Übungsszenario

Gemeinsam stark – die Abwehr gegen chemische Kampfstoffe

Gemeinsam stark – die Abwehr gegen chemische Kampfstoffe

Datum:
Ort:
Lešť
Lesedauer:
4 MIN

Um Personal und Material nach einer Kontamination mit chemischen Kampfstoffen schnellstmöglich wieder einsatzbereit zu machen, gibt es speziell ausgebildetes Fachpersonal in der Battlegroup Slowakei. Die hier eingesetzten Frauen und Männer beseitigen die zur Wirkung gelangten Kampfstoffe schnell und sicher.

Deutsche Soldaten mit ABC-Schutzmaske warten neben einem GTK Boxer auf ihre Dekontamination

Im Abrufraum warten die deutschen Soldaten auf die slowakischen Kameraden

Bundeswehr/Oliver Pieper

Die slowakischen Soldaten der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr haben auf dem Übungsplatz in Lešt einen mobilen Platz zur Dekontamination eingerichtet. Hier können Fahrzeuge, Material sowie Personal effektiv und in großer Zahl von Kampfmitteln befreit werden. Stabsfeldwebel Sebastian S. steht etwas abseits des Platzes. Von hier aus hat er einen guten Überblick über die gesamte Fläche. Er ist ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrfeldwebel in der deutschen verstärkten Jägerkompanie der multinationalen Battlegroup. „Ein Angriff mit chemischen Kampfstoffen stellt die Truppe vor eine besondere Herausforderung. Genau diese Maßnahmen und Verfahren nach einem Angriff mit chemischen Kampfstoffen werden hier mit den internationalen Verbündeten zusammen trainiert“, so der einsatzerfahrene Stabsfeldwebel.

Die Dekontamination beginnt

Männer in Schutzanzügen weisen GTK Boxer in die Fahrspur ein

Die slowakischen Verbündeten empfangen die deutschen GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer zur Dekontamination

Bundeswehr/Oliver Pieper

Es knackt und rauscht am Funkgerät des deutschen Jägerzugführers. Es meldet sich ein slowakischer Soldat, der die deutschen Kameradinnen und Kameraden mit ihren GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxern zur Dekontamination abruft. Die vier Gefechtsfahrzeuge setzen sich in Bewegung und fahren einen kleinen Hügel hinunter. Lediglich die Kraftfahrer verbleiben in den Fahrzeugen. Die übrigen Soldatinnen und Soldaten des Zuges werden separat transportiert. Ein großer slowakischer LkwLastkraftwagen erreicht den Abrufraum der deutschen Kräfte. Die Fahrertür öffnet sich und ein Soldat mit ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzanzug klettert heraus. Nach einer kurzen Verbindungsaufnahme steigen die deutschen Soldatinnen und Soldaten auf die große Ladefläche des LkwLastkraftwagen und fahren ebenfalls den kleinen Hügel hinunter.

Auf Kampfstoff geprüft

Ein Mann in einem Schutzanzug spürt mit einem Spürgerät an einem Fahrzeug

Ein slowakischer Soldat prüft deutsche Fahrzeuge auf Kontamination mit chemischen Kampfstoffen

Bundeswehr/Oliver Pieper

Die Dekontamination erstreckt sich in einem länglichen Tal auf mehrere hundert Meter. Hier werden an festen Stationen unterschiedliche Tätigkeiten durchgeführt. Zu den ersten Maßnahmen gehört das Aufspüren von Kampstoffen. Mit unterschiedlichen Verfahren prüfen die slowakischen ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrspezialisten die Fahrzeuge auf Kontamination. Auch Stabsfeldwebel Sebastian S. schaut sich die Arbeiten an den GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxern seiner Kompanie aufmerksam an. Aus seiner Verwendung als ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrfeldwebel kennt er die Abläufe und Verfahren.

„Sollte hier eine Kontamination durch chemischen Kampfstoff festgestellt werden, dann durchlaufen die Fahrzeuge die gesamte Dekontamination. Sollte hier jedoch kein Kampfstoff nachgewiesen werden, kann das Kraftfahrzeug sofort wieder eingesetzt werden. Ein Durchlaufen der weiteren Stationen ist nicht notwendig“, erklärt Stabsfeldwebel Sebastian S. mit interessiertem Blick auf die Station. „Es wird also hier schon in kontaminiert und nicht kontaminiert unterschieden“, erklärt er weiter.

