Die Jägertruppe übt

Mit dem GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer im Gelände in der Slowakei

Mit dem GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer im Gelände in der Slowakei

  • Anerkannte Missionen
  • eVA
Datum:
Ort:
Lešť
Lesedauer:
3 MIN

Ob auf Waldwegen, Sandpisten oder anderen Oberflächen: Das Gepanzerte Transport-Kraftfahrzeug (GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug) Boxer  kommt mit schwierigem Terrain zurecht. Doch auch wenn das Fahrzeug über einen Allradantrieb verfügt, müssen die Fahrerinnen und Fahrer in der Lage sein, das Leistungsvermögen des Fahrzeuges richtig einzuschätzen, um den richtigen Weg zu finden.

Der Fahrzeugkommandant und sein Ausbilder fahren über der Luke auf einem GTK Boxer

Der Fahrzeugkommandant führt seinen Kraftfahrer und gibt Anweisungen. Ein Ausbilder begleitet ihn und korrigiert, falls nötig.

Bundeswehr/Florian Kruth

Ob unterschiedliche Witterungsbedingungen oder in Stresssituationen: Damit die Fahrerinnen und Fahrer immer und überall sicher fahren können, finden regelmäßig Übungen statt. Die  Weiterbildungen und Übungen für die Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer von Militärfahrzeugen bei der enhanced Vigilance Activities Multinational Battlegroup Slowakei (eVAenhanced Vigilance Activities MN BG SVK) finden regelmäßig auf einem Militärgelände in Lešť statt. Das Areal bietet neben Tälern und Hügeln viele Wegstrecken mit unterschiedlichen Untergründen und Beschaffenheiten. Der Übungsleiter an diesem Tag ist Stabsfeldwebel Siegfried A. Er findet sich zu Beginn des Ausbildungstages gemeinsam mit 40 Soldatinnen und Soldaten auf einer Parkfläche oberhalb der Strecke ein. Ihm ist es wichtig, dass die Soldatinnen und Soldaten alles selber ausprobieren und ihr eigenes Können testen.

„Kraftfahrer Marsch“

Zwei GTK Boxer kommen mit einem Abstand von zirka 100 Metern zueinander über einen Sandweg herangefahren

Nach dem zurückgelegten Anstieg ist die abschüssige Abfahrt auf dem Feldweg eine der leichteren Aufgaben

Bevor es losgeht, gibt Stabsfeldwebel Siegfried A. den Soldatinnen und Soldaten eine Einweisung in das Übungsvorhaben und in die Sicherheitsauflagen. Auch weist er sie nochmals auf Besonderheiten hin, die für das Befahren von Hindernissen wie Hügel oder Brücken bestehen: „Denkt an den bekannten Merksatz: gleicher Gang rauf wie runter.“ Sollte die Fahrerin oder der Fahrer versuchen, beim Überwinden eines solchen Hindernisses den Gang zu wechseln, kann sie oder er unaufmerksam werden oder auch dafür sorgen, dass das Fahrzeug das Hindernis nicht bewältigen kann.

Nach der Einführung durch den Stabsfeldwebel steigen alle in ihre Fahrzeuge und starten die Motoren. Die ersten Abschnitte der Strecke sind durch viele Bodenwellen, Einschnitte in der Fahrbahn und kleinere Hügel geprägt.

Jetzt ganz langsam

Ein Soldat steht auf einer schmalen Rampe und gibt dem Kraftfahrer eines GTK Boxer Handzeichen

Ein Fahrzeugkommandant gibt dem Kraftfahrer Handzeichen, um ihn über eine Rampe zu navigieren

Bundeswehr/Florian Kruth

Danach folgt eine längere Strecke auf teilweise sehr staubigen Sandwegen. Da es die letzten Tage sehr warm war, sind die Wege so trocken, dass die schweren Fahrzeuge Staub aufwirbeln. Sobald diese Passage überwunden ist, folgt ein kleines Waldstück mit einem Hügel. Der Untergrund besteht wieder aus festem Sand und stellt keine größeren Herausforderungen für die Fahrerinnen und Fahrer und ihre Fahrzeuge dar.

Nach einer längeren Abfahrt folgt das nächste Hindernis: eine schmale zweispurige Rampe. Anders als bei den vorherigen Abschnitten kommt es hier nicht auf die Geschwindigkeit an, sondern vielmehr auf die genaue Kommunikation, da die Rampe nur unwesentlich breiter als die Spurbreite der GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ist. Größere Lenkbewegungen sollten vermieden werden. Ein Vorläufer koordiniert mit Handzeichen die Fahrmanöver der Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer. Nach diesem Hindernis geht es weiter über Bodenwellen sowie ansteigende und wieder abfallende Hügel. Die Runde endet schließlich wieder auf der Parkfläche.

Die Dämmerung setzt ein

Bei Dämmerung fährt ein Lkw auf staubiger Straße hinter einem GTK Boxer

Die Dämmerung und die Staubentwicklung auf sandigem Boden erschweren die Sicht für Kommandanten und Kraftfahrer

Bundeswehr/Florian Kruth

Nach einer kurzen Pause beim Abendessen machen sich 20 Soldatinnen und Soldaten erneut auf den Weg zum Übungsplatz. Diesmal ist auch der Kompaniechef, Hauptmann Friedrich K., mit dabei. Im nun folgenden Übungsabschnitt geht es darum, mit den Fahrzeugen bei Dämmerung und Dunkelheit zu fahren. 

Die Strecke ist bekannt, jedoch sehen die Hindernisse etwas anders aus. Wie tagsüber auch wird der trockene Sand aufgewirbelt. Bei zunehmender Dunkelheit zieht der Staub in dichten Wolken auf. Die stark beeinträchtigten Sichtverhältnisse stellen eine Herausforderung für die Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer dar. Der erste Übungsdurchgang bei Dämmerung wird genutzt, um für diese Situation ein Gefühl zu bekommen. Außerdem werden mögliche Routen und Wege identifiziert, die auch bei vollständiger Dunkelheit erkennbar sind. Abschließend soll die Strecke unter Zuhilfenahme von Nachtsichtgeräten bewältigt werden.

Die Dunkelheit ist da

Nach Hereinbruch der Nacht erklärt Stabsfeldwebel Siegfried A. der Übungsgruppe noch einmal kurz die Handhabung der Nachtsichtgeräte. Zwar ist es möglich, die Sehstärke der Optiken auf die persönlichen Erfordernisse einzustellen, doch gibt es eine Besonderheit, wie Oberstabsgefreiter Paul H. weiß: „Effektiv ist es, beide Optiken des Nachtsichtgerätes unterschiedlich einzustellen – eine Seite für nahe Objekte und die andere Seite für die Ferne.“ Diese Handhabung erfordert allerdings eine Menge Konzentration. Alle Fahrerinnen und Fahrer schaffen es trotzdem, die Hindernisse zu bewältigen. Am Ende hat die Übungsgruppe die Geländefahrt bei Nacht erfolgreich absolviert. „Ziel der Übung war es, die Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer in die Lage zu versetzen, dass sie zur Tages- und Nachtzeit ihr Fahrzeug unter zunehmend erschwerten Bedingungen sicher fahren können. Das haben wir geschafft“, stellt Hauptmann Friedrich K. abschließend zufrieden fest.

von Florian Kruth

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