Cross Servicing - Das Begrüßungskomitee

Cross Servicing - Das Begrüßungskomitee

  • Karriere
  • Personal
Datum:
Ort:
Nordholz
Lesedauer:
1 MIN
Zwei Männer in Fliegerkombi stehen vor einem Auto. Darauf ist der Schriftzug Cross Servicing zu lesen.

Oberleutnant zur See Beierle und Oberbootsmann Clark Reincke planen und koordinieren beim Cross Servicing

Bundeswehr/Darius Retzlaff

Ohne sie darf kein fremdes Flugzeug landen. Denn die Cross Servicer sind die Abfertiger des Marinefliegerstützpunktes in Nordholz. Für die Dimension Luft haben sie eine große Bedeutung. Ohne sie wäre keines der Luftfahrzeuge an seinem Messeparkplatz angekommen, die Dimension Luft leer geblieben. Sie nehmen, zusammen mit der Feuerwehr, die Hubschrauber und Flugzeuge jeder Art an der Landebahn in Empfang.

„Wir sind das Aushängeschild des Geschwaders“, sagt Oberleutnant zur See Björn Beierle. Beierle ist Technischer Offizier und Leiter der Cross Servicing Staffel. Er ist dabei verantwortlich für Flug- und Bodensicherheit. „Wir sind quasi für die ‚Wartung lite‘ zuständig.“ sagt Oberbootsmann Clark Reincke. Der Fluggerätmechaniker koordiniert als Teileinheitsführer das Team von Technikern bei Cross Servicing. Seine Männer führen die Inspektionen durch oder füllen Betriebsstoffe nach:

von Katharina  Knauth  E-Mail schreiben
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  • Ein Kampfjet fährt über ein Rollfeld auf einen Techniker zu
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    "In drei Minuten kommt der Eurofighter."

    Am Vortag der Messe kommen die Luftfahrzeuge beim Marinefliegergeschwader in Nordholz an und müssen platziert werden. Jedes davon geht durch die Hand der Cross Servicer. „In drei Minuten kommt der Eurofighter“, sagt Obermaat Christian Burda und schnappt sich seine Ausrüstung. Dazu gehören ein Fliegerhelm mit integriertem Funkgerät, Handschuhe, eine Sicherheitsweste, Bremsklötze und eine Schleppstange. Zusammen mit Obermaat Nico Schick stellt er sich auf den Taxiway, das Rollfeld. Die Unteroffiziere sind gelernte Fluggerätmechaniker. Sie sollen den angekündigten Eurofighter aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader in Wittmund in Empfang nehmen. Beide stehen bereit und blicken Richtung Horizont. Schon schiebt sich die Nase des Kampfjets ins Blickfeld, es wird laut.

  • Ein Mann steht vor einem Kampfjet und leitet ihn mit Handzeichen an.
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    Die richtige...

    Langsam kommt der Jet auf den Mann in der gelben Weste zugerollt. Ruhig schaut der ihm entgegen. Dann beginnt Obermaat Schick mit geübten Handbewegungen den Piloten und seinen Jet in die richtige Position einzuweisen. Das Kampfflugzeug bremst und steht. Ein imposanter Anblick.

  • Ein Mann in Sicherheistkleidung und Helm steht vor einem Kampfjet und schaut zum Piloten hinauf
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    ...Position

    Sofort werden die beiden Techniker aktiv. Burda platziert die Bremsklötze an einem der beiden hinteren Fahrwerke, damit der Jet nicht wegrollt. Schick steht neben dem Eurofighter und spricht mit dem Piloten. Dies macht er über seinen Helm, in dem ein Funkgerät integriert ist. Letzte Absprachen werden zwischen Techniker und Pilot getroffen, bevor sich das Cockpit mit einem durchdringenden Piepgeräusch öffnet. Der Jetpilot kann aussteigen.

  • Ein Jetpilot steigt über eine Leiter aus seinem Flugzeug aus. Am Fuße steht ein Mann in Warnweste.
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    9 Minuten Flug

    Der Pilot sitzt in einer Höhe von etwa drei Metern. Da braucht man zum Aussteigen auf jeden Fall eine Leiter. Selbst daran sieht man, dass eine Zusammenarbeit mit dem Bodenpersonal das A und O ist.

