Ökumenischer Gottesdienst zur Glockenweihe

Ökumenischer Gottesdienst zur Glockenweihe

  • Katholische Militärseelsorge
  • Gottesdienst
Datum:
Ort:
Stetten am kalten Markt
Lesedauer:
2 MIN

Ab jetzt drei Glocken auf dem Heuberg

Christusglocke und Johannesglocke heißen die beiden neuen Glocken, die für die Soldatinnen und Soldaten in der Lagerkapelle in Stetten am kalten Markt zusätzlich zur bereits vorhandenen läuten werden. Am 21. Mai 2021 wurden sie in einem ökumenischen Gottesdienst geweiht. Wegen der Pandemie sendeten der evangelische Militärbischof Bernhard Felmberg und der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck Videobotschaften auf die Schwäbische Alb.

Die Christusglocke und Johannesglocke mit einem Blumenschmuck

Zwei neue Glocken für die Lagerkapelle in Stetten am kalten Markt

Bundeswehr/Jürgen M. Leutner

Aufmerksam im Umgang mit den Menschen

An die Soldaten und alle zukünftigen Kirchenbesucher, die den Glockenschlag hören gewandt sagte Overbeck: „Welche Zeit schlägt uns? Wir erinnern daran, dass unser Leben zeitlich und endlich ist“, ging er auf die soldatischen und persönlichen Lebensumstände ein. „Ich wünsche allen, die unsere Glocken hören, dass sie immer wissen, was die Zeit geschlagen hat, dass sie aufmerksam mit Menschen umgehen“.

Bischof Felmberg ging auf die Symbolik der Glocken ein, indem er betonte, dass sie „Gottes Wort in die Welt tragen“. Anschließend wies er auf die Verbindung zwischen Soldaten und Glocken hin: „In Kriegszeiten wurden Glocken häufig zu Waffen umgeschmiedet. Nun ist es umgekehrt: Aus Weltkriegsmunition werden Glocken. … Sie künden vom Frieden Gottes in der Welt“.

Verbindung zwischen Soldaten und Glocken

Zwei Soldaten tragen die neue Glocke zu ihrem Standort

Zwei Soldaten tragen die neue Glocke zu ihrem Standort

Bundeswehr/Jürgen M. Leutner

Wie die beiden Standortseelsorger Militärpfarrer Hans Wirkner und Pater Stefan Havlik betonten, haben Soldaten sowohl den Glockenguss im Januar 2020 in Straßburg /Elsass wie auch die feierliche Glockenweihe begleitet. Auslöser war das Gedenken an das Ende des 1. Weltkrieges 2018. Daher wurden die Glocken bewusst in Straßburg in Frankreich gegossen – unter anderem auch aus Patronenhülsen aus dem 1. Weltkrieg, die mit in die Glocken eingeschmolzen wurden.  

Erinnerung und Gegenwart

Soldaten der Panzerpionierkompanie 550 zogen die geweihten Glocken in den Glockenturm. Zuvor wurde unter dem Anschlag der neuen Glocken und dem Läuten der alten, vorhandenen Glocke allen Soldaten gedacht, die ihren Dienst versehen. Besonders für alle Soldatinnen und Soldaten, die noch in Afghanistan im Einsatz sind, beteten die Fürbitten, sie mögen heil nach Hause kommen, und für diejenigen, die nicht mehr lebend nach Hause gekommen sind oder an Leib und Seele verwundet wurden.

Vier Soldaten ziehen die neue Glocke in den Gloclenturm

Soldaten der Panzerpionierkompanie 550 ziehen die geweihten Glocken in den Glockenturm

Bundeswehr/Jürgen M. Leutner

So rufen jetzt insgesamt drei Glocken die Männer und Frauen, Soldaten und zivile Mitarbeiter, zum Gottesdienst und begleiten sie in ihrem Dienst in Stetten – mitten in der Kaserne in der ökumenisch genutzten Lagerkapelle St. Florian.

Beide Pfarrer bedankten sich herzlich bei allen, die bei diesem Projekt mitgeholfen haben, durch Mitmachen, durch Spenden und beim Bearbeiten von Verwaltungsvorgängen, dem Transport und dem Segen.

von Hans Wirkner/Norbert Stäblein