Erfolgskontrolle bei der Beratermission in Afghanistan

Erfolgskontrolle bei der Beratermission in Afghanistan

  • Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Meymaneh
Lesedauer:
2 MIN

Faryab ist die westlichste Provinz im Norden Afghanistans. Sie gehört zum Verantwortungsbereich des TAAC-NorthTrain Advise and Assist Command North, dem Kommando Train, Advise and Assist North der Mission Resolute Support. Hier hat Deutschland die Verantwortung.

Deutsche und afghanische Soldaten laufen durch das Camp

Brigadegeneral Klaffus, Kommandeur des Train Advise and Assist Command North, ist für die Evaluierung der Beratermission verantwortlich

Bundeswehr / Jürgen Sickmann

„Wir sind hier, um unsere Beratungsmission auf Korpsebene zu evaluieren“, bringt es der Kommandeur Brigadegeneral Gerhard Klaffus vereinfacht auf den Punkt. Seit 2015 berät die Bundeswehr die afghanischen Streitkräfte, auf Korpsebene. „Wenn wir aber den Erfolg analysieren wollen, müssen wir uns vor Ort ansehen, was von dieser Beratungsleistung in der Ebene darunter ankommt“, so der General.

In Meymaneh sitzt der Stab der ersten Brigade des 209. Korps, den man jetzt in Augenschein nimmt. Dabei stellt TAAC-NorthTrain Advise and Assist Command North den Schwerpunkt ihrer Kräfte auf die Sicherung und die Sanitätskomponente, überwiegend mit deutschen Soldaten. Die Evaluation der Beratung haben die Amerikaner von den Advisern übernommen. Gemeinsam wirkt sich die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit unter dem Begriff Mobile Assessment & Validation Team (MAVT) im Rahmen der Mission Resolute Support aus.

Schutz der Kräfte

Ein Soldat schaut aus einer geschützten Stellung

Brigadegeneral Gerhard Klaffus inspiziert den Ausbau der Stellungen

Bundeswehr / Jürgen Sickmann

Seit Anfang April wird der „Safe Haven“ Meymaneh, der sich dicht an der Kaserne der Afghanen befindet, als Operationsbasis genutzt. „Wir befinden uns hier an einer exponierten Position“, sagt Oberstleutnant Maik C., Kommandeur des multinationalen Force-Protection Bataillon. „Von daher legen wir großes Augenmerk auf die Sicherung des gesamten Areals.“

Bestens vorbereitet für eine OP im Notfall

Ein militärischer Arzt steht in einem Zelt mit medizinischer Ausstattung

Oberstabsarzt Florian K. hat in dem kleinen mobilen Krankenhaus alles im Griff

Bundeswehr / Nikolaus Barth

Neben dem Schutz der Soldaten ist auch die Sanitätseinrichtung von wichtiger Bedeutung: Die DCS-U. Damage Control Surgery Unit. Dies ist die Bezeichnung für das kleine mobile Krankenhaus, das als Rettungszentrum eingerichtet wird. Das Material wird im Camp Marmal vorgehalten, das Personal eigens aus Deutschland eingeflogen. Erst vergangene Woche waren 14 Verwundete angemeldet worden. Bis in die deutsche DCS-U hat es dann aber nur einer geschafft, ein nicht Schwerverletzter. Sehr gut läuft die Zusammenarbeit mit den Ersthelfern „Bravo“, wie einer der zwei eingesetzten Chirurgen betont. „Ohne sie könnten wir einen Massenanfall von Verwundeten überhaupt nicht bewältigen.“

Orientierung am Ergebnis

Ein afghanischer Arbeiter läuft mit einer Schubkarre an einem Sicherungssoldaten vorbei

Partnerschaftliche Zusammenarbeit zahlt sich aus

Bundswehr / Jürgen Sickmann

Der Einsatz in Meymaneh verlängerte sich von vier auf insgesamt acht Wochen. „Die Erfolge sind aber sichtbar, so dass es erforderlich war, die Mission um weitere vier Wochen zu verlängern.“, erläuterte General Klaffus. Im Kern geht es darum, dass die afghanischen Streitkräfte Kontrolle über die Sicherheit in der Provinz Faryab zurückgewinnen. Das entspricht dem Mandat, das die Mission Resolute Support abdeckt.

Gute Stimmung trotz spartanischer Lebensumstände

Soldaten liegen eng an eng in einer Zeltunterkunft

Soldat sein heißt auch „Leben in der Lage“ – für einen absehbaren Zeitraum rücken die Kameraden auf engsten Raum zusammen

Bundeswehr / Jürgen Sickmann

Die Anstrengungen und Entbehrungen für die Männer und Frauen in Meymaneh sind hoch: Kein Betreuungsprogramm, kein Fitnessstudio, Wechselschicht. Hier schlafen 80 Personen unter einem Dach. Dicht an dicht. Ohne Privatsphäre. „Fordernd ist das für unsere Soldaten, aber die Stimmung ist gut. Man verfolgt ein gemeinsames Ziel, wir haben einen klaren Auftrag“, so Oberstleutnant C. Dabei ist die Anspannung allen deutlich anzumerken. Nur einen Steinwurf weit entfernt sind die Taliban. Beinahe täglich, liefern sich diese erbitterte Gefechte mit den afghanischen Sicherheitskräften. Brigadegeneral Klaffus bringt es auf den Punkt: „Wir sind hier mittendrin im Kriegsgebiet.“


von Nikolas Barth

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