Blutspende bei der Bundeswehr

Blutspende bei der Bundeswehr

  • Sanitätsdienst
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Eine Blutspende bei der Bundeswehr unterliegt den selben gesetzlichen und sonstigen Vorgaben auf EUEuropäische Union-Ebene und national wie für jeden zivilen Blutspendedienst in Deutschland. Der Blutspendedienst der Bundeswehr hat jedoch weiterreichende Aufgaben zu erfüllen. Blutspendetermine finden sie am Ende der Seite.

Einen Spender wird Blut entnommen

Blutspenden kann Leben retten. Etwa 500ml Blut werden dabei jedem Spender entnommen.

(c) 2019 Bundeswehr/Patrick Grüterich

Seit 1962 gibt es den Blutspendedienst der Bundeswehr. Das Aufgabenfeld hat sich jedoch im Laufe der Jahre verändert. Die Abteilung XXII, Transfusionsmedizin und Hämotherapie, im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz ist für die Blutspende bei der Bundeswehr verantwortlich. Sie konzentriert sich auf die Weiterentwicklung einsatzrelevanter Blutprodukte, die auf dem freien Markt nicht verfügbar sind. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Entwicklung tiefgefrorener Blutplättchenpräparate. Diese sogenannten kryokonservierte Thrombozytenkonzentrate sollen zukünftig die Blutungsstillung von stark blutenden Wunden, wie sie bei Schuss- oder Explosionsverletzungen vorkommen, fördern.

Wird auch weiterhin Blut in der Bundeswehr gespendet?

Der Blutspendedienst der Bundeswehr bei einem Blutspendetermin in Koblenz. Oberfeldwebel Rudnik versorgt den Blutspender und nimmt gespendeten Blutkonserven entgegen.

(c) 2019 Bundeswehr/Patrick Grüterich

Die Abteilung XXII verfügt seit der Umstrukturierung der Blutspende in der Bundeswehr im Jahre 2017 nur noch über einen Spendetrupp. Dieser kann aufgrund der personellen Ausstattung nur die Standorte in einem Umkreis von 100 Kilometern um Koblenz betreuen. Dies reicht jedoch nicht, um den gesamten Bedarf an Blutkonserven in der Bundeswehr decken zu können. Aus diesem Grund übernimmt der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRKDeutsches Rotes Kreuz) seit Ende Juli 2019 sowohl die Blutspende-Angebote 145 Standorten, als auch die Versorgung der Bundeswehr mit Blutkonserven. Mit diesen Blutkonserven werden sowohl die Auslandseinsätze der Bundeswehr als auch die Bundeswehrkrankenhäuser in Koblenz, Ulm, Hamburg und Berlin beliefert.

Abteilung XXII „Transfusionsmedizin und Hämotherapie“

Blutreserven für den Versand ins Ausland

Perfekt verpackt, gekühlt, temperaturüberwacht und gegen alle Widrigkeiten geschützt. Blutreserven für den Versand ins Ausland.

(c)2019 Bundeswehr/Grüterich

In der Abteilung XXII im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz arbeiten die Fachleute für den qualitätsgesicherten Transport gekühlter und auch gefrorener Arzneimittel. Praktisch unbegrenzte Entfernungen mit langen Transportzeiten gilt es zu überwinden. Dazu sind aus der Abteilung eine Reihe auch international viel beachteter Publikationen sowie die naturwissenschaftliche Doktorarbeit eines Apothekers hervorgegangen. Um Verletzte auch während mobiler Einsätze mit Blut versorgen zu können, arbeiten die Koblenzer Expertinnen und Experten eng mit verschiedenen Krisenreaktionskräften zusammen, um sowohl Transportwege als auch Konservierungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln.

Neben der Blutspende, Herstellung, Prüfung, Lagerung von und Einsatzversorgung mit Erythrozytenkonzentraten gehören die umfassende Blutgruppenbestimmung aller neu in die Bundeswehr eintretenden Angehörigen zu den Aufgaben der Abteilung XXII. Für Soldatinnen und Soldaten, die vor einem Auslandseinsatz stehen, wird zusätzlich die infektiologische Testung durchgeführt. Diese kommen im Einsatz möglicherweise selbst als Spender oder Empfänger von Blutkonserven in Frage. Je nach Vorrats- und Dringlichkeitslage sieht die Bundeswehr als letztes Mittel, bei entsprechender Verletztenlage, auch eine Warmblutspende vor. Obwohl die Methode im zivilen Bereich nicht angewendet werden darf, ist dies möglich, weil die Bundeswehr aufgrund ihres hoheitlichen Auftrags auch im Bereich Blutspende eine Eigenvollzugskompetenz besitzt (§ 26 Abs. 3 des Transfusionsgesetzes).

Doppelblutspende

Die Erythrozytenapherese ist eine Doppelblutspende

(C) 2019 Bundeswehr / Dittrich

Außer der „klassischen“ Vollblutspende bietet der Blutspendedienst der Bundeswehr stationär in den Räumlichkeiten der Rheinkaserne in Koblenz eine maschinelle Doppelblutspende von Erythrozytenkonzentraten, die Erythrozytapherese an. Dabei wird das Vollblut aus dem Spenderkreislauf portionsweise entnommen, die roten Zellen abgetrennt und gesammelt und die flüssige Komponente (Plasma) dem Spender über dieselbe Nadel wieder zurückgegeben. Diese Technik ist arbeitsintensiv und teuer, erlaubt aber die gezielte Produktentnahme in doppelter Menge. Entsprechend seltener darf der Betreffende spenden, Männer drei statt sechs Mal pro Jahr, Frauen zwei statt vier Mal.

Was muss ich als Spender beachten?

Die Blutspenderinnen und der Blutspender übernehmen große Verantwortung, sowohl für sich selbst, als auch für den potentiellen Empfänger des Blutes. Damit weder den Spendern, noch den Empfängern des Blutes ein vermeidbarer Schaden zugefügt wird, ist es äußerst wichtig die Fragen auf dem Anamnesebogen vollständig und wahrheitsgemäß zu beantworten. Darüber hinaus gibt es strenge Kriterien, wer Blut spenden darf, und wer nicht. Alles weitere erfahren Sie bei Ihrer nächsten Blutspende.

Abteilung XXII Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz

Kontakt

Blutspendetermine bei der Bundeswehr