Kommunikation ist alles - damals wie heute

Kommunikation ist alles - damals wie heute

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  • Familienbetreuung
Datum:
Ort:
Neubrandenburg
Lesedauer:
4 MIN

Für die Angehörigen von Soldatinnen und Soldaten, die sich momentan in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr befinden, veranstalten Familienbetreuungs-zentren regelmäßig Informations- und Betreuungsveranstaltungen. Diesmal war die Stabs- und Fernmeldekompanie der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ Gastgeber für den ersten Teil der Veranstaltung des Familienbetreuungszentrums (FBZ) Neubrandenburg, an einem strahlend schönen Samstag im Februar.

Bundeswehrangehörige besichtigen den mobilen Anteil des Brigadegefechtsstandes

Wie mobil ist eigentlich ein „Mobiler Gefechtsstand“? Angehörige besichtigen den Brigadegefechtsstand.

Bundeswehr/Neubrandenburg

Nachdem die zu betreuenden Angehörigen von Einsatzsoldatinnen und Einsatzsoldaten den Weg in die Tollense-Kaserne Neubrandenburg gefunden hatten wurden zuerst die Kleinsten von den Kinderbetreuerinnen in Empfang genommen, liebevoll beschäftigt und umsorgt. Für die Erwachsenen gab es, nach der ersten Begrüßung, einen Kaffee oder Tee, bevor Oberstabsfeldwebel Torsten Müller mit seinem heutigen Vortrag begann. Der Leiter des FBZ gab den Teilnehmern aktuelle Informationen zu den laufenden Einsätzen der Bundeswehr.

Der Leiter eines Familienbetreuungszentrums informiert mit Hilfe einer Präsentation über die Lage in den Einsatzländern

Der Leiter des FBZ informiert zuerst über die Lage in den Einsatzländern

Bundeswehr/Neubrandenburg

Ein Schwerpunkt hierbei lag natürlich – wie bereits im Januar – auf den aktuellen Entwicklungen im Irak. Aber auch „News aus der Bundeswehr“ gehörten, wie immer, dazu. Egal ob zur laufenden Übung „Defender 2020“, dem „Stichwort: Coronavirus“ und der Rolle der Bundeswehr bei der Rückholung deutscher Staatsbürger aus China, oder dem Evergreen „Feldpostversorgung“– was darf in das Paket ins Einsatzland und wie lautet die richtige Anschrift des Kontingents? Die Angehörigen nahmen alle Informationen interessiert auf und stellten zahlreiche Fragen.



„Die Lage lebt . . .“ Kommunikation und Truppenführung heute

Der Übergang war fließend, blieben doch Dienstgrad und Familienname der beiden Vortragenden gleich. Oberstabsfeldwebel Torsten Müller übergab das Wort an Oberstabsfeldwebel Erhard Müller. Der Zugführer des Gefechtsstandszuges, der Stabs- und Fernmeldekompanie der Panzergrenadierbrigade 41, übernahm den zweiten Teil der Informationsveranstaltung. Er stellte den Brigadegefechtsstand, unterstützt von dem Bundeswehrvideo „Die Lage lebt“ vor.

Soldat hält einen Vortrag

Der Zugführer erklärt Aufbau und Arbeitsweise des Gefechtsstandes

Bundeswehr/Neubrandenburg

Die Gäste waren, von den Möglichkeiten der digitalen Informationsübertragung, der damit verbundenen Schnelligkeit der Lagedarstellung und den sich daraus ergebenden Handlungsoptionen für die Führung, beeindruckt. Im Anschluss ging es „raus an die Technik“, um tatsächlich zu „begreifen“ wovon der erfahrene Fernmelder gesprochen hatte.
Den Gästen wurde einiges geboten. Von aufblasbaren Zelten, die wie von Zauberhand in kürzester Zeit einsatzbereit waren, über das gepanzerte Führungsfahrzeug „Fuchs“ des Brigadekommandeurs, bis hin zum komplett getarnten mobilen Anteil des Brigadegefechtsstandes.
 



Nach der Besichtigung der ausgestellten Technik, bei der den Soldaten der Stabs- und Fernmeldekompanie sprichwörtlich Löcher in den Bauch gefragt wurden, war es dann auch schon Mittagszeit. Das Personal der Offizierheimgesellschaft (OHG) der Tollense-Kaserne verwöhnte unsere Gäste kulinarisch wieder in gewohnter Art und Weise.

