EFPEnhanced Forward Presence: Gefechtsübung Raging Leopard

EFPEnhanced Forward Presence: Gefechtsübung Raging Leopard

  • Einsatz
  • EFP
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

Die Enhanced Forward Presence Battlegroup Litauen war auf dem Übungsplatz Pabrade und übte das Gefecht in einem defensiven Szenario. Fähigkeiten sollten verfeinert und verbessert, Einsatzbereitschaft demonstriert werden. Dazu wurden die norwegische und die niederländische Kompanie, verstärkt um einen spanischen Zug mit Leopard 2E, die deutsche Kompanie mit Leopard 2A6 angegriffen. Der Auftrag für die deutschen Soldatinnen und Soldaten: Verzögern und den Vorstoß des Gegners stoppen. Nach Möglichkeit sollten sie einen Gegenstoß führen.

Ein Panzer mit einem Tarnnetz bespannt steht auf sandigem Boden. Das Rohr zeigt in Richtung einer bewaldeten Fläche

Der spanische Leopard 2E unterstützt die niederländischen und norwegischen Kräfte im Gefechtsszenario

Bundeswehr/PAO EFP

Die Übung Raging Leopard auf dem Truppenübungsplatz Pabrade in Litauen gliederte sich grob in zwei Hauptphasen. Die erste Phase der Übung simulierte ein Gefecht zwischen zwei Gegnern, auf der einen Seite dargestellt durch die deutsche Panzerkompanie sowie mechanisierte Infanterie. Die andere Seite setzte sich zusammen aus der norwegischen Panzerkompanie, den niederländischen mechanisierten Infanteristen sowie einem Zug der spanischen Panzerkompanie der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup Lettland.

In diesem ersten Teil wurde die Verzögerung geübt – ähnlich der Zertifizierungsübung Iron Wolf, allerdings lediglich auf Kompanieebene. Dazu war die deutsche Kompanie in der Verteidigungsposition und versuchte, den angreifenden Gegnern den Schwung ihres Vorstoßes zu nehmen. Die zweite Phase der Übung Raging Leopard war ein multinationales Gefechtsschießen. Dieses Schießen der Kampfkompanien demonstrierte die Fähigkeit der Battlegroup, taktische Operationen auf Ebene der Battlegroup mit scharfem Waffeneinsatz durchzuführen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Ein Militärpolizist sperrt die Straße für eine deutsche Militärkolonne. Ein belgischer Militärpolizist steht an der Straße

Ein belgischer Militärpolizist unterstützt beim KfzKraftfahrzeug-Marsch in Richtung des Truppenübungsplatzes Pabrade

Bundeswehr/PAO EFP

Die erste Phase der Übung bedeutet zunächst die zweitägige Verlegung der verschiedenen Kampfkompanien und Verstärkungskräfte nach Pabrade. Während die spanischen Kameradinnen und Kameraden aus Lettland kamen, mussten die Einheiten der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup Litauen ihr Gerät nach einer zweiwöchigen Instandsetzungs- und Vorbereitungsphase aus Rukla nach Pabrade führen. Die schweren Kampfpanzer vom Typ Leopard erreichten dabei mit Schwerlasttransportern über die litauischen Straßen ihr Ziel, einige andere kamen per Bahn. Viele Fahrzeuge gelangten zudem in Kolonnenfahrt im Straßenmarsch auf den Übungsplatz.

Letztlich ist es immer eine besondere logistische Herausforderung: die Verlegung einer ganzen Battlegroup in der relativ kurzen Zeit von knapp 36 Stunden so zu koordinieren und in Marsch zu setzen, dass alle Einheiten sicher und in der richtigen Zeit am befohlenen Ort ankommen – und das unter Nutzung der öffentlichen Straßen und ohne den zivilen Verkehr zu stören. Dies zu gewährleisten war Aufgabe der litauischen Militärpolizei, die dabei von den multinationalen Feldjägerkräften der Battlegroup unterstützt wurde.

Feldübung: Verzögerung mit Gegenstoß

Ein deutscher Panzer fährt auf einer unwegsamen Sandfläche. Ein Soldat schaut aus der Luke

Schützenpanzer Marder 1A3 im schweren Gelände nach Absetzen der Infanterie

Bundeswehr/PAO EFP

Phase 2 begann mit der Feldübung, bei der simuliert zwei Gegner aufeinandertrafen. Dabei hatten die jeweiligen Parteien in Abhängigkeit ihres taktischen Auftrags verschiedene Vorbereitungen zu treffen. Die deutsche Kampfkompanie, in der Verzögerung eingesetzt, bereitete zunächst das Gefechtsfeld vor. Nach der Aufklärung und Bewertung des Geländes wurde es von den Panzerpionieren mit Sperren und Hindernissen so vorbereitet, dass es für den angreifenden Gegner schwierig war, verzugslos voranzukommen. Ziel war es, den Gegner mit den Sperren so zu lenken, dass idealerweise der gegnerische Angriff zum Stehen kommt und dann in den Flanken angegriffen werden konnte.

Der Gegner, hier die Rolle der niederländischen und spanischen Kräfte, versuchet derweil durch Aufklärung das genaue Gegenteil zu erreichen: das Gelände derart aufzuklären und zu erkunden, dass er im Moment des Angriffs nicht von Sperren überrascht wird. Denn ein solcher Vorfall hätte das eigene Vorrücken unmöglich gemacht, der angedachte Angriffsplan wäre wertlos. Dieser sah vor, die gegnerischen Linien zu brechen, mit dem Gegner in Kontakt zu kommen und diesen zu schlagen.

Das Abschlussschießen

Mehrere Kampfpanzer der deutschen Kräfte stehen am Waldrand. Alle zielen in die gleiche Richtung

Die deutschen Kampfpanzer warten am Waldrand auf den Befehl zum Gegenangriff

Bundeswehr/PAO EFP

Nach erfolgter Feldübung schloss sich ein Schießen unter Gefechtsbedingungen an. Vor allem die Besatzungen der Kampfpanzer sollten hierbei unter realen taktischen Szenarien den Einsatz ihrer Waffensysteme weiter optimieren und ihre Einsatzbereitschaft demonstrieren. Damit endeten die Übungsphasen des 9. Kontingents in Litauen und die Einheiten bereiten sich parallel zum Eintreffen des 10. Kontingents darauf vor, die Rückverlegung nach Deutschland zu beginnen. Dieses überlappende Vorgehen stellt die jederzeitige Einsatzbereitschaft der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup sicher.

von Norman Wald

Mehr zum Thema