BFD: Der Berufsförderungsdienst

BFD: Der Berufsförderungsdienst

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Die meisten kennen den Begriff, aber was sich im Detail dahinter verbirgt, wissen nur die wenigsten. Dabei ist der Service des Berufsförderungsdienst (BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr) für den reibungslosen Übergang vom militärischen ins zivile Berufsleben so vielseitig wie nützlich. Wir stellen den Herd in der Gerüchteküche aus und servieren Ihnen die Fakten.
Wolfgang P. vom Berufsförderungsdienst Münster räumt im Gespräch mit unserer Redakteurin Oberleutnant Christin Junge direkt mit einem beliebten Irrtum auf. Weder geht der Mannschafter automatisch auf den Kraftfahrerlehrgang noch der Portepee zur Technikerschule. Vielmehr ist es so, dass der BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr auch für einen kompletten Berufsneustart, unabhängig seiner vorherigen Verwendung, geeignet ist – je nach Interessen und Fähigkeiten.
  
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Auf Eigeninitiative kommt es an

Wer im Angebotsdschungel der beruflichen Förderung den Überblick behalten möchte, beginnt am besten mit einem Beratungsgespräch bei seiner örtlichen BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Stelle. Was viele nicht wissen: Jedem Soldaten stehen pro Dienstjahr 45 Minuten Beratungszeit zur Verfügung. Wer diese Termine nicht wahrnimmt, hat natürlich auch nicht die Gelegenheit, mithilfe der BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Berater die passenden Angebote zu sondieren. Und an Interessenten aus der zivilen Wirtschaft mangelt es wahrlich nicht. So zeigt die Erfahrung, dass es jedes Jahr mehr Anfragen von verschiedenen Behörden und Arbeitgebern nach ausscheidenden Soldaten gibt.

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Fristen, Anträge, Abläufe – auch für Unentschlossene

Ganz gleich, wie lange die Restdienstzeit noch dauert, zu Anfang steht die Kontaktaufnahme mit dem BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Standort-Team und das Erstgespräch. Bei Bedarf besteht im Anschluss an dieses Orientierungsgespräch die Möglichkeit einer Potentialanalyse, welche dem Kandidaten unter Berücksichtigung der Stärken, Schwächen, Interessen und Neigungen weitere Orientierungspunkte mit an die Hand gibt. Das Ergebnis kann dann in einem anschließenden Praktikum überprüft werden. Wie in allen Bereichen des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr gilt auch hier: Je früher man die Vorarbeit erledigt, desto besser verläuft der Übergang. Privatwirtschaftliche Unternehmen oder Behörden haben Bewerbungsfristen, die eingehalten werden müssen, und auch Vorgesetzte müssen ohne ihre zukünftig Ausscheidenden planen.

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Die Vorgesetzten – Fürsorgepflicht und Dienstbetrieb

Wer dient, gleich in welcher Funktion, kennt die Problematik eines vollen Terminkalenders. Im alltäglichen Dienstbetrieb mag der Weg zu dem Berufsförderungsdienst daher manchmal weit weg erscheinen. Noch fordernder stellt sich die Thematik für Vorgesetzte dar, denn diese müssen zusätzlich dazu noch die Personalplanung ihrer Einheit im Auge behalten. Um Berufsförderung und Dienstbetrieb in Einklang zu bringen, hat Jörg L. vom BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Standortteam Wilhelmshaven einen ebenso nützlichen wie selbstverständlichen Tipp: Das Gespräch mit dem Berater suchen. So ließen sich die meisten Terminkollisionen unproblematisch aus dem Weg räumen.

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Vielfältige Betätigungsfelder nach der Dienstzeit

2017 fanden über den BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr 7% der Ausscheider im Gesundheitswesen eine Anstellung, 11% wechselten ins Handwerk, 15% in den Dienstleistungssektor, 17% gingen in die Industrie und fast 27% in den öffentlichen Dienst. Katharina P. führte der Weg nach zwölf Dienstjahren als Offizier zur Deutschen Post, wo sie mittlerweile als Abteilungsleiterin arbeitet. Dort sieht Katharina P. (Hauptmann a.D.) viele Parallelen zum altbekannten Dienstbetrieb, wie sie unserer Redakteurin verrät. Aber nicht nur die Deutsche Post hat eine Kooperationspartnerschaft mit der Bundeswehr. Auch die REWE Group schätzt die Vorteile, die ehemalige Soldaten mit in den Betrieb bringen. Besonders unsere Kameradschaft wird von vielen Arbeitgebern auf dem zivilen Markt geschätzt.