    Der Kampfjet kommt aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader in Wittmund. Für die 120 km hätte man mit dem Auto etwa eineinhalb Stunden gebraucht. „Ich bin neun Minuten geflogen“, berichtet der Pilot grinsend.

  • Ein Flugzeugtechniker betätigt sich an den Triebwerken eines Jets
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    Remove before Flight

    Nachdem der Pilot sein Luftfahrzeug in die sicheren Hände der „Crosser“ gegeben hat, fährt er zurück nach Wittmund. Dieses Mal wird er länger unterwegs sein. Davon bekommen Burda und Schick nur am Rande etwas mit, sie konzentrieren sich ganz auf den Eurofighter. Sie müssen ihn für Messe parat machen. Schick installiert überall die Sicherheitsstifte, ohne die der Jet nicht abgestellt werden darf. Daran flattern im Wind die roten Hinweisanhänger mit der Aufschrift „Remove before flight“. Burda prüft die Außenhaut des Flugzeugs auf Beschädigungen und installiert erste Abdeckungen für besonders empfindliche Elemente.

  • Ein Schleppfahrzeug drückt einen Kampfjet in einen Hangar. Nebenher laufen Techniker mit Warnwesten.
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    Einparkmanöver

    Ein auffällig oranges Schleppfahrzeug steht bereit. Die Schleppstange wird sowohl am Fahrzeug als auch am Flugzeug angebracht und das Einparkmanöver beginnt. Langsam drückt der Wagen den Jet rückwärts in den Hangar. Anders als die anderen Luftfahrzeuge können die Jets nicht draußen stehen bleiben, da die Technik beim dem Wetter an der Nordsee anfällig ist. Ist der Jet im Trockenen, kann das Schleppfahrzeug sich um die nächsten Ankömmlinge kümmern. Burda und Schick sind aber noch nicht fertig.

  • Ein Techniker steht neben einem Eurofighter und bedient einen Bildschirm, der außen angebracht ist.
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    Parkplatz für die Nacht

    Der Eurofighter ist sicher im Hangar angekommen. Mithilfe eines Bordcomputers überprüft Obermaat Schick jetzt, was gewartet werden muss. Meist muss Kraftstoff und Öl nachgefüllt werden. Die Crosser können jedes Luftfahrzeug versorgen und jedes Luftfahrzeug benötigt eine andere Handhabe. Genau das ist es, was dem Unteroffizier Spaß macht: „Das ist für uns ein Privileg, wir haben ja mit allen Maschinen zu tun.“ Nicht jeder macht alles. Insgesamt arbeiten beim Cross Servicing 13 Fluggerätmechaniker. Jeder Mechaniker ist auf ein anderes Flugzeugmuster geschult und wird auch so eingesetzt.

    Nach etwa einer halben Stunde ist der Eurofighter abgefertigt und das nächste Flugzeug kündigt sich an - ein Tornado aus dem Luftwaffengeschwader aus Schleswig-Jagel. Burda und Schick stehen schon auf dem Taxiway.

  • Ein Mann mit Kamera auf dem Stativ hockt vor einem Kamfpflugzeug
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    Angekommen in der Dimension Luft

    Nach einer ruhigen Nacht im trockenen Hangar bugsieren Schick und Burda den Eurofighter wieder raus auf den Taxiway. Luftlinie wären es nur knapp 300 Meter bis zur Position auf dem Veranstaltungsgelände, doch fliegen kann der Jet die Strecke nicht und den direkten Weg versperrt der bereits gestern eingeparkte A400M. Also geht es mit dem Schlepper außen rum auf die Auststellungsposition. Auch an der Parkposition kümmtert sich das Team von Cross Servicing um den Schützling mit Flügeln, damit er sicher steht.. Für die nächsten 9 Stunden ist der Eurofighter in der Dimension Luft im Einsatz - und doch fest auf dem Nordholzer Boden.