Familienbetreuung in Zeiten von Corona – Neustart der zweite Versuch

Familienbetreuung in Zeiten von Corona – Neustart der zweite Versuch

  • Familienbetreuung
  • Betreuung und Fürsorge
Datum:
Ort:
Neubrandenburg
Lesedauer:
4 MIN

Der durch die anhaltende „Corona-Pandemie“ verursachte letzte „Lock Down“ ging diesmal noch weiter und war noch deutlich einschneidender als die Vorherigen, auch für die Familienbetreuungsorganisation (FBO) der Bundeswehr. Veranstaltungen mussten reihenweise abgesagt werden, persönlicher Kontakt wurde unmöglich. Telefonate, E-Mails und der gute alte Brief, zum Versand regelmäßiger „Info-Briefe“, waren die einzigen Kontaktmöglichkeiten. Zumindest mit einem bunten Osterpäckchen konnten wir unsere zu betreuenden Angehörigen und vor allem die Kinder, in dieser schwierigen Zeit, überraschen.

Eine Mutter mit ihren Kindern.

Vor allem auch die kleinen Gäste freuten sich auf diesen Tag.

Bundeswehr/Hauptfeldwebel Müller

Viele Anmeldungen und bestes Sommerwetter

Umso erfreulicher war wiederum der rege Zuspruch auf die Einladung des FBZ Neubrandenburg, in das Slawendorf, nach Neustrelitz. Zahlreiche Anmeldungen von Angehörigen – viele davon waren überhaupt zum ersten Mal bei einer solchen Veranstaltung zu Gast – aber vor allem auch der Anteil an Kindern zeigte nun schon zum zweiten Mal, dass die Wahl des Veranstaltungsortes und das angebotene Programm passten. Auch wenn an diesem Tag, zum Ferienende in Mecklenburg-Vorpommern, bestes Sommerwetter herrschte – die Gedanken gingen auch in Richtung der Flutgebiete im Westen Deutschlands und so mancher Euro fand hierfür auch den Weg in die Spendendose des Soldatenhilfswerkes.

Ein Soldat, vor einem Informationspunkt im Slawendorf Neustrelitz, begrüßt die ersten eintreffenden Gäste.

Der Leiter des FBZ Neubrandenburg begrüßt, nach neunmonatiger Zwangspause, die ersten Gäste bei bestem Wetter.

Bundeswehr/Hauptfeldwebel Müller


Nachdem alle angemeldeten Angehörigen eingetroffen waren begrüßte der Leiter des FBZ Neubrandenburg, Oberstabsfeldwebel Torsten Müller, alle Gäste und auch sein ehrenamtliches Team auf das Herzlichste. Neben vielen Erstteilnehmern waren auch wieder Familien zu Gast, die der Oberstabsfeldwebel schon seit zwei Jahren zu Veranstaltungen begrüßen darf – sozusagen unsere Stammgäste. Anschließend dankte er auch dem Team des Slawendorfes, für die Möglichkeit diesen Tag nun schon zum zweiten Mal hier verbringen zu dürfen und stellte den Programmablauf vor.

Corona gibt leider immer noch die Rahmenbedingungen vor

Die Teilnehmer haben auf Bänken im Schatten von Bäumen Platz genommen und werden in den Tagesablauf eingewiesen.

Die Angehörigen hatten es sich im Schatten gemütlich gemacht und wurden durch den Leiter des FBZ Neubrandenburg begrüßt.

Bundeswehr/Hauptfeldwebel Müller

Das Team des Slawendorfes Neustrelitz hatte sich wieder mit viel Liebe vorbereitet und die perfekten Rahmenbedingungen geschaffen, um hier auch im zweiten „Corona-Jahr“ einen interessanten, aktiven und auch sicheren Tag zu verbringen. Es gab für alle Gäste einen Sitzplatz und es war kein Problem den notwendigen Abstand und die Hygieneregeln einzuhalten.

Die Kinder werden zu slawischen Handwerkern

Kinder werden von einer Frau in einer Werkstatt des Slawendorfes beim Töpfern angeleitet

Hier fand sich für jeden etwas und man konnte alles ausprobieren, auch das Töpfern.

Bundeswehr/Hauptfeldwebel Müller

Vor allem unsere jüngeren Gäste hatten wieder unser besonderes Augenmerk. Sind die Kinder beschäftigt, happy und entspannt, dann sind es auch die Eltern und Großeltern. Und diese Zeit kann dann genutzt werden, einfach zur Erholung, zum Austausch untereinander, oder für ein Gespräch mit einem Familienbetreuer. Die Kinder hatten wieder die freie Wahl, welches „Handwerk“ sie bei den alten Slawen erlernen und ausüben wollten. Sie konnten Speckstein bearbeiten, mit Ton töpfern, Wolle filzen und daraus hübsche Dinge herstellen, Armbänder flechten, Kerzen ziehen, Holzschwerter bearbeiten und diese persönlich gestalten. Zusätzlich zum letzten Jahr war diesmal auch die Schmiede geöffnet und es konnten auch Körbe geflochten werden.

