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Das unbekannte Land am Niger - Teil 1

1100  Bundeswehrsoldaten leisten zurzeit ihren Dienst im westafrikanischen Mali. Ein Land, zwei Missionen und unzählige Aufgabenbereiche. Unsere Redakteure Oberleutnant Janet W. und Oberfeldwebel Marc S. haben die Kameraden in Mali besucht. Hier berichten sie von ihren Eindrücken, vom Land und von den Einsätzen. 

Das Radio-Andernach-Mikrofon liegt auf einem Felsen in Mali.

Anspruch und Wirklichkeit

Für unsere beiden Redakteure ging es zum ersten Mal nach Mali. Das Land, so heißt es oft in der deutschen Medienlandschaft, gilt aktuell als gefährlichster und verlustreichster Einsatz der Vereinten Nationen. Ein unter der Oberfläche brodelnder Konflikt, der jederzeit ausbrechen und auch die vor Ort eingesetzten Bundeswehrkräfte im hohen Maße gefährden könne. Und was ist mit der Flora und Fauna? Horrorgeschichten von hochgiftigen Skorpionen und Kamelspinnen, die fauchen, bevor sie angreifen, halten sich hartnäckig. Nur was ist dran an den Gerüchten, an den vielen Halbwahrheiten und angeblichen Gefahren? Wir haben uns vor Ort umgehört und das Gespräch mit den Kameraden gesucht. Sowohl bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali in Gao als auch bei EUTMEuropean Union Training Mission in Koulikoro. Die Antworten sind so vielfältig wie das Land an Niger und Senegal selbst.

Am Rande der Sahara

Die Ankunft in Mali bestätigt die erste Befürchtung. Es ist drückend heiß. Beim Verlassen des Flugzeugs schlägt einem auf der Rollbahn des Flughafens Bamako die Hitze ins Gesicht. Staub, Schweiß. Eine fremde Welt. Die Luft ist trocken. Bei Abflug aus Deutschland lagen die Temperaturen bei vier Grad Celsius an einem durchschnittlichen Novembertag. In Bamako zeigt das Thermometer 36 Grad. Winterwetter in Mali, die sanfte Variante der Akklimatisierung. Unbequemer, sagt man unseren Redakteuren im Ankunftsbereich des Flughafens, wird es im Sommer. Dann knacken die Temperaturen regelmäßig die Vierzig-Grad-Marke.

Oberleutnant Janet W. und Oberfeldwebel Marc S. auf dem Weg zu ihrem Shelter im Camp Castor

Oberleutnant Janet W. und Oberfeldwebel Marc S. auf dem Weg zu ihrem Shelter im Camp Castor

Radio Andernach

Nach den Einreiseformalitäten heißt es dann erst einmal die Nacht in Bamako zu verbringen, bevor es am nächsten Morgen mit dem Flugzeug weiter ins knapp 1200 Kilometer entfernte Camp Castor geht. Das Lager liegt nicht weit entfernt vom Flughafen Gao am Rande der Sahara. Hier beginnt die sogenannte Sahelzone. Während des Fluges erkennt man aus der Maschine heraus, wie sich das Land merklich verändert. Während man um Bamako herum die typischen Trockenwälder und Akazien beobachten kann, dominiert das Rot der Wüste die Sahelzone bei Gao. Spärliche Vegetation, ein Wüstenland, das dann und wann sogar von einem Sandsturm heimgesucht werden kann.

Landschaftsaufnahme der malischen Wüste von oben.
Radio Andernach

Einzig an den Ufern des Flusses Nigers durchbrechen grüne Flecken die Wüste. In dieser befremdlichen Umgebung liegt knapp fünf Kilometer vom Fluss entfernt das Camp Castor, das die Bundeswehr 2016 von den Niederländern übernommen hat. Das Feldlager hat seit seiner Entstehung 2014 bereits eine bewegte Geschichte hinter sich, beherbergte niederländische Kräfte ebenso wie deutsche Kampfhubschrauber Tiger. Ein internationaler Standort. Das Leben spielt sich innerhalb des Lagers auf wenigen Kilometern ab. Hier ist ein Großteil des deutschen Einsatzkontingents untergebracht. Fast 15.000 Soldaten und Soldatinnen umfasst die MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali-Blauhelmtruppe, bis zu 1.100 Soldatinnen und Soldaten stellt dabei die Bundeswehr.  

Eine dieser Soldatinnen ist ist Stabsunteroffizier Sophie M., die unsere Redakteure, im nächsten Teil unserer Reportage, mit in ihren ungewöhnlichen Dienstalltag nimmt. Lesen Sie, welche wichtigen Tätigkeiten Sophie M. und ihre Kameraden im Sanitätshygienetrupp leisten und worauf man bei Nacht im Camp Castor achten sollte.
 

von Lars Neger

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