Drei "Leeraner" in der Wüste

Drei "Leeraner" in der Wüste

  • Mali
  • Einsatz
Datum:
Ort:
Mali

Bereits seit Mitte Oktober ist Militärpfarrer Werner Maria Heß beim  Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (KdoKommando SESSchnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst) Leer zur Einsatzbegleitung in Mali. Zum 12. Deutschen Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali gehören Soldaten aus Husum, aber vor allem auch aus dem Süden der Republik, aus Mittenwald und Freyung. Rund 800 deutsche Soldatinnen und Soldaten helfen in Gao als „Aufklärer“ mit, die FAMAForces armées et de sécurité du Mali, das malinesische Militär, im Kampf gegen terroristische Gruppen zu unterstützen, damit das Land wieder zum Frieden findet.

Militärpfarrer Werner Maria Heß, eine Soldatin und ein Soldat vor dem Ortsschild der Stadt Leer im Camp Castor in Mali

Grüße aus Mali in die Heimat nach Leer

Bundeswehr

In ganz spezieller Verwendung bringen sich hier zur Zeit zwei Angehörige des KdoKommando SESSchnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst – Leer ein: Oberfeldwebel Melvin F. ist ausgebildet in der Verwundeten-Dekontamination, im Camp Castor aber vor allem als „Kammerjäger“ für Skorpione, Schlangen, Spinnen, Malaria-Erreger übertragende Mücken etc.. Er gibt nicht nur Tipps wie die ostfriesischen Kluntjes am besten vor Ameisen sicher zu lagern sind, sondern er überwacht auch die Trinkwasser-Qualität für über 1.200 Soldaten. Die Wasserknappheit in der Wüste (jeder Soldat hat pro Tag zwei Minuten Wasser zum Duschen zur Verfügung) geben auch seinen weiteren Aufträgen „Infektionsverhütung“ und „Allgemeine Hygiene“ einen besonderen Stellenwert.

Erkrankt jemand im Camp, so wird Oberfeldwebel Carina W. für ihn aktiv werden. Sie ist in der Sanitätseinsatzstaffel im klinisch chemischen Labor eingesetzt und ist nicht nur verantwortlich für die Pflege, Wartung und Bereitstellung des Labormaterials, sondern hat mit der Untersuchung von Blut-, Stuhl- und Urinproben und in der Malaria-Diagnostik, sowie Ringversuchen im Rahmen des Qualitätsmanagements gut zu tun.

Beide haben sich von ihrem Heimat-Standort-Militärpfarrer Heß auch gerne überreden lassen, beim Freiluft-Weihnachtsspiel „Herodes & Co“ mitzuwirken. Heß hat dieses Spiel auf die politische Situation in Mali umgeschrieben und wird mit seinem Unterstützungsfeldwebel Reiner Grote aus Nordhorn und insgesamt 15 Mitwirkenden versuchen, bei immer noch 35 Grad Celsius im Schatten am Heiligabend die Weihnachtsbotschaft zu verkünden.: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens“.

Durch die Weihnachtspäckchen des Vereins „Wir Bürger für unsere Soldaten in Leer e.V.eingetragener Verein – Gelbe Schleife“ gut mit ostfriesischem Tee (neben anderem) versorgt, hoffen die drei „Leeraner“ gut über den heißen Winter in Afrika zu kommen und Anfang des neuen Jahres wieder gesund an Leib und Seele an ihren Heimatstandort in Leer zurückkehren zu können. Mit ein wenig Wehmut im Herzen und in Gedanken an den schönen Weihnachtsmarkt an der Alten Waage in Leer grüßen die drei „Wüst-linge auf Zeit“ alle Bekannten an ihrem Standort und wünschen ein Weihnachtsfest voll Frieden, den es keineswegs überall gibt und der darum allen kostbar sein sollte.

von Werner Maria Heß