Die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkompanie

Dekontaminationsübung – mehr als nur Auto waschen

Dekontaminationsübung – mehr als nur Auto waschen

  • Anerkannte Missionen
  • EFP
Datum:
Ort:
Pabrade
Lesedauer:
3 MIN

Die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkompanie der eFPenhanced Forward Presence Battlegroup Litauen übt die Dekontamination von Fahrzeugen und verfügt dafür über umfangreiches Gerät. Dieser Prozess bedeutet einen großen Aufwand an Material und Personal – und ist mehr als einfaches Autowaschen.

Ein Soldat hält einen Hörer in der Hand, der an einem Transportpanzer befestigt ist

Am Eingang der s Dekontaminationseinrichtung nimmt der Dekontaminationssoldat Verbindung mit dem Kommandanten des Transportpanzers auf

Philipp Hoffmann

Während einer Übung in Pabrade ist ein Transportpanzer Fuchs mit der Sonderausstattung der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtruppe durch ein radioaktiv verstrahltes Gebiet gefahren. Der Kommandant hat seinen „ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Fuchs“ bei der Dekontaminationseinrichtung der Battlegroup angemeldet und rollt nun auf diese zu. Die Soldatinnen und Soldaten sind vorbereitet und machen sich daran, den Transportpanzer zu dekontaminieren, was für das ungeübte Auge wie eine aufwändige Autowäsche aussieht – und im Grunde ist es das auch. Alles, was dem Fahrzeug anhaftet, muss entfernt werden. Dazu zählen in diesem Fall jedoch nicht nur Straßendreck und Schlamm, sondern auch giftiges radioaktives Material.

Detektion der Strahlung und Vorwäsche

Ein Soldat macht eine Markierung auf einem Panzer

Nach dem Abspüren des Transportpanzers Fuchs markiert der Soldat eine Stelle, an der die Strahlung besonders stark ist

Bundeswehr/Philipp Hoffmann
Ein Panzer auf der Straße und ein Soldat im Schutzanzug

Dann rollt der Transportpanzer Fuchs zur Vorwäsche – mit einer Wasserwand wird der Unterboden gereinigt

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

In der ersten Station der Dekontaminationseinrichtung wird zunächst „gespürt“: Die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrsoldaten nähern sich dem Transportpanzer mit einer Ausstattung, mithilfe derer sie prüfen können, womit das Fahrzeug kontaminiert ist – das kann im Falle einer Verstrahlung radioaktiver Staub sein; im Falle einer chemischen Kontamination giftiger Kampfstoff. Daraufhin erfolgt eine gründliche Vorwäsche, bei der so viele Anhaftungen wie möglich vom Fahrzeug abgewaschen werden. Hierbei gilt: Jeglicher Straßendreck, Staub und Schlamm sind als kontaminiert zu betrachten.

Zunächst fährt der Transportpanzer über eine Wasserwand, die man auch von der Feuerwehr kennt – auf diese Weise werden Fahrwerk und Unterboden vorgereinigt. Danach wird das Fahrzeug von den Soldatinnen und Soldaten gründlich rundherum abgesprüht. Besonderes Augenmerk liegt hierbei nicht nur auf den Fahrzeugflächen, sondern insbesondere auch auf den Rädern und Radkästen.

Zodiak – der Anzug der Dekontaminationstruppe

Zwei Soldaten im Schutzanzug sprühen einen Panzer ab

Bei der Arbeit am kontaminierten Fahrzeug tragen die Soldatinnen und Soldaten einen besonderen Schutzanzug

Zwei Soldaten im Schutzanzug sprühen einen Panzer ab

Als Nächstes folgt die Hauptbehandlung des Transportpanzers, um die Kontamination nun auch mit Dekontaminationsmittel zu entfernen. Hier ist Stabsgefreiter Lukas B. eingesetzt, der in einen speziellen Schutzanzug gekleidet ist, den Zodiak. Dieser Anzug ist vollständig wasser- und luftdicht. „Weil ich bei der Dekontamination mit vergiftetem oder verstrahltem Material arbeite, muss ich diesen Anzug und die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzmaske tragen, damit ich nicht selber kontaminiert werde“, erklärt der 21-jährige Dekontaminationssoldat. Nach Abschluss seiner Arbeit wird Lukas B. selbst dekontaminiert, was der aus Gummi bestehende Zodiak erleichtert. Dieser wird – noch vor dem Ablegen – genauso abgesprüht wie der Transportpanzer. „Wir müssen uns jedoch auch während der Arbeit regelmäßig mit Wasser absprühen – heute sind 31 Grad Celsius“, lächelt der Stabsgefreite, „da steht man im Zodiak im eigenen Schweiß.“

