Betreuung

Ein Familientag aus Sicht eines Kindes - Teil 2

Ein Familientag aus Sicht eines Kindes - Teil 2

Datum:
Ort:
Lüneburg
Lesedauer:
4 MIN

Hier nun Teil 2 der Betreuungsveranstaltung des Familienbetreuungszentrums Lüneburg, die es so noch nicht gegeben hat, da sich zwei Dienststellen zusammengeschlossen hatten für dieses Event. Besonderheit ist hierbei der vorgenommene Rückblick aus Kinderaugen.

Eine große Halle, in der viele Menschen an Bierzeltgarnituren sitzen, essen und sich unterhalten.

Imposantes Ambiente einer Lagerhalle mal anders genutzt – Gemeinsamkeit in großem Kreis bevor die Familien für einige Monate getrennt sind

Bundeswehr/Konn

In der riesengroßen Halle wusste ich gar nicht, was ich als Erstes machen sollte. Die Halle war bestimmt fünfmal so groß als unsere Sporthalle in der Schule. Es roch so lecker nach Popcorn, genauso wie im Kino und es gab zwei riesige Hüpfburgen! Wobei die eine gar keine Burg war, sondern ein U-Boot. Total krass! Dort konnte ich reinklettern, innendrin runterrutschen und ein Kapitän stand am Eingang. Alle Kinder, die mit mir dort tobten, hatten genauso viel Freude wie ich. Die andere Hüpfburg war eher was für die Kleinen, weil da ein Clown auf der Burg gesessen hatte. Ich bin ja schon in der Schule, deswegen habe ich die nur kurz ausgetestet.
In der Kreativ-Ecke habe ich dann mit Nadine, der anderen Kinderbetreuerin, einen Button für mich und einen für Mama gebastelt. Ich konnte mir ein Fahrzeug aussuchen, es anmalen und meinen Namen darauf schreiben. Den durfte ich dann selbst pressen, indem ich alle Teile mit Nadine in so ein Gerät gelegt hatte. Natürlich habe ich dann für Papa auch einen fertig gemacht. Mama kam dann auch endlich zu mir. Interessant war die Rede von Herrn Lisch hat sie gesagt, man konnte sogar was von Mali erfahren, aber nun freut sie sich, dass sie Zeit mit mir verbringen kann. Sie fragte, ob wir uns trauen sollen einen Fahrlehrer, der auch grüne Kleidung wie Papa trägt, anzusprechen. Die würden nämlich eine Fahrt mit uns in dem weißen LkwLastkraftwagen durch die Kaserne machen und Mama oder ich dürften selbst diesen großen LkwLastkraftwagen fahren. Und das haben wir dann sofort gemacht. Erst Mama und dann ich. Das ist ungefähr so wie Bobbycar fahren. Ganz einfach, wenn da nicht so viele Bordsteine auf der Straße rumliegen würden. Ein Glück, dass der Soldat dabei war! Es war echt cool.
Papa hatte mal erwähnt, wenn er eine längere Zeit mit den anderen Soldaten im Wald unterwegs ist und abends nicht nach Hause kommt -also als er noch bei uns war- dann kommen extra Soldaten mit einer Küche, die im Wald aufgestellt wird. Dort kann man wie zuhause kochen. Total praktisch. Und dieses Teil konnte ich auch in der Halle sehen. Dort hatten die Soldaten zwar eine weiße Jacke an, aber ich konnte an der Hose erkennen, dass es Soldaten wie Papa waren. Und die haben eine Erbsensuppe mit Würstchen gekocht. Mama und ich haben uns eine Suppe geteilt, weil ich nämlich schon am „Naschi-Stand“ gewesen war und mir eine Tüte warmes Popcorn geholt hatte. Danach konnte ich mir endlich das Einhorn von einer Frau mit buntem Blumenkranz im Haar ins Gesicht malen lassen. Sogar ein Opa hatte eine Spinne auf seine Stirn malen lassen. Die sah richtig echt aus! Aber vor dem Essen wäre durch das Naschen mein Einhorn verwischt worden, meinte Mama. Die Frau vom Kinderschminken hatte mir aber gesagt, dass sie es sofort nachmalen würde, falls etwas verwischt.

Mit einem anderen Kind, mit dem ich schon im U-Boot getobt hatte, habe ich dann eine Runde Air-Hockey und am Kicker gezockt. Mama unterhielt sich währenddessen mit der netten Dame vom Familienzentrum, die unter einem dunkelblauen Zelt stand. Mit der Frau hatten wir uns auch schon im Wildpark unterhalten. Da war das Buch mit dem grünen Drachen, das was ich immer zusammen mit Papa lese, das hatte ich bei der Dame auch entdeckt. Meistens, so wie heute auch, quatscht Mama ganz schön lange mit so einer Dame. Deswegen musste ich auch etwas hartnäckiger sein, um sie endlich zu dem Fahrzeug zu bringen, das vor der Halle stand. Das hatte sechs Räder und sah etwas aus wie ein Panzer. Viele Menschen warteten an diesem Fahrzeug, um dort mitfahren zu können und das wollte ich natürlich auch unbedingt mitmachen. Vom Fahrzeug tropfte Matsch und Dreck auf den Boden. Das bedeutete eine Menge Spaß. Mama wollte nicht so recht, aber ich konnte sie überzeugen und der Soldat, der die Tür vom Fahrzeug zugemacht hatte, konnte ihr etwas Mut machen, dass es besser als eine Achterbahnfahrt wird. Und so war es auch. Mama und ich haben so sehr gelacht. Es war ein wildes Geschuckel und Geschaukel. Blätter flogen wie Konfetti in das offene Dach in unsere Arme. Es war einfach cool!
Und dann war der Tag bei Papas Arbeit auch wieder vorbei. Schade, dass er nicht bei mir war. Aber gleich, wenn ich wieder mit ihm telefoniere, dann kann ich Papa ganz viel über seine Arbeit erzählen.

Und nun noch ein paar Worte von uns, dem Familienbetreuungszentrum Lüneburg:
Ganz herzlichen Dank an die Soldatinnen und Soldaten des Kraftfahrausbildungszentrums aus Lüneburg, stellvertretend ein ganz besonderer Dank an Hauptmann Holger H. und Hauptfeldwebel Denny N.! Der Dank geht auch an die Soldaten des Aufklärungslehrbataillon 3, die Soldaten der Feldküche und an alle, die dazu beigetragen haben, dass diese Veranstaltung so stattfinden konnte.
Es war ein einmaliges und ganz besonderes Fest, an das unsere Angehörigen und auch wir noch lange zurückdenken werden. Ohne Euch wäre es nicht so ein Kracher geworden.
Herzlichen Dank auch an unsere Familienangehörigen der Soldatinnen und Soldaten in den Einsätzen und in den Missionen. Schön, dass Sie bei uns waren!
Wir halten die Verbindung!

von Nadine  Dreyer

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