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Wir wissen, was Soldaten und deren Angehörige interessiert. Unsere aktuellen Beiträge gibt's hier zum Nachlesen und vor allem auch zum Nachhören.

Soldaten im Alltag
(c) 2008 Bundeswehr / Stollberg

Kostenfreies Bahnfahren für Soldaten

Seit dem 1. Januar 2020 können alle Soldatinnen und Soldaten in Uniform kostenfrei Bahn fahren können. Wir halten Sie mit den aktuellen Informationen und exklusiven Interviews rund um das Thema auf dem Laufenden.

Zwei Soldaten sitzen am Bahngleis. Sie lesen Zeitung.

Bundeswehr/Stollberg


Auf einen Blick

(Update: 05.02.2020)

  • Wer reist kostenfrei? Alle in einem aktiven Dienstverhältnis stehende Soldatinnen und Soldaten (folgend aus Gründen der Lesbarkeit Soldaten genannt) der Bundeswehr. Zusätzlich ist man dazu berechtigt die eigenen Kinder oder Enkel bis zu einem Alter von 14 Jahren kostenfrei mitzunehmen. Ab einem Alter von sechs Jahren müssen die Kinder bei der Buchung allerdings angegeben werden.
  • Wie reist man kostenfrei? In Uniform (siehe Hinweis weiter unten) mit Truppenausweis und Bundeswehr-Ticket, das eine vorherige digitale Buchungsberechtigung (eToken) benötigt. Wichtig: Ist auch nur eine der drei Legitimationen nicht gegeben, gilt die Fahrkarte als ungültig und man muss im Zug ein Ticket zum Flex-, bzw. Bordpreis nacherwerben. In Zügen ohne Fahrkartenverkauf an Bord gilt man als Reisender ohne gültige Fahrkarte und ist zur Zahlung eines erhöhten Beförderungsentgelts gemäß der Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG verpflichtet. 
  • Was ist ein eToken und wie erhält man es? Ein eToken ist ein digitaler Buchungscode, der dafür benötigt wird, den Fahrpreis bei der Buchung auf null zu senken. Diese Codes können ausschließlich über das IntranetBw (Zugriff nur von Dienstrechnern der Bundeswehr möglich)  erworben werden. Soldaten, die keinen Zugriff auf das IntranetBw haben, können über eine beauftragte Person ihrer Einheit oder Dienststelle ein eToken beziehen. Wichtig: Ein eToken gilt jeweils nur für eine Fahrkarte!
  • Wie kommt man an ein Ticket? Ab sofort kann man über den Sondereinstieg www.bahn.de/bundeswehr für die Zeit ab dem 1. Januar 2020 für bis zu sechs Monate im Voraus Tickets buchen. Mit der Buchung und der Nutzung des eToken erhält man ein Bundeswehr-Ticket der 2. Klasse. 
  • Was ist mit einer Sitzplatzreservierung oder Tickets für die 1. Klasse? Eine Sitzplatzreservierung kann auf eigene Kosten entweder im regulären Online-Buchungsportal der Deutschen Bahn, im Reisecenter vor Ort oder beim Bahnpersonal direkt im Zug vorgenommen werden. Eine Aufwertung für die 1. Klasse ist auf eigene Kosten ebenfalls möglich – entweder beim Zugpersonal oder im Reisecenter. 
  • Wann kann man fahren? 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen. Die Fahrkarten sind personen- und zuggebunden, das heißt, dass man weder sein Ticket weitergeben noch mit einem anderen als auf der Fahrkarte angegebenen Zug reisen darf.
  • Welche Züge kann man nutzen? Sämtliche Züge des Fernverkehrs der Deutschen Bahn, also ICE, IC und EC. Dies schließt auch den Vor- und Nachlauf ein, also die Zugverbindungen vom Abfahrtsbahnhof zum Fernverkehr und/oder von dort zum Zielbahnhof. Zusätzlich umfasst die Vereinbarung auch ausgewählte Strecken der DBDeutsche Bahn-Regio. Vorerst gilt: Im Regionalverkehr sind nur die Züge kostenfrei buchbar, die im Portal angeboten werden. Eine „+City-Funktion“ ist in den Bundeswehr-Tickets hingegen nicht enthalten. Möchten Sie also Weiterfahrten im öffentlichen Personenverkehr der Städte und Gemeinden nutzen, muss dafür ein reguläres Ticket erworben werden. 
