Crystal Arrow – Multinationale NATO-Übung in Lettland

Crystal Arrow – Multinationale NATO-Übung in Lettland

  • Einsatz
  • EFP
Datum:
Ort:
Litauen
Lesedauer:
3 MIN

Die 1. Kompanie der Enhanced Forward Presence Battlegroup Litauen nimmt an der multinationalen NATO-Übung Crystal Arrow in Lettland teil. Die Panzerbesatzungen, Panzergrenadiere und Pioniere haben sich wochenlang vorbereitet und intensiv trainiert. Jetzt werden sie in die Übung mit dem Ziel der Bewertung des Einsatzwertes der Enhanced Forward Presence Battlegroup Lettland eingebunden. In dieser gemeinsamen Übung geben die Soldatinnen und Soldaten aus acht Nationen ein Beispiel für die Fähigkeit der NATO zur Bündnisverteidigung in den Baltischen Staaten.

Vier Kampfpanzer Leopard 2A6 stehen auf Bahnwaggons. Mehrere Soldaten gehen darauf zu

Unmittelbar nach der Ankunft in Adazi wird der Zug durch die Fahrzeugbesatzungen entladen

Bundeswehr/PAO EFP

Scheinbar endlos erstreckt sich die Bahnlinie. Unter der letzten Autobahnbrücke hindurch zieht eine kleine Diesellok die Waggons mit Angehörigen der deutschen Kompanie und ihren Fahrzeugen in den Bahnhof von Adazi. Kaum zum Stehen gekommen, öffnen sich auch schon die Türen der Personenwagen und die Rampe zum Entladen der Panzer wird vorbereitet. Soldatinnen und Soldaten schwärmen aus und übernehmen ihre Aufgaben als Kraftfahrer und Einweiser. Das Entladen läuft routiniert, denn alle kennen nach den Übungen der vergangenen Wochen ihren Platz und ihre Aufgabe. Bereits morgen beginnt das Training auf dem nahen Truppenübungsplatz.

Zeltstadt auf dem Truppenübungsplatz Adazi

Eine Zeltstadt auf einem Truppenübungsplatz, in der Mitte Dieselöfen

In dieser Zeltstadt wohnen die Soldatinnen und Soldaten aus sieben Nationen

Bundeswehr/PAO EFP

Der Übungsplatz liegt unter einer Decke von Schnee und Eis, als die Übungsteilnehmenden das Lager erreichen. In diesen Zelten sind Kameradinnen und Kameraden aus sieben NATO-Partnerstaaten untergebracht. Für ausreichend Wärme sorgen Dieselöfen, Verpflegung gibt es in einem großen Gemeinschaftszelt und gewaschen wird sich im Freien. Die internationale Verständigung funktioniert gut. „Wir freuen uns darauf, im multinationalen Rahmen zu trainieren und unsere Partner und ihre Fähigkeiten kennenzulernen“, berichtet Hauptmann B., Chef der 1. Kompanie.

Verschiedene Partner für ein gemeinsames Bündnis

Amerikanische Soldatinnen und Soldaten klettern auf einen Leopard 2A6 und tauschen sich mit der deutschen Besatzung aus

Bei Crystal Arrow tauschen sich die Besatzungen der NATO-Partner über ihre Fahrzeuge und Waffen aus

Bundeswehr/PAO EFP

„Die NATO-Partner der Battlegroups bringen für eine mögliche Bündnisverteidigung der baltischen Staaten unterschiedliche Fähigkeiten mit. Diese Unterschiede sehe ich als eine Stärke unseres Verteidigungsbündnisses. Die Fähigkeiten unserer Partner zu kennen ist ein Ziel der gemeinsamen Anstrengungen in Lettland“, berichtet der Kommandeur der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup Litauen, Oberstleutnant Sebastian Hebisch. „Genau deshalb lautet unser Motto: ‚Strong – Together‘.“
Jeder kann die Ausrüstung der anderen Nationen sehen, anfassen und Fragen dazu stellen. Soweit es die Hygienebestimmungen zulassen, tauschen sich die Partnernationen untereinander aus und lernen einander kennen. Das ist ein wichtiger Anfang für gemeinsame Gefechtsübungen.

