Enhanced Forward Presence: Kraftstoff für den Marder

Enhanced Forward Presence: Kraftstoff für den Marder

  • Anerkannte Missionen
  • EFP
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

Kraftstoff, Munition, Verpflegung und Wasser – das braucht die Truppe, um den Kampf fortsetzen zu können. Wie die Panzergrenadier- und Infanteriezüge der multinationalen Battlegroup der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission Enhanced Forward Presence (EFPEnhanced Forward Presence) im Baltikum gefechtsmäßig versorgt werden, das übt die CSSCoy auf dem Übungsplatz nahe der Kaserne im litauischen Rukla.

Auftanken im laufenden Gefecht

EIn deutser Soldat betankt einen Marder mit Kraftstoff.

Kraftstoff für den Marder: Ein deutscher Soldat der multinationalen CSSCoy betankt einen Schützenpanzer Marder mit Diesel.

Bundeswehr/David Nolte

Vier Schützenpanzer kommen aus dem nahen Wald herangefahren. Gedeckt durch eine Baumgruppe stehen auf einer Betonfläche mehrere LkwLastkraftwagen bereit: Einer trägt einen Tank-Container auf der Ladefläche, die anderen sind mit Munition, Verpflegung und Wasser beladen.

Drei Schützenpanzer gehen in Stellung und sichern in alle Richtungen, der vierte fährt an den Versorgungspunkt. Schlauch raus, Kraftstoff zapfen. Keine fünf Minuten dauert es, dann ist der Marder vollgetankt und der nächste ist dran.

Auf dem Truppenübungsplatz Gaiziūnai bei Rukla übt die multinationale Versogungskompanie (CSS Coy) der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup die gefechtsmäßige Versorgung einer Panzergrenadierkompanie.

In 90 Minuten ist eine Kompanie versorgt

Ein Raum mit neun bis zwölf Quadratkilometern Ausdehnung braucht eine Versorgungskompanie, um ihren Versorgungspunkt für ein Panzergrenadierbataillon aufzubauen und von dort die erforderlichen Versorgungsgüter für die Fortsetzung des Kampfes bereitzustellen.

Ganze Panzergrenadierzüge müssten sich dann gegenseitig sichern, damit währenddessen ein Zug versorgt werden kann, erklärt Hauptmann Lukas P., der Kompaniechef der multinationalen Einheit in Litauen. Sie unterstützt die kämpfende Truppe mit Transportleistungen und versorgt sie im Gefecht. Ohne sie wären die beiden Panzergrenadierkompanien aus Deutschland und Norwegen sowie die beiden Infanteriekompanien aus Belgien und den Niederlanden im Gefecht nicht durchhaltefähig. 90 Minuten braucht die CSSCoy, um eine Kampfkompanie unter diesen Bedingungen versorgen zu können.

Ein Soldat bewacht einen abgestellten LKW

Kein Fahrzeug darf unbewacht abgestellt werden.

Bundeswehr/David Nolte

Die Unterschiede sind manchmal groß

Die deutschen Logistiker unterscheiden bei der Versorgung verschiedene logistische Ebenen: Auf Ebene 1 der Einsatzlogistik, versorgt zum Beispiel die zum Panzergrenadierbataillon gehörende Stabs- und Versorgungskompanie die Kampfkompanien selbst. Auf Ebene 2 versorgen die Versorgungskompanien des Versorgungsbataillons der Brigade deren Bataillone. Die Brigade wird wiederum durch die Ebene 2 der Basislogistik im Einsatzgebiet versorgt. Die CSSCoy der EFPEnhanced Forward Presence-Battlegroup muss jedoch flexibler sein, denn in einer multinationalen Mission sind die nationalen Unterschiede manchmal groß.

Die logistischen Ebenen sind nicht immer multinational abgebildet, erklärt Hauptmann P.“ „Teilweise verfügen die multinationalen Kampfkompanien nicht über eine Logistikebene 1. Das heißt, sie haben Instandsetzer für ihre Fahrzeuge, aber keine Transportmöglichkeiten.“" Die Kompanien haben viele unterschiedliche Gefechtsfahrzeuge: deutsche Marder, norwegische Combat Vehicles 90, niederländische Boxer, belgische Piranhas, deutsche und niederländische Fennek.

Plötzlich bleibt ein Panzer liegen

Zwei Soldaten bereiten einen Panzer zum Abschleppen vor.

Die Panzergrenadiere befestigen Abschleppstangen am Heck ihres ausgefallenen Schützenpanzers.

Bundeswehr/David Nolte

Mit Vollgas rauschen die Marder wieder davon, hinein in den dichten Wald in ihre Stellungen. Doch auf dem Weg fällt plötzlich ein Schützenpanzer aus. Per Funk setzt der Zugführer die Meldung ab, die anderen Marder zu sichern. Mit einem für die Instandsetzung von Großgerät ausgerüsteten Dingo rückt ein Instandsetzungstrupp heran.“ „Das ist im Prinzip ein Werkstattauto“, „sagt Hauptmann P.

Kann der Panzer nicht sofort wieder flottgemacht werden, muss er mit dem Bergepanzer Büffel zum Sammelpunkt für beschädigtes Material geschleppt werden.

Es hilft nur eins: Alle Kräfte multinational zusammenfassen

„Was nicht innerhalb einer Stunde repariert werden kann, wird an die logistische Ebene 2, also die CSSCoy übergeben““, sagt P. Acht bis zehn Stunden Instandsetzungszeit sind dort vorgesehen. „Alles, was länger dauert, wird abgesteuert“, „erklärt der Kompaniechef. Drei Züge hat die CSSCoy im litauischen Rukla – einen Transportzug, einen Instandsetzungszug und einen Umschlagzug – insgesamt 148 Soldaten.“ „Die einzige Möglichkeit, die vier Kampfkompanien der Battlegroup durchhaltefähig zu versorgen, ist es, alle Kräfte multinational zusammenzufassen“, erklärt Hauptmann Lukas P.

Die Pannenhelfer stehen bereit

Damit das alles klappt, muss gemeinsam geübt werden. „Ich sehe das als Bereicherung für alle Soldaten“, sagt Hauptmann P. „Den ganzen Tag auf Englisch zu arbeiten und das Prozedere der anderen kennenzulernen, bringt sie enorm weiter.“ Nach vier Monaten gemeinsamen Einsatzes in der Temporary Logistic and Support Area nahe Rukla sind die Soldaten fit. Nun geht es im Landmarsch nach Pabrade auf den Übungsplatz. Dort wird die Landes- und Bündnisverteidigung geübt. Fällt auf dem Weg dorthin ein Gefechtsfahrzeug aus, stehen wieder die Pannenhelfer bereit.

von Karsten Dyba

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