  • Was mache ich, wenn mein Zug ausfällt oder verspätet ist? Auch für die Bundeswehr-Tickets gelten die gesetzlichen Fahrgastrechte und Regelungen der Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG. Dies beinhaltet u.a., dass Sie bei Zugausfällen oder stark verspäteten Fahrten auch mit anderen als den von Ihnen gebuchten Zügen reisen dürfen. Die vollständige Regelung entnehmen Sie bitte den Fahrgastrechten der Deutschen Bahn AG. Fahrgeldentschädigung erhalten Sie hingegen nicht. Eine Ausnahme hierbei gilt nur, wenn Sie einen Aufpreis für die 1. Klasse gekauft haben.
  • Was gilt es bei der Uniform zu beachten? Alle Reisen (dies umschließt auch Privatreisen) können aufgrund einer Änderung in der Anzugordnung im Feldanzug Grundform, bzw. Bord- und Gefechtsanzug oder Dienstanzug angetreten werden. Allerdings ist die Kopfbedeckung auch innerhalb von Bahnhofsgebäuden zu tragen. Durch die Sichtbarkeit der uniformierten Soldaten in der Öffentlichkeit soll das Bild der Bundeswehr als Teil der Gesellschaft gestärkt werden. Hierbei müssen sich Soldaten ihrer besonderen Vorbildfunktion und der Wohlverhaltenspflicht bewusst sein. Von ihnen wird stets eine aktive Hilfsbereitschaft in allen Lebenslagen erwartet. Dies stattet Soldaten nicht mit besonderen Hoheitsrechten aus. Sie verfügen, wie jeder andere Bürger auch, über die so genannten „Jedermannsrechte“.
  • Was ist mit dem restlichen Nahverkehr und Busfahrten? Die Vereinbarung gilt zunächst noch nicht für die verschiedenen Verkehrsverbünde im Binnenverkehr. Mit diesen Verkehrsunternehmen, die Zug- und Busverbindungen im Wettbewerb anbieten, werden derzeit noch Verhandlungen geführt. Ziel ist es, schnellstmöglich eine bundesweite Ausdehnung zu erzielen.
  • Kann ich mein Ticket umbuchen oder stornieren? Bundeswehr-Tickets sind von der Stornierung oder vom Umtausch ausgeschlossen. Können Sie aus privaten Gründen die gewählte Zugverbindung nicht nutzen, müssen Sie sich mit einem weiteren eToken ein neues Bundeswehr-Ticket oder auf eigene Kosten ein reguläres Ticket buchen.
  • Entstehen den Soldaten Nachteile? Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer betont, dass Dienstreisende und Trennungsgeldempfänger durch die getroffene Vereinbarung nicht schlechter gestellt werden sollen. Zudem müssen die Fahrten nicht versteuert werden.
  • Betrifft die neue Regelung auch Dienstreisen und Familienheimfahrten? Die Vereinbarung führt zu keinen Veränderungen bei der Buchung, Durchführung und Abrechnung von dienstlich veranlassten Reisen in Anwendung des Bundesreisekostengesetzes. Die Wahlfreiheit des Reisemittels wird auch bei Dienstreisen mit der Bahn nicht berührt. Die Buchung der Reisemittel für dienstlich veranlasste Fahrten erfolgt wie bisher vornehmlich über die zuständigen Reisestellen des Travel Managements der Bundeswehr. Bei Familienheimfahrten, die von den Reisebeihilfen erfasst werden, gilt weiterhin die freie Wahl des Verkehrsmittels.
  • Ist es wirklich kostenfrei? Ja, dem Soldaten entstehen keine Kosten. Dafür zahlt die Bundeswehr einen Pauschalbetrag von ca. vier Millionen Euro. Das Fahrkartenkontingent ist nicht begrenzt, es ist dennoch vorausschauend und umsichtig zu planen, da nicht genutzte Fahrkarten nicht storniert oder zurückgegeben werden können und nachträglich erfasst, bzw. gemeldet werden müssen.

Kostenlos Bahnfahren: Ein Mitschnitt aus dem Programm von Radio Andernach

Das Interview mit der Deutschen Bahn

von Lars Neger  E-Mail schreiben

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