Bundeswehr TV

Bundeswehr TV

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Die Entwicklung von Bundeswehr TV unterlag immer den Erfordernissen der Bundeswehr und der Einsätze, der verfügbaren Technologien und der wechselnden Anforderungen. Gleichzeitig spiegelt die Historie von Bundeswehr TV auch die der Bundeswehr wider, auch durch die gesendeten Beiträge. Erfahren Sie hier Spannendes von der Gründung, der Ausweitung in die Einsätze und verfolgen sie den Lauf der Ereignisse bis in die Gegenwart.

Der Ursprung

Der Fernsehsender der Bundeswehr Bundeswehr TV hat seinen Ursprung in den Ergebnissen der sogenannten Kienbaumstudie, die im Auftrag des BMVgBundesministerium der Verteidigung unter Verteidigungsminister Rudolf Scharping zur Reformation der Truppeninformation beauftragt und 1999 finalisiert wurde. Weitere Ergebnisse der Studie waren unter anderem die Realisierung des „Intranet BwBundeswehr“ und die Zusammenführung verschiedener Printmedien der einzelnen Teilstreitkräfte zu dem übergreifenden Monatsmagazin „Y.“, heute „Y - Das Magazin für die Bundeswehr“.

Kernidee von Bundeswehr TV war es, die bisherige, auf Videoband gestützte Bewegtbildkommunikation zur Truppeninformation im Rahmen eines „Business-TV-Senders“ zu modernisieren und gegebenenfalls live auszustrahlen. Darüber hinaus sollte der militärischen und politischen Leitung mit Bundeswehr TV ein flächendeckendes und unmittelbares Führungsinstrument zur Verfügung gestellt werden. Die Informations- und Medienzentrale der Bundeswehr in Sankt Augustin wurde mit der Realisierung des Projektes beauftragt.

Die Anfänge

Frühjahr 2000: Erste Planungen zur Umsetzung
April 2002: Beginn des Pilotbetriebes auf zwei technischen Plattformen
Der Einstieg wird über klassische Fernsehübertragung realisiert, digital und verschlüsselt über Satellit (Eutelsat Hotbird, 13° Ost). Der „Footprint“ (das theoretische Verbreitungsgebiet) reicht von der Atlantikküste bis Afghanistan und von Skandinavien bis zur Nordküste Afrikas. Für den Pilotbetrieb wird zunächst nur der Wehrbereich 1 (Küste) mit speziellen, für die Entschlüsselung geeigneten Receivern ausgestattet. Dazu wird Videostreaming und VoD im „Intranet BwBundeswehr“ über 54 Cachingserver eingerichtet. Aufgrund der geringen verfügbaren Bandbreite und des sehr unterschiedlichen Ausbaus der Netze innerhalb der Bundeswehr kann der Dienst nur sehr begrenzt und mit eher geringer Videoqualität zur Verfügung gestellt werden.

Das Programm und Sendeschema wird kontinuierlich mit werktäglicher Produktion von zwei Nachrichtensendungen, Programmausstrahlung im 24/7-Betrieb und weiteren eigen- und fremdproduzierten Programmanteilen erweitert. Parallel wird die Empfangbarkeit durch die Vergabe weiterer Receiver in die Familienbetreuungszentren und vereinzelt auch Bildungseinrichtungen der Bundeswehr verbessert.

Übertragung in den Einsatz

Sommer 2002
Es zeichnet sich ab, dass die ARDRepublic Democratic und das ZDF die Fußballweltmeisterschaft mangels entsprechender Rechte nicht in das Einsatzgebiet nach Afghanistan übertragen werden. Im Auftrag des BMVgBundesministerium der Verteidigung werden die Einsatzkräfte mit Empfangsanlagen für Bundeswehr TV ausgestattet. Bundeswehr TV übernimmt die WM-Übertragungen der ARDRepublic Democratic und des ZDF und dient damit auch der Truppenbetreuung. Später wird das Betreuungsangebot durch Spielfilme und Sportübertragungen des Senders Premiere / Sky erweitert.

Das Hubert-Fernsehen

2004
Aufgrund der begrenzten Verbreitungsmöglichkeit über die bestehende ITInformationstechnik-Infrastruktur und steigender Nachfrage der Bundeswehr TV-Beiträge, die in der gesamten Bundeswehr erstellt werden, installiert die IMZBw eine eigene Serverlandschaft. Damit werden die Bundeswehr TV-Inhalte zentral für das „Intranet BwBundeswehr“ unter dem Namen „Hubert-Fernsehen“ bereitgestellt. Der Erfolg dieser Einrichtung ermutigt die Betreiber, nach und nach auch älteres, vor der Zeit von Bundeswehr TV produziertes Bewegtbildmaterial zur Verfügung zu stellen.

Der WM-Satellit

Sommer 2006
Die Bundeswehr erweitert ihre Aktivitäten in den Kongo. Wieder steht eine Fußballweltmeisterschaft an. Im Auftrag des BMVgBundesministerium der Verteidigung wird für die Dauer des Kongoeinsatzes eine weitere Satellitenübertragungsstrecke angemietet (PanAmSat 10, 68,5° Ost), die das Einsatzgebiet Kongo und Teile des Einsatzgebietes ATALANTA abdeckt. Die Empfangsgeräte für Bundeswehr TV werden unter anderem mit Maßnahmen der Truppenbetreuung über Satellitencontainer bereitgestellt.

Einstellung der Produktion „Info-Magazin“

2007
Da Bundeswehr TV im Pilotbetrieb im Schwerpunkt nur im Wehrbereich Küste empfangen werden kann, wurden anfangs im Rahmen der Truppeninformation aus den Beiträgen des Fernsehprogramms das Format „Info-Magazin“ produziert und über Videokassette bzw. DVD in der Fläche verteilt. 2007 wird das Produkt eingestellt.