Premiere für neuen Messenger bei Resolute Support

Premiere für neuen Messenger bei Resolute Support

  • Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Messengerdienste sind aus unserem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken. Sowohl privat als auch in der Arbeitswelt bieten sie eine bequeme und effektive Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen. Bereits seit Ende 2018 testet die Bundeswehr deshalb den Messenger stashcat® für ihre Zwecke. Soldatinnen und Soldaten können ihn für den Austausch während des Dienstes nutzen.


Erste Schritte: Nutzer, Geräte und Lizenzen

Eine kroatische Soldatin mit Mund-Nasen-Schutz sitzt an einem Tisch und blickt auf ihr Smartphone

Internationaler Austausch: Auch die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partner der Bundeswehr können mit dem Messenger vernetzt werden

Bundeswehr/PAO Resolute Support


Die im Camp Marmal in Nord-Afghanistan stationierten Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind Teil des multinationalen Teams des Train, Advise and Assist Command North (TAAC-NTrain Advise and Assist Command North) der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Der Bedarf an Kommunikation der rund 1.700 Menschen unterschiedlicher Nationen ist riesig. Zwar bestehen bereits zahlreiche Möglichkeiten, Informationen auszutauschen, sei es per E-Mail, Telefon- oder Funkverbindung. Aber der neue Messenger stashcat® weist einen entscheidenden Vorteil auf: Sowohl auf dem Computer im Büro als auch auf privaten Smartphones können bestimmte offene Informationen nun verschlüsselt – und damit sicher – weitergegeben werden. Mithilfe des Betreuungskommunikationsnetz im Camp übernimmt stashcat® somit eine echte Brückenfunktion zwischen der dienstlichen Computerausstattung sowie privaten Endgeräten. Der Effekt ist sofort spürbar: eine schnellere und direkte Weitergabe von Neuigkeiten aller Art. Diese können aus geänderten Öffnungszeiten der Feldpoststelle oder aus der aktuellen COVID-19Coronavirus Disease 2019-Lage bestehen.

„Der Messenger eignet sich aber auch als Mittel zum direkten Austausch von zeitkritischen und relevanten Informationen. Er bietet mir somit die Möglichkeit, die mir anvertrauten Frauen und Männer unmittelbar und verzugslos zu erreichen. Gleichzeitig ersetzt er keineswegs die ITInformationstechnik für die Operationsführung“, berichtet Brigadegeneral Jürgen Brötz, Kommandeur des TAAC-NTrain Advise and Assist Command North und der deutschen Soldatinnen und Soldaten vor Ort.  „Uns stehen aktuell 1.300 Lizenzen zur Verfügung, sowohl für die Bundeswehr als auch für unsere NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partner vor Ort“, ergänzt Hauptmann Patrick R., „damit können wir den Großteil unseres Kommandos über stashcat® vernetzen.“ Patrick R. ist Projektmanager und führt den neuen Messenger ein, der vielen hier schon vor Beginn des Einsatzes bekannt war. Seit Anfang des Jahres nutzt die Bundeswehr stashcat®, um ihr Personal vor Flügen in das Einsatzland immer auf dem aktuellsten Stand zu halten. Eine Reihe von Dienststellen nutzt ihn bereits seit Mitte 2019 im Testbetrieb.

Datensicherheit als oberstes Gebot

Ein Soldat sitzt im Büro an einem Schreibtisch und arbeitet am Computer

Hauptmann Patrick R. ist vor Ort der Projektverantwortliche und kümmert sich um die Verteilung der Lizenzen des Messengers

Bundeswehr/PAO Resolute Support

Das Thema Datensicherheit hat eine besondere Bedeutung. Eingestufte, also besonders schützenswerte, Informationen dürfen über den Messenger nicht geteilt werden. Dies beginnt bereits bei Verschlusssachen, die nur für den Dienstgebrauch vorgesehen sind, dem niedrigsten der vier Geheimhaltungsgrade. „Unser Personal im Einsatz hat bereits ein solides Wissen bezüglich der Regeln der Datensicherheit“, erklärt Hauptmann R., „stashcat® bietet somit auch die Chance, den Fluss unserer Informationen wieder etwas zu entzerren: Eingestufte Themen verbleiben in den dafür abgesicherten Netzwerken, fast alles andere kann auf stashcat® geteilt und diskutiert werden.“ Im Gegensatz zu anderen sehr verbreiteten Messenger-Apps werden bei der Nutzung von stashcat® keine Metadaten geteilt. Mithilfe dieser Daten können große Unternehmen zwar nicht „mitlesen“, zu Werbezwecken könnten sie aber durchaus genutzt werden. Außerdem können sie zur Analyse herangezogen werden, wer mit wem, wann und in welcher Häufigkeit schreibt – in der militärischen Welt ein echtes Problem. Aus genau diesem Grund wurde es auf Empfehlung des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationssicherheit untersagt, solche Programme im Dienst zu nutzen. Dieses Verbot war gleichzeitig der Ausgangspunkt für die Idee eines eigenen und sicheren Messengers. Der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr steuert das Projekt von Berlin aus. Außerdem besitzt die Bundeswehr den für die stashcat®-Daten genutzten Server. Somit bleibt alles in einer Hand: für die militärische Nutzung ein unschlagbarer Vorteil.

Eine flexible Lösung zur richtigen Zeit

In Zeiten der COVID-19Coronavirus Disease 2019 bietet stashcat® sowohl im Einsatz als auch im täglichen Dienst im Inland einen weiteren klaren Vorteil. Die Notwendigkeit des Social Distancing hat gezeigt, wie wichtig es ist, auch ohne die Möglichkeit des persönlichen Kontakts weiter arbeitsfähig zu bleiben. Patrick R. sieht hier eine weitere Chance: „Für mich kommt der Messenger genau zur richtigen Zeit zu uns in den Einsatz. Für den Ernstfall haben wir so ein gutes Medium, um unsere Soldatinnen und Soldaten zum Beispiel in Quarantäne auf dem Laufenden zu halten.“


von Johannes Potthoff

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