Nachschub für die Kampftruppe – Logistiker üben bei EFPEnhanced Forward Presence

Nachschub für die Kampftruppe – Logistiker üben bei EFPEnhanced Forward Presence

  • Einsatz
  • EFP
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

Die Annahme der Übung lautet: Der Gegner wurde im simulierten Verzögerungsgefecht erfolgreich abgewehrt. Die eigene Aufklärung hat ergeben, dass der Gegner seine Kräfte neu organisiert. Diese Gefechtspause nutzt die EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup Litauen, um Personal und Fahrzeuge mit Verpflegung, Betriebsstoffen und Munition zu versorgen. Zu diesem Zweck hat die deutsche Panzerkompanie einen geeigneten Raum im Wald von Gaižiŭnai erkundet und eingerichtet.

Zwei Soldaten sind auf einem Panzer im Wald und bekommen ihre Verpflegung von einem weiteren Soldaten, der neben einem Lkw steht

An der ersten Station erhalten die Truppen auf den Kampfpanzern ihre Verpflegung

Bundeswehr/Christian Kuhrt

Ohne rechtzeitige Anschlussversorgung können die Kampftruppen ihren Auftrag nicht dauerhaft erfüllen. Mit anderen Worten: Wird das Essen, der Kraftstoff oder die Munition knapp, hat die Truppe ein Problem. Aus diesem Grund muss die entsprechende Logistik sorgfältig geübt werden. Vor der Praxis kommt dabei zunächst einmal die Theorie: Mithilfe eines Geländesandkastens wird den Teilnehmenden der Übung der genaue Ablauf vom Kompaniechef  dargestellt.
Anschließend geht es ins Feld: Jetzt führt die Versorgungs- und Unterstützungskompanie der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup auf dem Truppenübungsplatz Gaižiŭnai während eines simulierten Gefechts eine Lehrvorführung durch. Auf diese Weise wird den Soldatinnen und Soldaten des multinationalen Verbandes veranschaulicht, wie eine Panzertruppeneinheit innerhalb kürzester Zeit mit Versorgungsgütern ausgestattet werden kann – um anschließend wieder zügig ins Gefecht zurückzukehren.

Gute Vorbereitung ist alles

Zwei Soldaten mit bunten Flaggen im Wald

Das Team erkundet den Versorgungspunkt und markiert mit Flaggen die Abstellplätze der Fahrzeuge

Bundeswehr/Bundeswehr/Kurt Basler

Es geht los: Die Kampfkompanie meldet per Funkspruch den benötigten Bedarf an Betriebsstoff, Munition und Verpflegung an die Versorgungs- und Unterstützungskompanie. Gleichzeitig erkundet der Materialbewirtschaftungsfeldwebel der Kampfkompanie einen vorher auf der Karte ausgewählten Raum. Er prüft, ob dieser für einen Versorgungspunkt geeignet ist. Zusammen mit einem weiteren Soldaten erkundet der Materialbewirtschaftungsfeldwebel ein Waldstück, das nah genug am Ort des Geschehens ist. Es ist wichtig, dass die Panzer keine zu langen Wege zurücklegen müssen.

Nachdem der Raum für geeignet befunden wurde, markieren die Soldaten einzelne Abstellplätze mit Flaggen für die verschiedenen Arten der Versorgungsgüter. Die grüne Flagge steht beispielsweise für Verpflegung. In der Zwischenzeit wird festgelegt, welches Fahrzeug wann welche Menge an Versorgungsgütern erhält. Dabei halten alle Beteiligten ständig Verbindung über Funk. Der zuständige Offizier, der die Übung maßgeblich geplant hat, erklärt: „Gute Vorbereitung ist bei so einem Unternehmen das A und O, damit alles reibungslos abläuft und jeder weiß, was er wann zu tun hat.“

Boxenstopp im Wald

Ein Panzer mit geöffneter luke steht im Wald

Kreidemarkierungen am Turm des Kampfpanzers informieren über die zu empfangenden Mengen an Betriebsstoff und Munition

Bundeswehr/Kurt Basler

Jetzt geht alles zügig vonstatten: Die Fahrzeuge der Versorgungs- und Unterstützungskompanie werden von der Battlegroup in Marsch gesetzt und nehmen die ihnen zugewiesenen Positionen ein. In Windeseile haben die Soldatinnen und Soldaten im Wald eine Versorgungsstraße aufgebaut. Kaum fertig, rollen bereits die Kampfpanzer an den vereinbarten Versorgungspunkt heran. Erste Anlaufstation ist der Kompaniefeldwebel, der Spieß, mit seinem LkwLastkraftwagen. Er versorgt die Besatzungen mit Verpflegung.

Ein Lkw mit einem Tank für Kraftstoff und Zapfanlage steht im Wald

Am Versorgungspunkt für Betriebsstoffe steht ein LkwLastkraftwagen mit mobilem Tankcontainer bereit und versorgt die Kampfpanzer mit Kraftstoff

Bundeswehr/Christian Kuhrt

Die nächste Station versorgt die Fahrzeuge mit Betriebsstoff. Die Besatzung des Tankfahrzeugs erwartet die Kampfpanzer bereits. Damit es schnell geht, wurden die zugeteilten Mengen an Kraftstoff und Munition gut sichtbar mit Kreide auf die Türme der Panzer geschrieben. Der Tankwagen ist mit einer leistungsfähigen Pumpe ausgestattet. Diese schafft es, zwei Fahrzeuge gleichzeitig mit jeweils 100 Litern pro Minute beziehungsweise ein Fahrzeug mit 200 Litern pro Minute zu betanken. Anschließend geht es weiter zur Station, die Munition ausgibt. Für kleinere Reparaturen, die vor Ort erledigt werden können, stehen am Ende der Einbahnstraße zudem die Soldatinnen und Soldaten des Gefechtsschadeninstandsetzungstrupps bereit.

Das geschilderte Vorgehen ermöglicht es, Fahrzeuge und Besatzungen einer kompletten Kampfkompanie in weniger als einer Stunde mit allen benötigten Versorgungsgütern zu versorgen, sodass diese ihr Gefecht fortsetzen können. Major Ernst L. erklärt nach Ende der Übung zufrieden: „Uns ging es heute darum, unseren multinationalen Kameradinnen und Kameraden die Einsatzgrundsätze der Bundeswehr zum Durchführen von Versorgungsmaßnahmen zu demonstrieren. Dieses Ziel ist meiner Ansicht nach voll erreicht worden.“

Soldaten reichen Patronen für die Bordkanone von einem Lkw zu einem Panzer herüber

Übergabe von Munition für die Bordkanone des Kampfpanzers

Bundeswehr/Kurt Basler
von Christian Kuhrt

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