Standing NATO Mine Countermeasures Group 1

Hauptoperationsgebiet des Ständigen Minenabwehrverbandes SNMCMGStanding NATO Mine Countermeasures Group 1 ist der Nordatlantik und da besonders Nord- und Ostsee.

Soldaten an Deck bereiten das Auswerfen einer Übungsmine vor
Bundeswehr/Marcel Kröncke

Die Minenjäger für den Nordatlantik

Die Standing NATONorth Atlantic Treaty Organization Mine Countermeasures Group 1, abgekürzt SNMCMGStanding NATO Mine Countermeasures Group 1, stellt sich normalerweise aus mehreren Minenabwehrbooten sowie einem Führungs- und Versorgungsschiff verschiedener NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partner zusammen – darunter immer eines aus Deutschland. Wie die SNMCMGStanding NATO Mine Countermeasures Group 2 ist der Verband ist auf das Suchen und Bekämpfen von Seeminen ausgerichtet. Das betrifft auch, Munitionsaltlasten aus vergangenen Kriegen und Konflikten zu beseitigen.

Die SNMCMGStanding NATO Mine Countermeasures Group 1 ist im Raum Nordeuropa, vor allem also Englischer Kanal, Nordsee und Ostsee, unterwegs. Wenn gefordert, kann sie aber auch in anderen Regionen operieren.

Dieser Minenabwehr-Verband wurde 1973 als „Standing Naval Force Channel“ aufgestellt; 2005 wurde er zuletzt umfirmiert zur heutigen SNMCMGStanding NATO Mine Countermeasures Group 1.

Hintergrund: Die Standing NATONorth Atlantic Treaty Organization Maritime Groups

Auf Krisen und Konflikte in See ist die NATONorth Atlantic Treaty Organization mit vier einsatzbereiten Marineverbänden vorbereitet. Deutschland ist an allen beteiligt.

Neben den Einsätzen, die vom Bundestag mandatiert sind, beteiligt sich die Deutsche Marine laufend an den vier multinationalen Flottenverbänden der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Solche sogenannten anerkannten Missionen gehören zu Deutschlands Verpflichtungen gegenüber dem Bündnis auch in Friedenszeiten. Zu ihnen stellt die Marine permanent Schiffe und Boote ab.

In der Praxis sind diese Missionen nur teilweise den mandatierten Einsätzen ähnlich, darunter etwa die mehrere Monate Abwesenheit der teilnehmenden Soldatinnen und Soldaten von zuhause. Die wohl wichtigsten Unterschiede zu den Einsätzen sind, dass es die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Verbände erstens teils seit Jahrzehnten gibt und sie zweitens regional nur sehr grob begrenzt sind.

Auch deshalb sind sie schnell verfügbare maritime Reaktionskräfte, mit denen das Bündnis bei eventuellen Krisen oder Konflikten flexibel operieren kann. Die Marineverbände gehören daher zur NATONorth Atlantic Treaty Organization Response Force; und in dieser Formation sind sie der Anteil der Seestreitkräfte an der Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ) – der Speerspitze der NATONorth Atlantic Treaty Organization, die permanent einsatzbereit ist. Zwei der Verbände haben die Fähigkeit großflächig Seewege zu schützen, die zwei anderen sind auf die Abwehr von Seeminen spezialisiert.

Die Maritime Groups sind dem Allied Maritime Command (MARCOMAllied Maritime Command), mit seinem festen Hauptquartier in Northwood bei London, unterstellt. Ihre direkte Führung durch einen Kommandeur auf einem Flaggschiff rotiert jährlich unter den NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partnern. Auch die teilnehmenden Schiffe und Boote wechseln regelmäßig.

Kontinuierliche Ausbildung für hohe Einsatzbereitschaft

Wie ihre Partner entsendet die Deutsche Marine nur Schiffe und Boote, die komplett ausgebildet und ausgerüstet sind. Um diese Einsatzbereitschaft auf einem hohen Niveau zu halten, nehmen die Maritime Groups an verschiedenen nationalen und internationalen Manövern teil.

Diese laufende Ausbildung gehört genauso zu den Aufgaben der Verbände wie die militärische Abschreckung oder, wenn nötig, Embargokontrollen, Such- und Rettungsoperationen sowie humanitäre Not- und Katastrophenhilfe.

Nicht zuletzt aber dienen Schiffe und ihre Besatzungen als Botschafter in Blau: Die Verbände besuchen regelmäßig verschiedene Häfen in verbündeten oder befreundeten Staaten.

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