Gegen die tödliche Gefahr

Ein GTK Boxer fährt durch eine Dekontaminationswaschanlage

Die Spezialisten der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr in der multinationalen Battlegroup Slowakei üben den Ernstfall

Bundeswehr/Oliver Pieper

In dem Übungsszenario wird ein chemischer Kampfstoff mit dem Namen VX festgestellt. VX ist ein chemisches Nervengift. Es dringt über die Haut, die Augen und die Atemwege in den Körper ein und lähmt die Atemmuskulatur. Dies führt innerhalb weniger Minuten unter starken schmerzhaften Krämpfen zum Tod. Um die Gefahr für die Soldatinnen und Soldaten so schnell wie möglich zu beseitigen, werden die deutschen Fahrzeuge zur nächsten Station geleitet. Hier findet zunächst eine grobe Dekontamination statt. Mit einem Schlauch wird Wasser mit Zusatzstoffen auf das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer aufgebracht. Die Flüssigkeit bindet den Kampfstoff und bereitet die Fein-Dekontamination vor. Im Anschluss rollen die Kraftfahrzeuge langsam durch einen mit Schläuchen und Düsen bestückten Rahmen. Von allen Seiten wird hier weiteres Dekontaminationsmittel aufgebracht.

Von Station zu Station mehr Sicherheit 

Ein Mann im Schutzanzug spritzt Wasser auf ein GTK Boxer

Das Dekontaminationsmittel wird von den Fahrzeugen gewaschen

Bundeswehr/PAO eVA

Langsam fahren die deutschen Soldatinnen und Soldaten weiter. Auf dem Weg zur nächsten Station müssen die aufgebrachten Chemikalien gründlich einwirken. Mit einem Wasserschlauch werden kurz darauf die neutralisierten Kampfstoffe von den Fahrzeugen gespült. Zeitgleich wird nicht nur das Material, sondern auch das Personal von den Kampfstoffen befreit. Vor einem langen Zelt, im hinteren Bereich des Platzes, beginnen die deutschen Soldatinnen und Soldaten damit, ihre Ausrüstung abzulegen. Waffen, Rucksäcke und Schutzwesten werden gesammelt, markiert und vom Kampfmittel dekontaminiert. Die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzausstattung legen die Frauen und Männer hier jedoch noch nicht ab. Erst nach dem Durchlaufen aller Stationen der Dekontamination werden diese abgelegt und getrennt vom Personal vom Kampfstoff befreit.

Zeitgleich wird auch das Personal dekontaminiert

Ein Mann in Schutzanzug spürt mit einem Spürgerät einen deutschen Soldaten auf Gefahrstoffe ab

Nicht nur das Material, auch das Personal wird genau unter die Lupe genommen: Ein slowakischer Soldat spürt bei seinem deutschen Kameraden nach Kampfstoffen

Bundeswehr/Oliver Pieper

Hinter dem Zelt steht Stabsfeldwebel Sebastian S. und erwartet die ersten deutschen Kameraden nach der durchlaufenen Dekontamination. Nach einer Dusche, einem medizinischen Check und mit neuer Kleidung verlassen die ersten Frauen und Männer das Zelt am Ausgang. Stabsfeldwebel Sebastian S. erklärt: „Hier wird Personal und Material wieder zusammengebracht. Nach gründlicher Reinigung und dem Entfernen von allen Kampfstoffen nehmen die Soldatinnen und Soldaten hier ihre Waffen und auch die Ausrüstung wieder auf. Auch verwundete Soldatinnen und Soldaten können von Kampfstoffen befreit werden. Dazu gibt es einen eigens eingerichteten Bereich.“ 

Nach Abschluss aller Stationen und der sorgfältigen Reinigung von Material und Personal vervollständigt Stabsfeldwebel Sebastian S. zufrieden die Notizen auf seinem Klemmbrett. Sein Fazit der Ausbildung: „Es war sehr wichtig, mit den Kameraden zusammenzuarbeiten, jeder konnte voneinander lernen und versteht jetzt die allgemeinen Abläufe. Dies schafft Vertrauen in die Fähigkeiten der Partner.“

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Soldaten werden nacheinander in die Dekontaminationsstraße eingelassen

Bevor es zum Ablegen der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzausstattung kommt, suchen die Soldaten nach Kampfstoffen auf ihrer Ausrüstung und der Bekleidung. Verwundete werden mit der Trage direkt separiert und getrennt versorgt.

Bundeswehr/Oliver Pieper
Ein Soldat in Schutzbekleidung beaufsichtigt zwei weitere Soldaten mit ABC-Schutzmaske

Ein Soldat prüft bei seinem Kameraden, ob sich chemische Kampfstoffe außen auf der Ausrüstung befinden

Bundeswehr/Oliver Pieper
Ein Mann in Schutzkleidung sprüht ein GTK Boxer mit Lösung ab

Ein slowakischer Soldat spült den neutralisierten Kampfstoff von einem deutschen Fahrzeug

Ein Mann in Schutzkleidung sprüht ein GTK Boxer mit Lösung ab

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von Oliver Pieper

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