Einbindung im multinationalen Rahmen der Battlegroup

Soldaten schauen einen Panzer an

Der Zugführer des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzuges, Oberleutnant Justus N., erklärt amerikanischen Soldatinnen und Soldaten die Abläufe der Dekontaminationseinrichtung

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Die Übung wird begleitet von amerikanischen Soldatinnen und Soldaten, die sich für die multinationalen Übungen der eFPenhanced Forward Presence BG LTU einen Überblick über die Fähigkeiten und Prozeduren der deutschen ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkompanie verschaffen. Der Zugführer des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzuges, Oberleutnant Justus N., führt sie durch die Dekontaminationseinrichtung und erklärt ihnen jede Station. „Ihr macht es etwas anders als wir“, zeigt sich Sergeant D. vom I-66th Armored Regiment begeistert. „Euer Dekontaminationsgerät ist viel besser und moderner als unseres. Das macht die Arbeit nicht nur einfacher – es rettet am Ende auch Leben und Gesundheit.“
Doch auch für Lukas B., der als Dekontaminationssoldat eine sechswöchige Ausbildung durchlaufen hat, bedeutet der multinationale Einsatz, neue Erfahrungen zu sammeln: Jede Partnernation nutzt andere Fahrzeuge. „Das erfordert, einen Blick dafür zu entwickeln, in welchen Ecken eines Fahrzeuges sich Dreck und Kontamination sammeln können“, berichtet er. 

Seife und Wasser von allen Seiten

Ein Panzer wird abgesprüht

Der TEP 90 macht es möglich, dass die Einsatzfahrzeuge von allen Seiten dekontaminiert werden

Um Kontamination von Fahrzeugen und Gerät zu entfernen, setzen Lukas B. und seine Kameradinnen und Kameraden ein spezielles Dekontaminationsmittel ein. „Wir belegen die Fahrzeuge, je nach Kontamination, mit einem Dekontaminationsmittel. So lässt sich das Fahrzeug von strahlenden Partikeln oder chemischen Kampfstoffen befreien“, erläutert er. Um das zu tun, nutzt die Dekontaminationsgruppe ein Fahrzeug vom Typ Iveco Trakker, auf dem sich neben der umfangreichen Ausrüstung des TEP 90 auch ein Ausleger mit einem Personenkorb befindet: Hier oben steht der Stabsgefreite in seinem Zodiak und mit einer Hochdrucklanze, um den Transportpanzer von oben und allen Seiten abzusprühen. Gleichzeitig nimmt sich ein zweiter Dekontaminationssoldat ein weiteres Mal die Radkästen und die Räder mit einer Hochdrucklanze vor.
In der darauffolgenden Station wird der Transportpanzer nochmals von allen Seiten sowie von oben und unten gründlich abgesprüht: Hier werden nun Dekontaminationsmittel und gelöste Partikel mit Wasser abgewaschen.
Damit ist der Transportpanzer dekontaminiert – und vollständig sauber.

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Ein Soldat im Schutzanzug auf einem Kran

Stabsgefreiter Lukas B. hat heute einen hohen Posten auf dem TEP 90 und arbeitet in einem besonderen Anzug, dem Zodiak. So dekontaminiert er die Oberseite der Fahrzeuge.

Bundeswehr/Philipp Hoffmann
Ein Soldat im Schutzanzug sprüht einen Panzer ab

Bei der Dekontamination wird besonderes Augenmerk auf die Räder und die Radkästen gelegt. Hier sammelt sich die meiste Kontamination.

Bundeswehr/Philipp Hoffmann
Ein Soldat zeigt anderen Soldaten Bekleidung

Oberleutnant Justus N. zeigt den amerikanischen Soldaten die Station der Dekontaminationseinrichtung, an der Bekleidung und Ausrüstung dekontaminiert wird

Bundeswehr/Philipp Hoffmann
Ein Soldat im Schutzanzug sprüht einen Panzer ab

An der letzten Station der Dekontaminationsstraße wird der Transportpanzer ebenfalls von oben abgesprüht, um die von der Spezialseife gebundenen, strahlenden Partikel abzuwaschen

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

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von Philipp Hoffmann

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