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Bundeswehr/Linden

Aktuelles

Wir wissen, was Soldaten und deren Angehörige interessiert. Unsere aktuellen Beiträge gibt's hier zum Nachlesen und vor allem auch zum Nachhören.

Der Radio Andernach Adventskalender soll auch in diesem Jahr wieder den Soldaten im Einsatz eine kleine Freunde machen. 

Der Radio Andernach Adventskalender

Ihr weihnachtliches Gewinnspiel in den Einsatzgebieten

Die Luftrettung von ADAC und Bundeswehr

Jeder kennt den Anblick des gelben ADAC-Rettungshubschraubers. Er kommt meist zum Einsatz, wenn schnelle Hilfe nötig ist. Dass an Bord einiger Helikopter Bundeswehrsoldaten eingesetzt werden, wissen nur die Wenigsten. Unsere Redakteurin Oberstabsgefreiter Janette W. hat sich die grün-gelben Luftretter am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz genauer angesehen.

Die Besatzung des gelben ADAC-Rettungshubschraubers steht in roten Overalls vor dem Helikopter.

Bundeswehr/Wieland


Kurz vor 7 Uhr morgens, der Tag hat noch nicht richtig begonnen. Es nieselt, leichter Nebel begrenzt die Sicht über der Koblenzer Hochebene. In Stefan Gs. Arbeitsumfeld ist Nebel schlecht. Als Pilot der ADAC-Luftrettung ist er auf gute Sicht angewiesen. Trotzdem ist er optimistisch. In wenigen Minuten beginnt für ihn und seine Crew der Dienst. Ganz klassisch am Laufe der Natur orientierend, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang – und soweit eben das Wetter mitspielt. Mit ihm machen sich zwei weitere Besatzungsmitglieder für den Arbeitstag bereit. Äußerlich weder an Dienstgradschlaufen oder Patches zu erkennen, handelt es sich bei den beiden jedoch um Soldaten. Oberfeldarzt Dr. Dennis R. und Hauptfeldwebel Robin K. Zusammen mit dem ADAC-Piloten bilden sie eine der Crews des Rettungshubschraubers Christoph 23. Die drei Männer stehen stellvertretend für eine beispiellose Kooperation zwischen Streitkräften und ziviler Rettungsgesellschaft.

Hand in Hand in der Rettungsmedizin

Die zivil-militärische Zusammenarbeit zwischen den Sanitätern des Bundeswehrkrankenhauses und den „Gelben Engeln“ besteht seit mittlerweile zwanzig Jahren. 1999 übernahm der ADAC die Luftrettungsstation auf dem Gelände des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz-Metternich, von wo aus die Bundeswehr bis zu diesem Zeitpunkt mit dem SAR 73 und dem Hubschraubertyp Bell UH-1D Dienst getan hatte. Die Truppe verschwand durch diese Wachablösung aber nicht aus der Luftrettung. Stattdessen schlossen die Bundeswehr und der ADAC eine beispiellose Kooperation, die im Laufe der Jahre zu einem solchen Erfolgsmodel wurde, dass auch die Bundeswehrkrankenhäuser Ulm und Hamburg (hier in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) dem Beispiel folgten.

Bis zu acht Einsätze am Tag

Oberfeldarzt Dr. Dennis R. macht den Job als Notarzt bereits seit 16 Jahren und ist damit einer der erfahrensten Ärzte am Standort. Ihm zur Seite steht Hauptfeldwebel Robin K., der auf Christoph 23 als HEMS TC (Helictopter Emergency Medical Services Technical Crew Member), ein speziell für den Hubschrauber ausgebildeten Notfallsanitäter, eingesetzt ist. Die Aufgabe von Robin K. geht dabei weit über die reine notfallmedizinische Versorgung hinaus. Als HEMS TC ist er nicht nur für die Technik vor Abflug zuständig, sondern assistiert dem Piloten während des Fluges in Sachen Navigation, Funkverkehr, anderen klassischen Cockpitaufgaben oder der Landefelderkundung. Am Boden unterstützt er dann den Notarzt bei der Versorgung des Patienten. Mit dem Piloten Stefan G., der sein Handwerk einst bei der Bundeswehr lernte und in den letzten zwanzig Dienstjahren beim ADAC mehrere tausend Flugstunden angesammelt hat, bilden die Luftretter ein eingespieltes und professionelles Trio, bei dem es auf Teamarbeit und Leistungsbereitschaft ankommt. Und das bis zu acht Mal am Tag. Das Rettungspersonal des Christoph 23 kommt so durchschnittlich auf zweitausend Rettungsflüge im Jahr.

