Panzerschießen in Litauen: Zielbau-Anlage eingeweiht

Panzerschießen in Litauen: Zielbau-Anlage eingeweiht

  • Einsatz
  • EFP
Datum:
Ort:
Litauen
Lesedauer:
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Optimale Trainingsmöglichkeiten auf den Truppenübungsplätzen: Für die Enhanced Forward Presence Battlegroup Litauen sind sie Voraussetzung für eine fordernde Ausbildung. Auf einer Schießbahn bei Pabrade wurde deshalb eine hochmoderne Anlage zur Zieldarstellung in Betrieb genommen – ein deutsch-litauisches Gemeinschaftsprojekt. Neben dem Oberbefehlshaber der litauischen Streitkräfte, Generalleutnant Valdemaras Rupšys, waren der Befehlshaber der litauischen Landstreitkräfte, Brigadegeneral Raimundas Vaikšnoras, und der Kommandeur des litauischen Ausbildungskommandos, Brigadegeneral Mindaugas Steponavičius, vor Ort.

Munition wird von einem Lkw auf einen Kampfpanzer umgeladen

Der Kampfpanzer Leopard 2 wird mit Munition versorgt

Bundeswehr/Christian Kuhrt

9:57 Uhr Ortszeit: Auf der modernen Schießbahn bricht der erste Schuss. Es ist der Kampfpanzer Leopard 2A6 des Panzerbataillons 104 aus Pfreimd, der die neue Zielbauanlage einweiht. Im Frühjahr dieses Jahres installiert, ist sie die modernste Anlage ihrer Art auf einem Truppenübungsplatz im Baltikum. Die neue Anlage wurde nach einer europaweiten Ausschreibung von einem skandinavischen Hersteller geliefert und installiert. In Kürze werden weitere mobile Einheiten zur Zieldarstellung geliefert. Dabei unterstützt Deutschland Litauen im Rahmen einer strategischen Partnerschaft schon seit längerer Zeit bei der Modernisierung und Ausrüstung seiner Streitkräfte. Generalleutnant Rupšys freut sich, dass „die Anlage hier in Pabrade dank der Unterstützung unseres NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partners realisiert wurde und wir hier optimale Trainingsmöglichkeiten vorfinden.“

Eine unberechenbare Übung

Eine heruntergeklappte Panzerzielscheibe auf einem Truppenübungsplatz

Flexibel und mobil: Über 40 verschiedene Positionen zur Zieldarstellung sind möglich

Bundeswehr/Christian Kuhrt

Die Besonderheit der Anlage sind die flexiblen Einsatzmöglichkeiten der Klappfallscheiben. Im Gegensatz zu den bisher verwendeten statischen Klappfallscheiben treten die Ziele für die übende Truppe in der Gefechtssituation jetzt komplett unberechenbar auf. Dabei werden die Scheiben aus über 40 verschiedenen Positionen flexibel und mobil zur Zieldarstellung eingesetzt. Dank eines mobilen Steuerungsgerätes und Digitalfunk können sie einzeln angesteuert werden. Zwei spezielle Anlagen auf dem Gelände sind zudem durch ein Schienensystem beweglich und können so fahrende Panzerziele darstellen. Die Trefferanzeige erfolgt ebenfalls über Digitalfunk, wodurch eine unmittelbare Erfolgskontrolle möglich ist. „Wir haben hier ausgezeichnete Übungsbedingungen für die litauischen und alliierten Soldatinnen und Soldaten“, so Brigadegeneral Steponavičius, dem der Übungsplatz untersteht.

Hoher heimischer Standard 

Eine Schienenbahn mit einem beweglichen System zur Zieldarstellung, links eine Mauer

Auch fahrende Panzerziele sind dank eines beweglichen Schienensystems darstellbar

Bundeswehr/Christian Kuhrt

Mit seinen Schießbahnen bietet der Truppenübungsplatz Pabrade optimale Voraussetzungen zum Üben unterschiedlicher Gefechtsszenarien. Genutzt werden können die Anlagen sowohl von Kampfpanzern als auch von Infanterietruppen - sowohl auf den Schützenpanzern als auch zu Fuß im Geländekampf. Auf der modernisierten Schießbahn ist der scharfe Schuss mit Kampfpanzern aus vorbereiteten Stellungen sowie aus der Bewegung möglich. Die maximale Kampfentfernung beträgt dabei über 3.000 Meter. Für Oberstleutnant Peer Papenbroock, Kommandeur der Battlegroup, steht fest: „Die neue Schießbahn ist anspruchsvoll, vergleichbar mit unseren heimischen Truppenübungsplätzen. Sie fordert Übersicht, Geländeausnutzung, Flexibilität und Präzision im Feuerkampf. Auf diese Weise wird der Stand der Ausbildung auf einem hohen Niveau gehalten.“

von Christian Kuhrt

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