Militärbischof Overbeck feiert Soldatengottesdienst in St. Gereon

Militärbischof Overbeck feiert Soldatengottesdienst in St. Gereon

  • Katholische Militärseelsorge
  • Gottesdienst
Datum:
Ort:
Köln
Lesedauer:
2 MIN

Frieden im Soldatengottesdienst

65 Jahre nachdem in der Kölner St. Gereon-Basilika der erste Standortgottesdienst für die Bundeswehr gehalten wurde, hielt der Katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck die Feier zum Patronatsfest und der Einführung von Militärpfarrer Peter Bellinghausen an diesem Ort.

Militärbischof Franz-Josef Overbeck predigt in St. Gereon

Anlässlich des ersten Standortgottesdienstes für die Bundeswehr vor 65 jahren predigt Militärbischof Franz-Josef Overbeck in St. Gereon

Bundeswehr / Stephan Ink

Afghanistaneinsatz prägt die Predigt

Der Militärbischof ging in seiner Predigt auf die noch frischen Ereignisse in Afghanistan ein: „So bleibt für den Einsatz vieler Soldatinnen und Soldaten wenigstens die Perspektive, an einem großen Projekt von Weltformat mitgearbeitet zu haben, dem unter den jetzigen Bedingungen auf Dauer kein Erfolg beschieden sein konnte, das aber doch für eine gewisse Zeit zur Befriedung hochexplosiver militärischer und politischer Zustände beigetragen hat“, sagte er zu den Soldatinnen und Soldaten in der Basilika. „Zudem ist auch der Sinn in nicht wenigen Bevölkerungsteilen Afghanistans gewachsen, dass die Bundeswehr für Friedenseinsätze, für eine Sorge um die Bevölkerung vor Ort und für die Einhaltung von Menschenrechten steht.“

Nach vorne schauen

Der Bischof stärkte die Soldaten damit in ihrem Tun, sich für andere einzusetzen, auch wenn dies in der Öffentlichkeit so nicht wahrgenommen wird. Er zeigte zugleich den Blick nach vorne: „Jetzt, in einer neuen Phase der Politik und des Lebens in Afghanistan, die nun eine Gesellschaft anderer Konflikte und weitergetragener Konflikte aus den vergangenen Jahrzehnten werden wird und schon geworden ist, sind andere Überlegungen anzustellen. Es geht darum, mit Klugheit kulturelle und religiöse Lebenszusammenhänge in Afghanistan so mit den Werten der Gleichheit und Freiheit aller Menschen zusammenzubringen, dass auf Dauer daraus mehr Rechte für alle wachsen.“

Standortgottesdienst in st. Gereon

Standortgottesdienst der Katholischen Militärseelsorge Köln anlässlich des Patronatsfests des heiligen Gereon

Bundeswehr / Stephan Ink

Nicht nur Soldaten

Auch die Lage der Ortskräfte floss in die Predigt ein: „Denn wir alle auf dieser Erde haben eine Würde als Person, von der wir Christen der Überzeugung sind, dass sie von Gott kommt. Dieser Gott ist schließlich der Friede selbst und die Quelle des Friedens unter uns Menschen.“ Für die Soldatinnen und Soldaten war das eine Stärkung in ihrem Bestreben, die Aufträge des Parlaments in der friedensethischen Gewissenserforschung zuverlässig zu erfüllen.

Neuer Leiter im Militärpfarramt Köln

Zwar stand Afghanistan thematisch im Vordergrund, physisch war es Militärpfarrer Peter Bellinghausen. Er wurde im Gottesdienst von Bischof Overbeck als Leiter für das Militärpfarramt Köln I in sein Amt eingeführt. Köln ist für ihn nicht neu und der Bischof freute sich den Gottesdienstbesuchern mitteilen zu können: „Nach Jahren im Norden kehren Sie nun in Ihre Kölsche Heimat zurück“.

von Norbert Stäblein

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