Der Pilot des Rettungshubschraubers des ADAC, gibt ein Zeichen. Daumen hoch. Alles ist in Ordnung. 

Der Pilot von Christoph 23, dem Rettungshubschrauber des ADAC, gibt ein Zeichen. Daumen hoch. Alles ist in Ordnung.

Bundeswehr/Wieland

Der erste Einsatz des Tages

Ihre Fähigkeiten kann die heutige Besatzung schon früh am Tag unter Beweis stellen. Über die Leitstelle wird Christoph 23 zu einem Verkehrsunfall im Hunsrück gerufen. Innerhalb weniger Minuten befindet sich der Helikopter in der Luft. Beim Start und während des Fluges arbeiten Pilot und HEMS TC konzentriert zusammen, um bei den erschwerten Sichtverhältnissen auf einer sicheren und zügigen Route zum Einsatzort zu navigieren. Dort angekommen zeigt sich, wie gut und flüssig die drei Elemente des Rettungshubschraubers ineinander übergehen und zusammenarbeiten. Der Patient, der sich mit seinem Fahrzeug auf einer Autobahn überschlagen hat, wird zügig, aber ohne Hektik versorgt. In diesem Fall hat der Patient Glück im Unglück. Dieser wurde beim Unfall nur leicht verletzt. Dass nicht jeder Einsatz für Christoph 23 so glimpflich ausgeht und auch nicht jeder Einsatzort so leicht zu erreichen ist, zeigt die Erfahrung.
Kann der Einsatzort nicht direkt angeflogen werden, packt man sich die Ausrüstung und legt die Distanz zu Fuß zurück. Alles im Dienste des Patienten. Aber egal, ob zu Fuß oder aus der Luft - die im Luftrettungsdienst erworbenen Erfahrungen sind für die Soldaten auch im Auslandseinsatz von unschätzbarem Wert.

Ein Gelber Engel mit fast 1200 PS

Das Arbeitsgerät der Crews ist der Airbus Helicopters EC135 mit dem Rufnamem Christoph 23. Vor allem in der Luftrettung ist der EC135 mittlerweile zum beliebtesten Hubschrauber europaweit geworden. Aufgrund seiner geringen Wartungs- und Betriebskosten, der Langlebigkeit, seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, der geringen Lärmentwicklung bei gleichzeitig hoher Leistungsfähigkeit, erfreut sich der Leichthubschrauber nicht nur beim ADAC hoher Beliebtheit. Auch die Heeresflieger setzen ihn als Schulungshubschrauber ein. Die reinen Leistungsdaten können sich jedenfalls sehen lassen: Beide Triebwerke erreichen zusammen knapp 1200 PS und beschleunigen den bis zu 3 Tonnen schweren Hubscharuber auf eine maximale Geschwindigkeit von 220 km pro Stunde. Dabei liegt die Reichweite bei ca. 611 km. So könnte der Gelbe Engel in Koblenz starten, Patienten in Den Haag oder in Braunschweig aufnehmen und diese zurück nach Kobenz bringen. Und das ohne Zwischenlandung.

Ein paar Eindrücke, die unsere Redakteurin mitgebracht hat, hören Sie hier:

Kostenfreies Bahnfahren für Soldaten

Infos zu Gratis-Fahrten mit der Bahn

Ab dem 1. Januar 2020 sollen alle Soldatinnen und Soldaten in Uniform kostenlos Bahn fahren können. Wir halten Sie mit den aktuellen Informationen und exklusiven Interviews rund um das Thema auf dem Laufenden.

