Der weitere Einsatz im Einsatz

Der weitere Einsatz im Einsatz

  • Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Nebentätigkeiten in der Bundeswehr können auch Spaß machen. Im Einsatz gibt es viele Talente, die ihren Kameradinnen und Kameraden etwas Abwechslung im Einsatzalltag bescheren. Ob sportlich, musikalisch oder kreativ – bei Resolute Support gibt es den ein oder andern, der sein Können zum Besten gibt.

Eine Frau steht an einem Mikrofon in einem Radiostudio

Tanja, die Wetterfee

Bundeswehr / Oliver Pieper

Oberleutnant Tanja P. ist unsere Wetterfee in Afghanistan. Ihre Karriere bei Radio Andernach begann damit, dass sie zahlreiche Grüße bekommen hatte. „Als ich mir diese dann gerne auf CDCompact Disc abholen wollte, hat mich das Team einfach gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, als Wetterfee für Radio Andernach zu arbeiten.“ Sie zögerte, bevor sie zustimmte. Aber dann wurde schnell eine regelrechte Passion aus der Nebenbeschäftigung. „Neben dem Wetter habe ich gleich noch das Tageshoroskop eingesprochen“, lacht sie.

Etwas Abwechslung im Einsatzalltag ist das natürlich, verglichen mit ihrem eigentlichen Job in der Verwundetenleitstelle, kurz PECCPatient Evacuation Coordination Centre. Oberleutnant Tanja P. war schließlich so eng mit ihrem Nebenjob verbunden, dass sie sogar noch am letzten Tag ihres Einsatzes Wetter und Horoskop gelesen hat. Lohn des Engagements: Das Patch der Radio Andernach Wetterfee. Eine Auszeichnung, die nur sehr exklusiv vergeben wird.

Der Antreiber in Radlerhosen

Ein Mann und eine Frau sitzen jeweils auf einem Spinningfahrrad und trainieren gemeinsam

Dr. Arne M. ist Oberstarzt und Spinning-Instructor im Camp Marmal

Bundeswehr / Oliver Pieper

Die nächste Nebenbeschäftigung liegt in der Passion des Betreibers: Er ist Spinning-Instructor, quält sich und andere auf dem Fitnessrad. Diese Passion hat er von zuhause mit in den Einsatz genommen. Dr. Arne M. ist Oberstarzt. Sein entscheidender Vorteil ist, dass sich im Camp Marmal genügend Spinning-Räder befinden. Topfit mit Radlhose und Trikot ist der Sportmediziner bereits vor Beginn der Spinning-Stunde im „Studio“ und bereitet sich auf die Stunde vor.

„Ich mache mir Gedanken, in welchen Belastungsbereichen die Stunde stattfinden soll, dann wähle ich dazu die passende Musik aus.“ Musik ist das passende Stichwort: Ohne laute Musik fehlt beim Spinning etwas. „Hier ist die Ausstattung leider nicht so perfekt wie man es sich wünschen würde.“ Die kleine Musikbox, die der Doc bei sich hat, spiegelt nicht wirklich Spinning-Atmosphäre wider. Mit den Beats im Hintergrund merkt man gar nicht, wie anstrengend es ist. Aber die Teilnehmer sind begeistert.

Immerhin kann man sich auf dem Rad unabhängig von der schlechten Witterung im afghanischen Winter gut auspowern. Zudem kann jeder am Bike seinen individuellen Widerstand einstellen, so dass sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene gleichermaßen Spaß an einer Stunde haben können.

Der Dirigent

Ein Soldat sitz an einem elektronischen Pioano und spielt

Hauptfeldwebel Marian N.

Bundeswehr / Oliver Pieper

Neben Wetter und Sport gibt es noch einen Bereich, der im Camp Marmal gepflegt wird: Der Musikalische. Hauptfeldwebel Marian N. spielt nicht nur zum Gottesdienst die „Kirchenorgel“, ein elektronisches Piano, sondern leitet auch den Chor. Dabei war der 32-Jährige gar nicht begeistert, als er mit sieben Jahren statt Playstation oder Fußball ein Klavier zum Geburtstag bekommen hatte. Damals. „Heute ist das Musizieren für mich ein echter Ausgleich. Das ich das hier in Afghanistan machen kann, ist für mich ein Geschenk.“ Als Organist arbeitet er auch in seiner Heimatgemeinde. Als er dann in den Einsatz ging und von den beiden Pianos hörte, machte er sich auf die Suche.

„Anfangs habe ich nur in den Pausen für mich gespielt. Dann hat mich aber eine Kameradin beim Pfarrer angeschwärzt“, lacht er. Was er spielt ist bunt. „Wir spielen momentan zu den Gottesdiensten vieles im Stil der Gospels, die meisten davon sind bekannt aus dem Film Sister Act.“ Zur letzten Kommunion gab es sogar Songstücke aus dem Film „Forrest Gump“. Den „Nebentätern“ ist der Dank der Kameradinnen und Kameraden im Einsatz auf alle Fälle sicher. Sie sorgen für  Abwechslung, ganz nebenbei, freiwillig und ehrenamtlich.

von Nikolas Barth

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