Aschermittwoch in schwierigen Zeiten

Aschermittwoch in schwierigen Zeiten

  • Katholische Militärseelsorge
  • Militärpfarramt
Datum:
Ort:
Calw
Lesedauer:
2 MIN
In der Kapelle liegt die gesegnete Asche für die Soldaten aus

Kapelle mit ausgelegter Asche und Segensgebet für die Fastenzeit

Bundeswehr/Jürgen Schmidthaus

Aschenkreuz „zum Selbermachen“

Weil wegen Corona Kontakt vermieden werden muss, können Katholiken am Aschermittwoch kein Aschekreuz empfangen. Nicht so in den Standorten Calw, Germersheim und Bruchsal. Hier bekommen die Soldatinnen und Soldaten gesegnete Asche und Segensgebet zum „Selbermachen“, um sich in besinnlicher Atmosphäre „Asche auf's Haupt“ zu streuen.

Die gesegnete Asche, Besinnungstexte und Manual können von Aschermittwoch bis zum nächsten Montag, 22. Februar, im Flur der Militärseelsorge, Gebäude 6b und im Raum der Stille im Trio-Gebäude hinter bzw. vor dem Speisesaal mitgenommen werden.

Asche und Segensgebet für die Fastenzeit liegen für die Soldaten bereit

Aschermittwoch in schwierigen Zeiten: Aschenkreuz „zum Selbermachen“

KMBA/K.C.-stock.adobe.com
Aschermittwoch in schwierigen Zeiten

Nein, es geht nicht um Corona. Wenn man manchen Menschen Glauben schenkt, ist unsere Gesellschaft und unsere Armee durchsetzt von Diskriminierung, Rassismus, Nationalismus, Klimaleugnung, Fremdenfeindlichkeit und ähnlichen Dingen.

Die Sache wäre ganz einfach für Aschermittwoch. Wir identifizieren diese Dinge bei uns, suchen bei anderen danach, und zeigen natürlich gnadenlos mit den Fingern darauf, urteilen und verurteilen. Das hat aber nichts mit Aschermittwoch zu tun.

Wir sollen jeder in seine Kammer gehen und unser Inneres beurteilen und nicht andere, so oder so ähnlich sagt es der Herr selbst. Es hat auch deswegen mit Fasten und auf Ostern zugehen nichts zu tun, weil es die Menschen zum Schweigen bringt und nicht zur Freiheit führt, in der Gott jeden von uns geschaffen hat.

Denn in einer Zeit wo selbst ein Like bei Facebook nicht vergessen wird und jedes Wort und jede Tat bis in alle Ewigkeit dokumentiert ist, sage ich doch lieber nichts, als dass mir später ein Strick daraus gedreht wird.

Seien wir doch einfach mal verrückt, stellen wir die Fastenzeit 2021 unter das Motto der Redakteurin der New York Times Bari Weiss: „Etwas Neues aufzubauen ist unser Lebenswerk. Packen wir es an.“ Das ist zwar kein typischer „Kirchensprech“, aber darum geht es doch in der Fastenzeit, den eigenen Lebensplan mit Gott erkennen und mit seiner Hilfe umzusetzen.

Hier 10 Tips dazu:

1. Du bist frei. Der größte Verlust ist der Selbstverlust. Wer Freiheiten aufgibt, weil er es selbst will, bringt Opfer. Aber wer sich von anderen gängeln lässt, verliert sich selbst.
2. Sei ehrlich. Sag nichts, von Dir oder von anderen, von dem Du weißt, es stimmt nicht.
3. Habe oder entwickle Deine Prinzipien. Handle danach und nicht nach dem was man so macht.
4. Setze ein Beispiel!
5. Was Du nicht willst, lasse sein.
6. Verlass Dich mehr auf Dich selbst. Wie Paulus schon sagt: Keiner kann alles und Keiner kann nichts.
7. Vertraue mehr auf Gott, als auf den nächsten Powerriegel.
8. Finde gleichgesinnte Menschen, die sich die Wahrheit sagen können, die den Humor nicht verlieren und sich nicht zu schade für einen Spaß sind.
9. Traue Deinen eigenen Augen und Ohren, dafür hat Gott sie Dir gegeben.
10. Nutze Deine Talente und persönlichen Fähigkeiten, dafür hat Gott sie Dir geschenkt und geholfen, dass Du sie entwickelst.

Also in diesem Sinne: „Etwas Neues aufzubauen ist unser Lebenswerk. Packen wir es an.“

Da könnte Aschermittwoch und die Fastenzeit schon wieder Spaß machen.