Zwei Soldaten sitzen am Bahngleis. Sie lesen Zeitung.

Bundeswehr/Stollberg


Auf einen Blick

(Update: 18.12..2019)

  • Wer reist kostenfrei? Alle in einem aktiven Dienstverhältnis stehende Soldatinnen und Soldaten (folgend aus Gründen der Lesbarkeit Soldaten genannt) der Bundeswehr. Zusätzlich ist man dazu berechtigt die eigenen Kinder oder Enkel bis zu einem Alter von 14 Jahren kostenfrei mitzunehmen. Ab einem Alter von sechs Jahren müssen die Kinder bei der Buchung allerdings angegeben werden.
  • Wie reist man kostenfrei? In Uniform (siehe Hinweis weiter unten) mit Truppenausweis und Bundeswehr-Ticket, das eine vorherige digitale Buchungsberechtigung (eToken) benötigt. Wichtig: Ist auch nur eine der drei Legitimationen nicht gegeben, gilt die Fahrkarte als ungültig und man muss im Zug ein Ticket zum Flex-, bzw. Bordpreis nacherwerben. In Zügen ohne Fahrkartenverkauf an Bord gilt man als Reisender ohne gültige Fahrkarte und ist zur Zahlung eines erhöhten Beförderungsentgelts gemäß der Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG verpflichtet. 
  • Was ist ein eToken und wie erhält man es? Ein eToken ist ein digitaler Buchungscode, der dafür benötigt wird, den Fahrpreis bei der Buchung auf null zu senken. Diese Codes können ausschließlich über das IntranetBw (Zugriff nur von Dienstrechnern der Bundeswehr möglich)  erworben werden. Soldaten, die keinen Zugriff auf das IntranetBw haben, können über eine beauftragte Person ihrer Einheit oder Dienststelle ein eToken beziehen. Wichtig: Ein eToken gilt jeweils nur für eine Fahrkarte!
  • Wie kommt man an ein Ticket? Ab sofort kann man über den Sondereinstieg www.bahn.de/bundeswehr für die Zeit ab dem 1. Januar 2020 für bis zu sechs Monate im Voraus Tickets buchen. Mit der Buchung und der Nutzung des eToken erhält man ein Bundeswehr-Ticket der 2. Klasse. 
  • Was ist mit einer Sitzplatzreservierung oder Tickets für die 1. Klasse? Eine Sitzplatzreservierung kann auf eigene Kosten entweder im regulären Online-Buchungsportal der Deutschen Bahn, im Reisecenter vor Ort oder beim Bahnpersonal direkt im Zug vorgenommen werden. Eine Aufwertung für die 1. Klasse ist auf eigene Kosten ebenfalls möglich – entweder beim Zugpersonal oder im Reisecenter. 
  • Wann kann man fahren? 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen. Die Fahrkarten sind personen- und zuggebunden, das heißt, dass man weder sein Ticket weitergeben noch mit einem anderen als auf der Fahrkarte angegebenen Zug reisen darf.
  • Welche Züge kann man nutzen? Sämtliche Züge des Fernverkehrs der Deutschen Bahn, also ICE, IC und EC. Dies schließt auch den Vor- und Nachlauf ein, also die Zugverbindungen vom Abfahrtsbahnhof zum Fernverkehr und/oder von dort zum Zielbahnhof. Zusätzlich umfasst die Vereinbarung auch die von der DB-Regio betriebenen Nahrverkehrszüge. Eine „+City-Funktion“ ist in den Bundeswehr-Tickets hingegen nicht enthalten. Möchten Sie also Weiterfahrten im öffentlichen Personenverkehr der Städte und Gemeinden nutzen, muss dafür ein reguläres Ticket erworben werden. 
