Die Zieten-Kaserne

Die Zieten-Kaserne

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Opener: „Früher Kaserne – und heute? Auf Spurensuche mit Radio Andernach!“ (mit symphonischer Musik unterlegt)

Stabsfeldwebel Günther Reimuth, Radio Andernach (RA): Die Zieten-Kaserne wurde im Jahr 1936 für die Wehrmacht gebaut. Nach dem Krieg wurde sie bis 1957 auch von alliierten Truppen genutzt und diente als Notunterkunft für viele Flüchtlingsfamilien. Am 21. Mai 1957 wehte dann zum ersten Mal die Bundesflagge in der Zieten-Kaserne. Bis 1994 diente sie dann als militärische Heimat für nicht wenige Bundeswehrsoldaten. Danach wurde das Gelände als hochwertiges Wohn- und Gewerbegebiet bis ins Jahr 2006 umgebaut. Der nahegelegene Göttinger Wald und der ehemalige Standortübungsplatz trugen zur Attraktivität der Wohnanlagen bei. Aber auch die Uni konnte hier die Fakultät für Naturwissenschaften und Technik unterbringen.

Trenner: „Die Lage“ (mit symphonischer Musik, auch unter dem folgenden Ton)

RA: Die Zieten-Kaserne war an den Hang zwischen Stadt und Wald gebaut worden. Sie lag 150 Höhenmeter über der Altstadt von Göttingen und war terrassenförmig angeordnet. Sie war vor dem Zweiten Weltkrieg die vierte Kaserne dort und damit gehörte das niedersächsische Göttingen damals zu den größten Garnisonsstädten. Ab 1994 war Göttingen keine Garnisonsstadt mehr, denn die Stadt hatte die Bundeswehr schon kurz nach der Wende abgewählt.

Trenner: „Der Name“

RA: Der Namensgeber ist der preußische Husarengeneral Hans Joachim von Zieten, der unter Friedrich dem Großen gedient hatte. Er war einer der berühmtesten Reitergeneräle der preußischen Geschichte und ein enger Vertrauter – und man durchaus sagen: ein Freund des Königs. Ach ja – die Soldaten hatten der Kaserne den wenig respektvollen Spitznamen Zieten-Ranch gegeben.

Trenner: „Die ehemaligen Truppenteile“ (mit symphonischer Musik, auch unter dem folgenden Ton)

RA: Rund 100 Soldaten der 1. Fernmeldeabteilung 711 zogen von Bückeburg in die Zieten-Kaserne ein. Das war am 21. Mai 1957, es folgten noch viele Truppenteile. Zuletzt, nach einigen Umgliederungen, war hier der Stab der Panzergrenadierbrigade 4 beheimatet. Viele Truppenteile dieser Brigade fanden auch hier in der Kaserne ihre militärische Heimat. Dazu gehörten die Panzergrenadierbataillone 41 und 43, das Panzerbataillon 44, das Panzerartilleriebataillon 45, die Stabskompanie 4 und die Instandsetzungskompanie 40. Auch das Verteidigungskreiskommando 232war hier seit Aufstellung zu finden. Nach der Wende 1990 kam die Auflösung, die sich bis 1993 hinzog und 1994 das Ende der Zieten-Kaserne bedeutete.

Closer: „Früher Kaserne – und heute? Auf Spurensuche mit Radio Andernach“


von Günther Reimuth