Familienzusammenführung in Litauen

Familienzusammenführung in Litauen

  • Einsatz
  • EFP
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
2 MIN

Es war eine eher überraschende Familienzusammenführung bei der Enhanced Forward Presence Battlegroup in Litauen. Ohne sich miteinander abgesprochen zu haben, dienen Vater und Sohn gemeinsam in der 7. Rotation in Rukla. Während der Vater die Poststelle im Einsatz betreut, kümmert sich der Sohn um Lager- und Materialbewirtschaftung.

Zwei Soldaten stehen sich an einem Postschalter gegenüber, der eine Soldat nimmt das Paket des anderen entgegen

Die Arbeit erfüllt ihn mit Zufriedenheit: Hauptbootsmann Jens D. nimmt ein Paket für die Liebsten in der Heimat entgegen

Bundeswehr/Kai Wernecke

Nach achtjähriger Tätigkeit bei der Bundeswehr ist Hauptbootsmann Jens D. inzwischen bei der Deutschen Post angestellt. Als Feldpostler führt er die beiden Welten seines Lebenslaufes regelmäßig zusammen. Der Hauptbootsmann ist als Reservist äußerst einsatzerfahren, er betreut bereits das achte Mal die Poststelle im Einsatz. Als Reservistendienst Leistender war er in fast allen Einsatzgebieten der Bundeswehr im Einsatz. Begonnen hat er 2009 im Kosovo, dieses Mal hat ihn sein Weg nach Rukla in Litauen geführt.

Ganz anders die Vorgeschichte seines Sohnes Gerrit D. Der 29-Jährige dient normalerweise in einer Versorgungskompanie in Thüringen und ist seit mittlerweile gut zehn Jahren bei der Bundeswehr. „Ich bin froh, dass ich seit Beginn meiner Ausbildung zum Unteroffizier heimatnah eingesetzt bin.“ Der Einsatz in Rukla ist sein erster und seine Aufgabe hier entspricht in etwa dem, was er auch zu Hause leistet. Lager- und Materialbewirtschaftung stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit, die sich hauptsächlich im technischen Bereich der multinationalen Versorgungskompanie abspielt. Er nimmt die unterschiedlichen Ersatzteile auf, die zivile Speditionen im Auftrag der Bundeswehr nach Rukla transportieren. „Vom Motor bis zur Unterlegscheibe war schon alles mit dabei“, erzählt er. Ihm fällt die Aufgabe zu, das Material für die Buchhaltung aufzunehmen. Anschließend kann es gezielt an die Truppe verteilt werden.

Was die Tätigkeiten von Gerrit D. und seinem Vater eint? Beide verstehen sich als Dienstleister. Hauptbootsmann Jens D. nimmt die vielen kleinen und großen Pakete sowie die Briefe der Soldatinnen und Soldaten entgegen und sorgt dafür, dass sie zuverlässig und sicher in die Heimat gelangen. „Die Vorstellung, wie sich die Menschen daheim über die Kleinigkeiten ihrer Angehörigen im Einsatz freuen, erfüllt mich mit großer Freude und Zufriedenheit“, berichtet der Hauptbootsmann.

Per Zufall vereint

Ein Soldat sitzt in einem Lager an einem Tisch und prüft einen Lieferschein

Gerrit D. nimmt das angekommene Material entgegen und überprüft, ob auf dem Lieferschein alles korrekt ist

Bundeswehr/Vivien Rosmoity

Dass Vater und Sohn zeitgleich an solch unterschiedlichen Stellen ihren Dienst in und für Litauen verrichten, ist dem Zufall geschuldet. Als Gerrit D. seinen Vater in dessen schleswig-holsteinischer Heimat besucht hat, sind sie im Gespräch ganz überraschend darauf gestoßen: „Mensch, wir gehen gemeinsam nach Litauen!“ Jens D. erzählt von ihrer Reaktion auf diese überraschende Erkenntnis: „Wir mussten beide darüber schmunzeln.“ Hier in Litauen sehen sich die beiden viel häufiger als zuletzt in Deutschland. „In der Regel kommt mein Sohn mich alle paar Monate einmal besuchen. Und hier leben wir jetzt wieder Tür an Tür“, schildert Jens D. die neue Wohnsituation. Diese ist jedoch nicht dem Zufall geschuldet: Die Namensgleichheit ließ den zuständigen Kompaniefeldwebel aufhorchen. „Und natürlich hatte der nichts Besseres zu tun, als uns zwei Stuben nebeneinander zu organisieren“, so die beiden lachend.

Ein Soldat transportiert in mehreren Kartons übereinandergestapeltes Material in ein Lager

Stabsunteroffizier Gerrit D. bringt das eingegangene Material an seinen im Lager vorgesehenen Platz

Bundeswehr/Vivien Rosmoity
von Stephan Wessel

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