  • Was mache ich, wenn mein Zug ausfällt oder verspätet ist? Auch für die Bundeswehr-Tickets gelten die gesetzlichen Fahrgastrechte und Regelungen der Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG. Dies beinhaltet u.a., dass Sie bei Zugausfällen oder stark verspäteten Fahrten auch mit anderen als den von Ihnen gebuchten Zügen reisen dürfen. Die vollständige Regelung entnehmen Sie bitte den Fahrgastrechten der Deutschen Bahn AG. Fahrgeldentschädigung erhalten Sie hingegen nicht. Eine Ausnahme hierbei gilt nur, wenn Sie einen Aufpreis für die 1. Klasse gekauft haben.
  • Was gilt es bei der Uniform zu beachten? Alle Reisen (dies umschließt auch Privatreisen) können aufgrund einer Änderung in der Anzugordnung im Feldanzug Grundform, bzw. Bord- und Gefechtsanzug oder Dienstanzug angetreten werden. Allerdings ist die Kopfbedeckung auch innerhalb von Bahnhofsgebäuden zu tragen. Durch die Sichtbarkeit der uniformierten Soldaten in der Öffentlichkeit soll das Bild der Bundeswehr als Teil der Gesellschaft gestärkt werden. Hierbei müssen sich Soldaten ihrer besonderen Vorbildfunktion und der Wohlverhaltenspflicht bewusst sein. Von ihnen wird stets eine aktive Hilfsbereitschaft in allen Lebenslagen erwartet. Dies stattet Soldaten nicht mit besonderen Hoheitsrechten aus. Sie verfügen, wie jeder andere Bürger auch, über die so genannten „Jedermannsrechte“.
  • Was ist mit dem restlichen Nahverkehr und Busfahrten? Die Vereinbarung gilt zunächst noch nicht für die verschiedenen Verkehrsverbünde im Binnenverkehr. Mit diesen Verkehrsunternehmen, die Zug- und Busverbindungen im Wettbewerb anbieten, werden derzeit noch Verhandlungen geführt. Ziel ist es, schnellstmöglich eine bundesweite Ausdehnung zu erzielen.
  • Kann ich mein Ticket umbuchen oder stornieren? Bundeswehr-Tickets sind von der Stornierung oder vom Umtausch ausgeschlossen. Können Sie aus privaten Gründen die gewählte Zugverbindung nicht nutzen, müssen Sie sich mit einem weiteren eToken ein neues Bundeswehr-Ticket oder auf eigene Kosten ein reguläres Ticket buchen.
  • Entstehen den Soldaten Nachteile? Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer betont, dass Dienstreisende und Trennungsgeldempfänger durch die getroffene Vereinbarung nicht schlechter gestellt werden sollen. Zudem müssen die Fahrten nicht versteuert werden.
  • Betrifft die neue Regelung auch Dienstreisen und Familienheimfahrten? Die Vereinbarung führt zu keinen Veränderungen bei der Buchung, Durchführung und Abrechnung von dienstlich veranlassten Reisen in Anwendung des Bundesreisekostengesetzes. Die Wahlfreiheit des Reisemittels wird auch bei Dienstreisen mit der Bahn nicht berührt. Die Buchung der Reisemittel für dienstlich veranlasste Fahrten erfolgt wie bisher vornehmlich über die zuständigen Reisestellen des Travel Managements der Bundeswehr. Bei Familienheimfahrten, die von den Reisebeihilfen erfasst werden, gilt weiterhin die freie Wahl des Verkehrsmittels.
  • Ist es wirklich kostenfrei? Ja, dem Soldaten entstehen keine Kosten. Dafür zahlt die Bundeswehr einen Pauschalbetrag von ca. vier Millionen Euro. Das Fahrkartenkontingent ist nicht begrenzt, es ist dennoch vorausschauend und umsichtig zu planen, da nicht genutzte Fahrkarten nicht storniert oder zurückgegeben werden können und nachträglich erfasst, bzw. gemeldet werden müssen.

Kostenlos Bahnfahren: Ein Mitschnitt aus dem Programm von Radio Andernach

Das Interview mit der Deutschen Bahn

von Lars Neger  E-Mail schreiben

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