Gefecht der Panzergrenadiere - Multinationale Übung in Litauen

Gefecht der Panzergrenadiere - Multinationale Übung in Litauen

  • Anerkannte Missionen
  • EFP
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN
Soldat im Panzer

Der Kommandant des Schützenpanzer Marder überwacht das Gelände.

Die Magazine sind geladen, Maschinengewehrgurte eingelegt, Minen vergraben und die Gesichter angespannt. Ein Zug Panzergrenadiere hat sich zur Verteidigung eingerichtet und überwacht das vor ihm liegende Gelände. „Das bewaldete Gelände ist prinzipiell günstig für uns, aber manche Abschnitte stellen uns vor neue Herausforderungen“, meint Oberleutnant Florian R., Zugführer des Delta-Zuges. „Die zahlreichen Waldwege sind wie Autobahnen. Hier kann der Feind schnell vorstoßen. Das müssen wir verhindern.“ Dafür bekommt der Oberleutnant internationale Unterstützung. Soldaten aus sechs Nationen üben bei „Eager Leopard“ miteinander.

Der Feind nähert sich

Soldat mit Gewehr

Abgesessener Panzergrenadier mit dem MG5.

Die niederländischen Pioniere haben in der Nacht Panzerabwehrminen auf den Waldstraßen vor den Stellungen der Panzergrenadiere verlegt. „Die Zusammenarbeit mit den anderen Nationen klappt sehr gut“, so der Zugführer. Mit Hilfe dieser Minen ist der Delta-Zug gut für die zeitlich begrenzte Verteidigung vorbereitet. Dennoch sind die Soldaten angespannt: Werden sie dem Feinddruck lange genug standhalten? Wie werden die feindlichen Kräfte angreifen? So wie sie es alle erwarten? Diese 36-Stunden-Übung wird es zeigen.

Erste Fahrzeuggeräusche ertönen tief aus dem Wald. Aufmerksam lauscht der Zugführer in seinem Schützenpanzer Marder am Funk nach ersten Feindmeldungen. Das dumpfe Grollen von schweren Gefechtsfahrzeugen wird lauter. Der Feind nähert sich, doch er ist noch immer nicht zu sehen. Da ist er! Ein feindliches Transportfahrzeug Boxer biegt um die Kurve des Waldweges und steht nur 100 Meter vor dem eigenen Panzer.

Feuer frei

Schützenpanzer im Wald

Der Schützenpanzer Marder feuert mit seiner 20 Millimeter Kanone.

„12 Uhr, 100m, Transportpanzer, Richtschütze – AP Feuer frei.  Kraftfahrer – Motor an, fertigmachen zum Stellungswechsel.“ weist der Kommandant seine Besatzung im Schützenpanzer Marder noch im selben Augenblick an. Der Turm dreht sich in Richtung des feindlichen Boxers und schießt mit panzerbrechender Munition seines 20 Millimeter Geschützes auf ihn. Dem Feind ist es inzwischen gelungen, die angelegte Minensperre weiträumig zu umgehen und so den Delta-Zug zu überraschen. Die abgesessenen Panzergrenadiere unterstützen sofort den Schützenpanzer im Kampf.

Ein Fall für die Panzergrenadiere

Bewaffnete Soldaten im Wald

Panzergrenadiere mit dem Sturmgewehr G36 und der Panzerfaust 3.

Bundeswehr

Die Panzergrenadiere sind für den Kampf gegen gepanzerte Fahrzeuge mit der Panzerfaust 3 ausgestattet. Nicht nur im bewaldeten Gelände müssen sie sich untereinander koordinieren können. Auch das Zusammenspiel mit dem eigenen Schützenpanzer stellt die Soldaten vor besondere Herausforderungen. Jeder Panzergrenadier trägt eine Ausrüstung, die zusammen mit den Waffen zwischen zwanzig und dreißig Kilogramm wiegt. Trotz des Gewichts und des schwierigen Geländes müssen die Soldaten mit dem Schützenpanzer mithalten. Marder und Grenadiere kämpfen Seite an Seite.

Stellungswechsel

Schützenpanzer in Fahrt

Der Schützenpanzer Marder auf dem Weg zu seiner neuen Stellung.

Trotz starker Gegenwehr rückt der Feind weiter auf die Panzergrenadiere vor. Über Funk erhält der Zugführer deshalb den Befehl, in eine neue Stellung zu wechseln. Von dort aus können Kampfpanzer die Panzergrenadiere unterstützen. „Alle aufsitzen“, ruft der Zugführer seinen Soldaten zu. Die Heckklappe des Schützenpanzers klappt herunter und die Soldaten steigen in den Panzer. Sofort öffnen die Panzergrenadiere die Dachluken und bringen ihre Waffen in Anschlag. Ab jetzt kämpfen sie aufgesessen von ihrem Marder aus. Dadurch sind die Panzergrenadiere hochbeweglich und halten auch in schwierigem Gelände mit den Fahrzeugen der anderen Nationen mit.

Zusammenarbeit gestärkt

In der 36-Stunden-Übung stellten die Soldaten der Enhanced Forward Battlegroup eindrucksvoll ihre Fähigkeiten unter Beweis. „Die Übung war ein Erfolg, wir habe alle gesteckten Ausbildungsziele erreicht. Somit ist die Battlegroup für die Abschlussübung im Juni gut gerüstet. Die Unterstützung durch spanische und slowenische Kräfte aus der Battlegroup in Lettland hat die länderübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Enhanced Forward Presence Mission weiter gestärkt“, so Oberstleutnant Peer Papenbroock, Kommandeur der Battlegroup in Litauen.

von Sascha Florian Klenk

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