Angriff auf Kommando

Der Kommandant eines Marder 1A3 kniet neben der Bordkanone und tarnt sein Gesicht. Hinter ihm geht am Horizont die Sonne auf

Jeden Morgen bereiten sich die Übungsteilnehmenden im Gelände auf den bevorstehenden Übungstag vor

Bundeswehr/PAO EFP

Kurz nach Sonnenaufgang rollen die Fahrzeuge in ihre Stellungen. Auf Befehl der Übungsleitung greift die mit einem lettischen Zug verstärkte 1. Kompanie an. Schiedsrichter begleiten die Übungstruppe und machen deutlich, wer durch Beschuss ausgefallen ist und nicht weiter an dem Gefecht teilnehmen kann. Nach drei Stunden endet dieser erste Übungsdurchgang. Der Angriff wurde abgewehrt. Der Kompaniechef wertet mit den Zugführern das Gefecht aus, bevor nach einer Pause ein weiterer Übungsdurchgang beginnt.
Was heute geschieht, wiederholt sich die gesamte Übungswoche. Gemeinsam mit Soldatinnen und Soldaten der litauischen Iron Wolf-Brigade ist die 1. Kompanie als Gegner der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup Lettland eingesetzt. Auf diese Weise trainieren beide Seiten ihre Fähigkeiten zur multinationalen Kooperation.

Vereint für ein gemeinsames Ziel

Ein Soldat steht auf einem Marder, dessen Maschinengewehr und Bordmaschinenkanone steil aufragen

Panzergrenadiergruppenführer Oberfeldwebel Alexander S. zeigt sich nach einem erfolgreichen Ausbildungstag in Adazi äußerst zufrieden

Bundeswehr/PAO EFP

„Wir haben viel von unseren Kameradinnen und Kameraden aus der Battlegroup Lettland gelernt. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass auch sie von uns einiges lernen konnten“, meint Oberfeldwebel Alexander S. Er ist Gruppenführer des Panzergrenadierzuges „D“ der 1. Kompanie. Genau darum geht es bei der Bewertung der Kampfbereitschaft: Stärken und Schwächen von sich und anderen erkennen und die zukünftige Ausbildung danach ausrichten. „Ich bin mit allen in meiner Gruppe zufrieden“, so der Gruppenführer weiter. „Es war hart die vergangenen Tage, aber wir haben uns alle verbessert und wir wissen jetzt, mit wem wir im Ernstfall Seite an Seite stehen.“

Abschlussschießen in Lettland

Ein Leopard 2A6 Kampfpanzer schießt und es tritt ein großer Feuerball aus seiner Kanone aus

Kurz nachdem der Leopard 2A6 des C‑Zuges der 1. Kompanie die Stellung bezogen hat, bricht der erste Schuss

Bundeswehr/PAO EFP

Das große Finale: Am letzten Übungstag blicken dutzende Augenpaare gebannt über das sich vor ihnen öffnende Gelände der Schießbahn. Die Demonstration von Feuerkraft und Präzision ist das abschließende Bild zur gemeinsamen Übung der NATO-Battlegroups Lettland und Litauen.

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Soldaten des Verpflegungstrupps stehen hinter aufgebauten Küchenthermen und geben Essen an wartende belgische Soldaten aus

Zusammen mit dem Spießtrupp kümmert sich der Verpflegungstrupp um die Organisation der Versorgung und die Abstimmung mit der lettischen Küche

Bundeswehr/ PAO EFP
Drei Panzergrenadiere blicken aus den Heckluken ihres Marders 1A3

Ein Teil der Panzergrenadiergruppe bleibt während der Fahrt über der Luke ihres Schützenpanzers und sichert diesen seitlich und nach hinten ab

Bundeswehr/PAO EFP
Zwei Marder 1A3 stehen im Gelände. Ihre Besatzungen stehen auf ihnen und sprechen miteinander

Nach der ersten Übung des Tages sammeln sich die Panzergrenadiere zur Nachbesprechung. Ein Übungstag besteht aus mehreren Übungsdurchläufen, die anschließend analysiert und ausgewertet werden

Bundeswehr/PAO EFP
Ein Panzergrenadier ruht während einer kurzen Gefechtspause im hinteren Kampfraum des Schützenpanzers Marder 1A3

Die Zeit zwischen den Übungsdurchläufen nutzen die Panzerbesatzungen als Ruhephasen. Im hinteren Kampfraum des Schützenpanzers Marder finden sie Schutz vor den widrigen Wetterbedingungen

Bundeswehr/PAO EFP
Zwei Abrams-Kampfpanzer stehen auf der Schießbahn. Ihre Besatzungen tragen Geschosse für die Kanone zum Fahrzeug

Vor dem Übungsschießen ist durch die Kampfpanzerbesatzungen die Munition zu bunkern. Die USUnited States-amerikanischen Abrams-Kampfpanzer haben eine 120 Millimeter-Glattrohrkanone

Bundeswehr/PAO EFP

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von Stefan Gierke

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