Feuer frei bei EFPEnhanced Forward Presence: Leoparden im scharfen Schuss

Feuer frei bei EFPEnhanced Forward Presence: Leoparden im scharfen Schuss

  • Einsatz
  • EFP
Datum:
Ort:
Litauen
Lesedauer:
3 MIN

Die Soldatinnen und Soldaten der Enhanced Forward Presence Battlegroup Litauen stellen während des Übungsschießens „Vigilant Leopard“ ihre Treffsicherheit eindrucksvoll unter Beweis. 250 Soldatinnen und Soldaten der Panzertruppe sowie Panzergrenadiere aus Deutschland, den Niederlanden und Norwegen unterziehen sich dabei auf dem Truppenübungsplatz in Pabrade einem komplexen Trainingsprogramm und bringen ihre Kampfpanzer Leopard sowie Schützenpanzer vom Typ Marder gekonnt zum Einsatz.

Soldaten tarnen mehrere Kampfpanzer Leopard 2A6 mit Nadelzweigen und weißer Farbe

Mit der richtigen Tarnung wird sogar der drei Meter hohe Kampfpanzer Leopard 2A6 so gut wie unsichtbar

Bundeswehr/PAO EFP

Es ist noch früh am Morgen, als die Soldatinnen und Soldaten zu ihren Gefechtsfahrzeugen aufbrechen. Das erste Tageslicht durchstößt den dichten Nebel und enthüllt die tonnenschweren Kolosse aus Panzerstahl. Bevor es losgeht, werden die Kampf- und Schützenpanzer getarnt. Die Gefechtsfahrzeuge sollen trotz ihrer Größe mit der natürlichen Umgebung verschmelzen. Zu diesem Zweck bringen die Besatzungen immergrüne Nadelzweige an ihren Kettenfahrzeugen an. Zusätzlich wird mit weißen Stoffbändern und weißer Farbe eine leichte Schneeschicht imitiert. Während die Soldatinnen und Soldaten die Kampf- und Schützenpanzer vorbereiten, erhalten die kommandierenden Offiziere eine Einweisung in die bevorstehende Übungslage: Es gilt, einen angreifenden Panzerfeind über mehrere Stunden aufzuhalten.

Volle Konzentration trotz klirrender Kälte

Ein Soldat liegt im Wald im Schnee und sucht durch das Zielfernrohr das Gelände nach Feinden ab

Ein niederländischer Panzergrenadier mit seinem Sturmgewehr HK417 im Anschlag

Bundeswehr/PAO EFP

Niederländische Panzergrenadiere sowie norwegische Kampf- und Schützenpanzer haben an der vordersten Verteidigungslinie Stellung bezogen. Sie beobachten aufmerksam das vor ihnen liegende Gelände. Ziel ist es, den anrückenden Feind möglichst frühzeitig zu entdecken – und das im dichten Nebel.  

Trotz Temperaturen von knapp unter dem Gefrierpunkt sowie eisigem Wind harren die Soldatinnen und Soldaten in ihren Stellungen aus. Plötzlich bemerkt einer der Panzergrenadiere, dass sich am gegenüberliegenden Waldrand etwas bewegt. Zuerst nur schemenhaft und dann immer klarer erkennt er feindliche Fahrzeuge im Nebel. Sofort gibt er die Information über Funk weiter. Durch ihre Zieloptiken erkennen alle Panzergrenadiere, dass sich weitere Panzer auf ihre Stellungen zubewegen. Über Funk weist der Zugführer allen ihre Ziele zu. Jetzt kommt es auf die Treffsicherheit an.

Die Kavallerie rückt an

Vier norwegische Kampfpanzer fahren auf dem Truppenübungsplatz Pabrade hintereinander in Kolonne über einen schneebedeckten Weg

Norwegische Kampfpanzer auf dem Truppenübungsplatz Pabrade: Der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partner nutzt den Leopard 2A4

Bundeswehr/PAO EFP

„Alle bereit? Feuerüberfall auf mein Kommando“, funkt der Zugführer an seine Panzergrenadiere. „Feuer!“, ruft er in sein Funkgerät. Alle Panzergrenadiere eröffnen gleichzeitig das Feuer. Der Gegner nimmt zahlenmäßig immer mehr zu. Auch Kampfpanzer nähern sich den Stellungen der Panzergrenadiere. Jetzt ist klar, dass der Gegner mit Schwerpunkt die niederländische Kompanie angreift. Den niederländischen und norwegischen Kompanien gelingt es gemeinsam, den Gegner aufzuhalten. Das Bataillon geht in eine bewegliche Verteidigung über. Mit einem tiefen Grollen erwachen die 1.500 PS starken deutschen Kampfpanzer zum Leben. Seite an Seite mit den Panzergrenadieren gehen sie in Stellung und bereiten sich darauf vor, die eigenen Kameradinnen und Kameraden aufzunehmen und den Feind zum Stehen zu bringen.

„Als Zugführer und Panzerkommandant kommt es mir jetzt darauf an, dass wir mit den Panzergrenadieren als Einheit funktionieren“, erklärt Hauptfeldwebel Thomas S. Kurze Zeit später haben die Leoparden die befohlene Stellung erreicht. Sofort beginnen sie, gegnerische Panzer zu bekämpfen. Zeitgleich rennen die Panzergrenadiere aus ihren Schützengräben zu ihren Schützenpanzern. Zügig steigen sie ein, bringen ihre Handwaffen über die Bordwand in Anschlag und weichen in die nächsten Auffangstellungen aus.

Geballte Feuerkraft

Der Kampfpanzer Leopard 2A6 feuert aus seiner schneebedeckten Stellung, am Rohr eine meterlange Flamme

Der Kampfpanzer Leopard 2A6 kann bis zu 42 Geschosse mit sich führen, davon sind 15 griffbereit im Turm gelagert

Bundeswehr/PAO EFP

Jetzt sind Kampfpanzer die Hauptträger des Gefechts. Trotz ihrer 62 Tonnen sind sie hoch mobil und können mit ihrer 120-Millimeter-Kanone den Gegner bis auf knapp 4.000 Meter wirksam bekämpfen. Mit ihren Geschossen sind sie in der Lage, jegliche Fahrzeugpanzerung zu durchschlagen und hindern den Feind am Vormarsch. Zusätzlich spielt ihnen in die Hände, dass die Feindpanzer nun über offenes Gelände angreifen müssen.

Es gilt die Devise „Feuer und Bewegung“. Dabei bilden die deutschen Leoparden den Amboss, um den Feind zu binden, während die norwegischen Kräfte den Feind in der Flanke angreifen. Die Leoparden zielen und geben einen treffsicheren Schuss ab. Sofort fährt der Kampfpanzer in die nächste Feuerstellung. Mit vereinten Kräften gelingt es, einen gegnerischen Kampfpanzer nach dem anderen zu vernichten.

Dann ist es geschafft! Der Gegner zieht sich zurück. Oberstleutnant Peer Papenbroock, Kommandeur der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup Litauen, ist zufrieden: „Dieser Erfolg ist dem Zusammenspiel von Panzern und Panzergrenadieren zuzuschreiben. Die Soldatinnen und Soldaten der Battlegroup haben bewiesen, dass sie nationenübergreifend eine Einheit bilden und damit den Erfolg im Gefecht sichern.“

von Sascha Klenk

Mehr zum Thema