ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Übung in der Ägäis: Sicher durch ein verseuchtes Gebiet

ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Übung in der Ägäis: Sicher durch ein verseuchtes Gebiet

  • Anerkannte Missionen
  • Ägäis
Datum:
Ort:
in See
Lesedauer:
2 MIN

Einheiten der deutschen Marine müssen regelmäßig die Fähigkeit trainieren, ein atomar, biologisch oder chemisch verseuchtes Gebiet zu durchfahren – auch die Fregatte „Schleswig-Holstein“. Sie ist aktuell die operierende Einheit in der Ägäis. In einer Übung muss die Besatzung die herausfordernde Situation meistern, ein simuliert chemisch kontaminiertes Gebiet zu durchfahren. 

Zwei Soldaten stehen auf dem Deck eines Schiffes und tragen eine Schutzausstattung und Atemschutzmasken

Die zwei Soldaten des Außenspürtrupps überprüfen die Decksaufbauten auf eine mögliche Kontamination

Bundeswehr/Sören Kleen

Die Übung beginnt: Die Fregatte „Schleswig-Holstein“ hat während einer Patrouille in der Ägäis eine Delegation hochrangiger Regierungsvertreter von einem gekenterten Fahrzeug aufgenommen. Aufgrund eines Sturms war das Boot in Seenot geraten. Die Geretteten müssen jetzt schnellstmöglich zum nächsten Hafen gebracht werden, da dort wichtige Friedensverhandlungen stattfinden. Auf dem Weg zum Hafen muss jedoch ein chemisch belastetes Gebiet durchfahren werden. Eine Explosion an Land hat die umliegende Ägäis großflächig kontaminiert.

Die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrfähigkeiten der Fregatte

Ein Soldat in einem Schutzanzug hält ein Gerät in den Händen

Der Innenspürtrupp überprüft das Innere des Schiffes, welches Zitadelle genannt wird, auf Kontamination

Bundeswehr/Sören Kleen

Kriegsschiffe der Marine lassen sich luftdicht versiegeln. Durch einen geringen Überdruck im Schiff wird sichergestellt, dass keine Kampfstoffe ins Innere gelangen – dieses Vorgehen wird Zitadelle genannt. Zusätzlich läuft der Luftaustausch über spezielle Filteranlagen, die ein Eindringen von ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Stoffen verhindern. Sollte eine Kontamination an Oberdeck stattgefunden haben, wird dieses mit der Pre-Wetting- Anlage abgespült. Dieses System hüllt das gesamte Schiff in einen Wassernebel, der das Anhaften der Kampfstoffe minimieren, bestenfalls verhindern sowie abspülen soll.

Die Sanität bereitet sich ebenfalls parallel auf das Szenario vor. Dazu gehört, dass die Besatzung über den zu erwartenden Kampfstoff belehrt wird und zugleich Medikamente für schnelle Hilfe erhält – mitsamt einer Anleitung, wann diese einzunehmen sind.

Die Schutzkleidung wird angelegt

Ein Soldat hilft einem weiteren Soldaten in die Schutzkleidung

Ist der Schutzanzug dicht verschlossen? Beim Anlegen des Schutzanzuges bedarf es manchmal der Hilfe von außen

Bundeswehr/Sören Kleen

In Abhängigkeit des Kampstoffes legen die Soldatinnen und Soldaten an Bord eine sogenannte BASbedrohungs- und auftragsangepassten Schutzzustände-Stufe zum Eigenschutz an. BASbedrohungs- und auftragsangepassten Schutzzustände steht für „bedrohungs- und auftragsangepasste Schutzzustände“. Neben der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzmaske gehören ein spezieller Overall sowie Überziehschuhe und Handschuhe dazu. Für das Herstellen der befohlenen Schutzstufe ist ab und an auch die Hilfe von Kameradinnen oder Kameraden nötig die beim Anziehen unterstützen – sie helfen nach dem Buddy-Prinzip. Bei den Außenspürtrupps wird der Schutzzustand noch weiter ergänzt, sodass der Schutz auch bei Wettereinwirkung voll erhalten bleibt.

Die Verhandlungen sind gerettet

Auf dem Deck eines Schiffes laufen zwei Soldaten in Schutzkleidung hintereinander

Von Bug bis Heck: Der Außenspürtrupp überprüft das gesamte Schiff auf Kontaminationen

Bundeswehr/Sören Kleen

Nachdem das verseuchte Gebiet durchfahren ist, werden speziell ausgebildete Trupps eingesetzt, um das Oberdeck abschließend zu kontrollieren. Die Soldatinnen und Soldaten sind mit maximalem Schutz ausgerüstet und begeben sich auf vordefinierte Stationen, um im Inneren sowie an Oberdeck des Schiffes auf verbliebene Kampfstoffe zu überprüfen. Wenn keine entdeckt werden, können die Schutzmaßnahmen aufgehoben werden – so auch jetzt. Die Delegation aus der Übung kann sicher in den Hafen gebracht werden, um an den Friedensverhandlungen teilzunehmen. Zur gleichen Zeit nimmt die Fregatte „Schleswig-Holstein“ wieder ihre Patrouille in See auf.

von PAO Ägäis 

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