Eine erste Bilanz

Eine erste Bilanz

Lesedauer:
1 MIN

Radio Andernach: Unsere innere Führung als Organisation und Führungsphilosophie ist für den Einsatz und auch für den Kampf geeignet. Das haben die letzten Jahre in Afghanistan gezeigt. Durch den Afghanistaneinsatz wurde bewusst, die Kernkompetenz des Soldaten ist der Kampf. Doch auch auf militärischer und politische Ebene lässt sich eine Bilanz ziehen. Das macht Oberstleutnant Dr. Rudolf Schlaffer, er ist Historiker am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften und dort der Projektleiter für Einsatzgeschichte.

Oberstleutnant Schlaffer: Eine militärische Intervention ohne ausreichende politische, wirtschaftliche und kulturelle Begleitmaßnahmen halt nur sehr eingeschränkt erfolgreich sein kann. Und Auslandseinsätze erfordern auch eine gewissen strategische Durchhaltefähigkeit.

Radio Andernach: Die können wir alleine, so sieht es OTL Schlaffer, nicht gewährleisten. Außerdem sollte man auch immer beim Einsatzbefehl eine EXIT-Strategie mit entwickeln, wenn man sich für einen Auslandseinsatz entscheidet.

Oberstleutnant Schlaffer: Es muss von Beginn an überlegt werden, wie ich die Kräfte, die ich dort einsetze, zu einer gewissen Zeit auch wieder zurückhole. Wann die Einsatzziele erreicht sind. Die müssen angepasst werden im Rahmen der Zeit.

Radio Andernach: Aber auch im Bereich der Ausrüstung lassen sich Schlüsse ziehen. So hat der Einsatz in Afghanistan gezeigt, das die materielle Ausrüstung der Bundeswehr nicht unbedingt geeignet ist für die Landesverteidigung.

Oberstleutnant Schlaffer Für Afghanistan oder auch Mali war das zu offensichtlich, dass unsere materielle Ausstattung dort nicht eins zu eins übertragbar ist. Das wurde durch Rüstungsbeschaffungen versucht zu lösen, aber wir sehen ja, dass manches immer noch nicht so einsatzfähig ist, wie es sein sollte.

Radio Andernach: Der Einsatz in Afghanistan hat gezeigt, dass es eine Gesamtstrategie geben muss und auch eine Lösung, wie Kräfte herausgelöst werden können. Es muss ein roter Faden erkennbar sein und die Kräfte müssen mit eigenen Fähigkeiten durchhaltefähig sein.




von Sara-Christin Beck