Angehörige schauen sich zwei ausgestellte Fahrzeuge, einen LKW und ein gepanzertes Fahrzeug, an.

Angehörige schauen sich zwei ausgestellte Fahrzeuge, einen LKWLastkraftwagen und ein gepanzertes Fahrzeug, an.

Bundeswehr/Neubrandenburg

Nach dem Essen ging es zur Stadtführung – Kommunikation im Mittelalter

Die Busse waren mittlerweile eingetroffen und nach dem das Mittagessen ging es dann in wenigen Minuten direkt in das Stadtzentrum von Neubrandenburg. An der Konzertkirche wurden wir von Manfred Tepper, einem profunden Kenner der Stadt, ihrer Geschichte und vor allem der Konzertkirche, empfangen. Er führte uns im historischen Kostüm des Gründers und ersten Stadtschulzen von Neubrandenburg – Herbord von Raven - durch seine Stadt. Auf historischen Pfaden, entlang der altehrwürdigen Stadtmauern mit ihren vier berühmten Toren, gab es viel Interessantes zu erfahren.

Angehörige werden von einem Stadtführer in historischem Gewand entlang der Stadtmauer von Neubrandenburg geführt

Stadtführung durch Neubrandenburg, entlang der alten Stadmauer

Bundeswehr/Neubrandenburg

Durch seine persönliche Art, mit viel Wortwitz und im Sprachgebrauch mittelalterlich gefärbt, war die Stadtführung sehr unterhaltsam und kurzweilig. Natürlich hatte die Stadtmauer, als militärisch bedeutsame Verteidigungsanlage, bei unserer Führung einen besonderen Stellenwert. Gab es doch offensichtlich schon im Mittelalter das Problem der militärischen Informationsweitergabe und Kommunikation, um den Verteidigern der Stadt einen Eindruck der eigenen Lage und der eines möglichen Angreifers zu geben. Und da war es schon wieder, das „Lagebild“, von dem unsere Gäste schon am Vormittag gehört hatten. Nur von digitaler Übertragung der Informationen konnte hier nun überhaupt keine Rede sein. Eine besondere Aufgabe, bei der Lösung genau dieses mittelalterlichen Problems, hatten damals die sogenannten Wiekhäuser inne. Sie dienten im Mittelalter der Beobachtung und der Verteidigung der Stadt und waren als Teil der Wehrbefestigung, in regelmäßigen Abständen, in die Stadtmauer integriert. In Sicht- und Rufweite zueinander konnten so schnell Informationen von einer Seite der Stadt zur anderen weitergegeben werden, zum Beispiel, wenn man Verstärkung, oder Nachschub benötigte. Und das ging dann fast so schnell wie heute, nur ohne bunte Bilder und natürlich mit „eingebauten Übertragungsfehlern“, durch die vielen Zwischenstationen . . . also eigentlich auch wie heute.

In der Konzertkirche Neubrandenburg

Angehörige im Inneren der Räume der Konzertkirche Neubrandenburg, besichtigen die baulichen Besonderheiten

Besichtigung der Konzertkirche Neubrandenburg

Bundeswehr/Neubrandenburg

Die Stadtführung endete, wo sie begann, an der Konzertkirche der Stadt Neubrandenburg. Auch hier wusste Manfred Tepper viel aus der Geschichte und Gegenwart dieses besonderen Gebäudes zu berichten.

Unsere Gäste hatten Gelegenheit die Ausstellungsräume der Konzertkirche zu besuchen und konnten, nach einem Aufstieg auf den Glockenturm bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel, noch einen tollen Blick über die Vier-Tore-Stadt erhaschen.


Herbord von Raven ist sprachlos

Als Dankeschön, für die sehr unterhaltsame Stadtführung und die Unterstützung unserer Veranstaltung, hatte das FBZ Neubrandenburg ein selbst gestaltetes Geschenk, für Manfred Tepper, vorbereitet. Mit ehrlichem Beifall bedankten sich auch unsere Teilnehmer noch einmal bei Herbord von Raven.

Soldaten übergeben ein Geschenk an den Stadtführer der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg.

Übergabe eines kleinen Dankeschön

Bundeswehr/Neubrandenburg

Danach ging es für alle Beteiligten wieder zurück in die Tollense-Kaserne und das Team des FBZ Neubrandenburg verabschiedete seine Gäste in das wohlverdiente Wochenende.