Frauen und Kinder bearbeiten in einer Werkstatt Speckstein und stellen daraus kleine Andenken her.

Die Arbeit in den Werkstätten machte nicht nur den Kindern, sondern auch den Erwachsenen viel Spaß.

Bundeswehr/Hauptfeldwebel Müller

Für jedes Kind und für jedes Alter fand sich hier im Dorf etwas Passendes. Und wenn es dann zwischen den Werkstätten mal etwas körperliche Bewegung sein sollte – das ca. 1,4 Hektar große Areal, mit seinen vielen Möglichkeiten, besitzt natürlich auch einen großen Spielplatz und das alles stand an diesem Tag allein den Gästen des FBZ Neubrandenburg zur Verfügung. Geschlossene Veranstaltung – auch das ein Tribut an Corona.

Eine Reise in die Vergangenheit

Ein älterer Mann, in slawischer Kleidung, führt die Gäste durch das Dorf und erklärt dabei das Leben der Slawen

Die Führung durch den „Dorfältesten“ war interessant und unterhaltsam gleichermaßen.

Bundeswehr/Hauptfeldwebel Müller

Natürlich wurde auch an die Erwachsenen gedacht. Da der eigentliche Informationsteil, in Vortragsform, ausfallen musste bekam jede angemeldete Familie eine maßgeschneiderte Informationsmappe ausgehändigt. Neben aktuellen Informationen aus den Einsatzländern und zur Feldpostversorgung, fanden sich hier Hinweise zum Leistungsumfang der Familienbetreuungsorganisation, ihren Netzwerkpartnern und ein Ausblick auf die nächste Veranstaltung im August.

Die großen Gäste hatten die Möglichkeit das Dorf, mit all seinen verschiedenen Gebäuden, Gewerken, dem Aussichtsturm und der Festhalle anzuschauen und bei einer interessanten und unterhaltsamen Führung durch den „Dorfältesten“ viel Neues, aus längst vergangener Zeit zu erfahren. Der ein oder andere Herr versuchte sich auch im Schmieden eines Hufnagels und die Damen u.a. beim Wolle filzen und Kerzen ziehen. Zusätzlich stand ganztägig ein nachgebautes Slawenboot frei zu Verfügung. Zusammen mit dem Bootsführer konnten hier kurze Fahrten über den Zierker See unternommen werden, was rege genutzt wurde.
Zur Mittagszeit konnten sich alle Gäste bei Bratwurst, Schmalzbrot, vegetarischer Erbsensuppe und Salat für den Nachmittag stärken.

Ganztägig stand das Team des FBZ Neubrandenburg, zusammen mit den Netzwerkpartnern, den Angehörigen für Gespräche zur Verfügung.
Es waren erlebnisreiche und unterhaltsame Stunden, für Groß und Klein und die Zeit, in der Vergangenheit, verging wieder wie im Fluge.

Ein großes Dankeschön an das Team vom Slawendorf

Das Foto zeigt ein selbstgemaltes Bild als Präsent, mit Fahrzeugen und Luftfahrzeugen der Bundeswehr.

Das Team des FBZ Neubrandenburg übergibt dem Team des Slawendorfes ein selbstgefertigtes Präsent.

Bundeswehr/Hauptfeldwebel Müller

Alles hat ein Ende und am Nachmittag mussten wir unsere Gäste, aus der Vergangenheit wieder zurück in die Gegenwart holen. Zuvor aber bedankte sich das Team des FBZ Neubrandenburg, stellvertretend für alle Gäste, beim Team des Slawendorfes Neustrelitz für den wiederum tollen und gelungenen Tag.

Als kleine Anerkennung für die Unterstützung unserer Veranstaltung übergab der Leiter des FBZ Neubrandenburg ein selbstgemaltes Bild – nun schon das Zweite! Waren es im letzten Jahr Motive des Slawendorfes Neustrelitz, gab es diesmal ein Bild mit Motiven der Bundeswehr, mit gepanzerten Fahrzeugen, Schiffen und Flugzeugen. Es wurde sehr erfreut angenommen und wird seinen Platz im Slawendorf neben unserem ersten Bild finden.

Wegen der nun bereits zum zweiten Mal erlebten Unterstützung und Gastfreundschaft und vor allem wegen des begeisterten Feedbacks unserer kleinen und großen Gäste, wird wohl das Slawendorf Neustrelitz zukünftig einen festen Platz im Veranstaltungskalender des FBZ Neubrandenburg erhalten.

von Torsten Müller

Bildergalerie Slawendorfes Neustrelitz

Mehr Lesen