Ulm bei Nacht

Ulm bei Nacht

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  • Familienbetreuung
Datum:
Ort:
Ulm
Lesedauer:
2 MIN

Am 19.10.2019 lud das Familienbetreuungszentrum (FBZ) Dillingen seine Gäste zu einer Erlebnisstadtführung durch das abendliche Ulm ein.

ein Fachwerkhaus in der Nacht mit beleuchteten Fenstern
Bundeswehr
Die Vorbereitungen

Was tun, wenn der Sommer zu Ende geht und die Tage kürzer werden? Das Familienbetreuungszentrum Dillingen fand eine Antwort. “Wir nutzen die frühe Dämmerung.“ Also wurde eine Erlebnisstadtführung durch Ulm geplant. Nachtwächterin Gabriele und Nachtwächter Karl-Heinrich, der 1. Nachtwächter der freien Reichsstadt zu Ulm, begleiteten die mehr als 60 Besucher durch das Fischerviertel der Donaustadt. Um keinen der Gäste zu verlieren, wurden Nachtwächtergehilfen eingeteilt, welche die Gruppe zusammenhielten. Diese sollten später mit Laternen Signal geben, sobald nach Ortswechseln alle wieder in Hörweite für die Erklärung der nächsten Sehenswürdigkeit sind.

Nachtwächterin Gabriele rüstet ihre Gehilfen mit Laternen und Kappen aus
Markus Blumenstock
Wo ist Fuirio?

Während Nachtwächterin Gabriele mit den Erwachsenen die Gegend erkundete, organisierte Nachtwächter Karl-Heinrich eine spannende Jagd für die Kinder. Ein Feuerteufel war in Ulm unterwegs, der die Stadt niederzubrennen drohte. Nachtwächter waren unter anderem für die Sicherheit der Bewohner verantwortlich und so galt es für die Kinder, den Feuerteufel „Fuirio“ zu finden und zu fangen. Im Rahmen dieser Suche durften die jungen Gäste typische Ulmer Symbole entdecken und wurden in mittelalterliche Sitten und Gebräuche eingeweiht. Selbst alte Foltermethoden wie beispielsweise Daumenschrauben wurden kindgerecht erklärt. Nachdem der Feuerteufel gefangen war, ging die Führung zu Ende, obwohl die Gruppe bestimmt noch mehrere Stunden gebannt den Erzählungen von Nachtwächter Karl-Heinrich zugehört hätte.

Nachtwächter Karl-Heinrich erklärt den Kindern den Ablauf der Erlebnisführung
Hartmut Petersen
Schwörmontag?

Nach über 90 Minuten in der immer dunkler werdenden Stadt hatten kleine und große Gäste sehr viel gelernt. Einige hatten im wirklichen Leben bereits einmal die Erfahrung gemacht, dass es am Schwörmontag sehr schwierig ist, in Ulmer Unternehmen und Behörden geeignete Gesprächspartner telefonisch zu erreichen. Dies ist durchaus mit dem Rosenmontag in Köln vergleichbar. Jedoch kannte kaum jemand den Hintergrund dieses inoffiziellen Feiertages, in dessen Umfeld auch ein großes Volksfest stattfindet. Nachtwächterin Gabriele änderte das an diesem Tag und erklärte. Im Jahr 1397 wurde der Bürgermeister der Stadt Ulm verpflichtet, jährlich Rechenschaft abzulegen. Stadtrat und Bürgerschaft schworen einen Treueeid. Diese Tradition lebt bis heute fort und jedes Jahr am vorletzten Montag im Juli hält der Bürgermeister vom Balkon des Schwörhauses eine Rede.

Das Ulmer Schwörhaus in Frontalansicht
Markus Blumenstock
Ein rundum gelungener Tag

Als die Besucher am späten Abend in ihre Autos stiegen, hatten sie einmal mehr einen tollen und informativen Tag mit dem Familienbetreuungszentrum Dillingen erlebt. Vor der Führung hatte das Betreuerteam sie mit Vorträgen über aktuelle Entwicklungen in den Einsatzgebieten informiert. Als besonderer Gast hatte Sozialberater Andreas Martensen die Struktur und Möglichkeiten des Sozialdienstes der Bundeswehr erklärt. Viele Besucher waren überrascht zu hören, dass der Sozialdienst nicht nur für Soldatinnen und Soldaten zuständig ist, sondern auch für deren nahe Angehörige. Das Personal der Luitpoldstuben, einer Betreuungseinrichtung des Standortes hatte zudem eine kleine Stärkung vorbereitet, um die Gäste nicht mit leerem Magen durch Ulm laufen zu lassen.

So endete der Tag mit der Vorfreude auf die nächste Veranstaltung, einen Besuch im Filmcenter Dillingen.

Die Gäste bedienen sich am kalten Buffet
Markus Blumenstock