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Exportschlager Kameradschaft

Melanie G. von der REWE Group ist sich sicher, dass ehemalige Soldaten aufgrund des Kameradschaftsgedankens während der aktiven Zeit eine ausgeprägte Teamfähigkeit mit in den Betrieb bringen. Und insbesondere ehemalige Feldwebel und Offiziere verfügen über eine kompetente Führungsausbildung. Es ist keine Seltenheit, dass ehemalige Soldaten in der REWE Group direkt mit der Führungsverantwortung eines Teams betraut werden.

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Zweigleisige Planung

Obwohl man vielleicht als langfristiges Ziel die Ernennung zum Berufssoldaten anstrebt, lohnt es sich dennoch, sich parallel mit den Angeboten des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr auseinanderzusetzen. So geht es auch Oberfeldwebel Anja S. Lange vor ihrem Dienstzeitende nutzt sie bereits die Angebote des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr, um zwei Rhetorik-Kurse zu belegen. Für nächstes Jahr plant sie zusätzlich eine Ausbildung zur Wirtschaftsfachwirtin. Anja S. informierte sich im Voraus online und im persönlichen Gespräch mit den BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Beratern über die Auswahl an individuellen Fördermöglichkeiten. Durch diese vorausschauende Planung ist Oberfeldwebel Anja S. jedenfalls gut für jede Eventualität gerüstet, ob nun langfristig in Uniform oder anschließend in der freien Wirtschaft.

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Von der Truppe an die Universität

Exemplarisch für die vielfältigen Fördermöglichkeiten des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr stehen die Werdegänge von Kim T. und Markus S. Während Kim T. noch aktiv Dienst als Mannschafter leistet, war Markus S. während seiner Zeit Offizier. Beiden, unabhängig ihrer militärischen Verwendungen, ermöglicht der BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr eine universitäre Ausbildung. Kim T. studiert unter hohem persönlichen Einsatz neben seinem regulären Dienst Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie, Markus S. entschied sich für Wirtschaftsingenieurwesen. Alles gedeckt durch die Leistungen des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr. Ein Rechenbeispiel macht die Möglichkeiten deutlich: Als SaZSoldatinnen und Soldaten auf Zeit 12 hat man Anspruch auf Förderung schulischer und beruflicher Bildung von 60 Monaten und bekommt dazu einen Kostenhöchstbetrag von bis zu 21000 €, abhängig vom Einstellungsjahr. Was das bedeutet und die genaue Liste gibt es im aktuellen BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Flyer oder natürlich während eines Beratungsgesprächs.

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„Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Soldaten Pünktlichkeit„

Wer kennt das Sprichwort nicht? Für Soldaten sind Tugenden wie Pünktlichkeit und Ordentlichkeit keine Fremdwörter. Laut Stefan R. vom Bauindustrieverband NRWNordrhein-Westfalen gälte dies für viele Berufsanfänger und Schüler allerdings nicht unbedingt. Das ist unter anderem ein Grund, wieso das Baugewerbe ehemalige Soldaten mit offenen Armen empfängt. Wer Interesse, Eignung oder Vorerfahrung mitbringt, hat gute Karten, seine Karriere „auf dem Bau“ richtig in Schwung zu bringen. Und das mit guten Aufstiegschancen. Der Weg vom Facharbeiter zum Bauleiter ist keine Seltenheit. Aus-, Fort- und Weiterbildung oder auch ein Studium machen Quereinsteiger fit für die zu Unrecht mit Imageproblemen kämpfende Branche. Denn finanziell kann sich das Angebot durchaus sehen lassen. Laut Tarifvertrag stehen Berufsanfängern 17,80€ Stundenlohn zu. Noch reizvoller wird es dann mit dem Meistertitel ...

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Immer mehr Kooperationspartner

Als Leiter Einkauf ist Leutnant d.R. Markus S. in einer gänzlich anderen Branche für die WISAG tätig. Als Dienstleister in den Bereichen Luftfahrt, Facility-Management und Industrie ist die WISAG ein neuer vielseitiger Kooperationspartner des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr. Ob in der Baubranche, der Industrie oder im Dienstleistungssektor - die Zahl der Kooperationspartner der Bundeswehr wächst. Der BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr baut seine Kontakte zu Verbänden, Firmen oder Kammern kontinuierlich aus, um die jährlich zwischen 10.000 und 15.000 ausscheidenden Soldaten optimal zu betreuen und den Übergang in ein ziviles Erwerbsleben gleichzeitig effektiv und zielführend zu gestalten.
  
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