Mehrere Personen sitzen an einem Tisch
Frau Dr. Eva Högl
Wir beobachten aktuell, dass die Zahl traumatisierter Soldatinnen und Soldaten ansteigt. Wurden im Jahr 2013 noch 602 Soldatinnen und Soldaten aufgrund einsatzbedingter psychischer Störungen in psychiatrischen Kliniken behandelt, so waren es 2019 schon 1.006 und 2020 bereits 1.116. In Bezug auf diese Entwicklungen habe ich während meines Besuches hier in Litauen deshalb auch intensive Gespräche mit dem evangelischen Militärpfarrer und mit dem medizinischen Personal geführt. Sie haben mich in der Auffassung bestärkt, dass das psychosoziale Netzwerk ein wesentlicher Schlüssel ist, um seelischen Erkrankungen präventiv entgegenzuwirken. Gleichzeitig lässt sich anhand der steigenden Zahl auch ableiten, dass die Auseinandersetzung mit einsatzbedingten psychischen Krankheitsbildern eben kein Tabuthema mehr in der Bundeswehr ist. Vielmehr trauen sich nun Betroffene, mit ihrer Erkrankung offener umzugehen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.