Küche, sowie einen Operationsraum mit Krankenstation. Dank Generatoren, einer Belüftungsanlage und ausreichend Proviant in den Lagerräumen konnte die Besatzung bis zu drei Monate autark durchhalten. Die 135mm Geschütztürme wurden erst kurz vor Schussabgabe 50 Zentimeter per Hand hochgedreht und anschließend in Zielrichtung ausgerichtet.

von Heiko Schnoor