Flughafen Kabul – Dreh- und Angelpunkt für Material

Flughafen Kabul – Dreh- und Angelpunkt für Material

  • Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Kabul
Lesedauer:
4 MIN

Vier Soldaten und jede Menge Aufgaben. Ob zu Lande oder in der Luft, das Team der Materialgruppe am Flughafen „Hamid Karzai International Airport“ in Kabul versorgt die Truppe mit den Dingen des täglichen Lebens. Sie kümmern sich von der Schraube bis zum Container, die Logistiker haben alles im Griff.

Ein Hubwagen belädt einen Hubschrauber. Ein Soldat weist den Fahrer ein

Die Materialgruppe des Logistikbataillons 472 sorgt für einen reibungslosen Ablauf

Bundeswehr / Blau

Wichtigster Dreh- und Angelpunkt für Material in Kabul, ist der Flughafen. Dort sorgen seit März dieses Jahres die Kameraden des Logistikbataillions 472 für den reibungslosen Ablauf. Ohne die Männer der Materialgruppe wären die etwa 150 deutschen Kameraden in Kabul aufgeschmissen.

Mit Ruhe und Routine ans Ziel

Der sogenannte Materialgruppenführer ist Hauptfeldwebel David S. Der 33-Jährige ist mittlerweile in seinem vierten Einsatz und bringt die nötige Erfahrung mit ins Team. In seinem 14. Dienstjahr angekommen, kann David zu Recht sagen: „Ich halte alle zusammen und passe auf die Jungs auf.“ Zu seinen Aufgaben zählen hauptsächlich Büroarbeiten. Da die Arbeit aber nie abnimmt, packt auch er mit an: Luftumschlag, Feldpost, Munitionstransporte oder Gepäcke verladen und verbringen gehören zum Alltag. Von der Schraube bis zum 20 Fuß Container, etwa 80 Tonnen Material bewirtschaftet die Materialgruppe am Flughafen in Kabul. „Ich bin Logistiker, ich bin hier für alle da. Der Zusammenhalt hier in diesem Einsatz ist großartig. Das haHektarb ich so noch nie erlebt“, fasst David die letzten Monate zusammen.

Ein Mann für alle Fälle

Sebastian B. holt Munition aus einem Lagercontainer

Die Munition lagert in massiven großen gelben Containern

Bundeswehr / Middeldorf

Sebastian ist der Wächter über die Munition. In seinem Depot lagert so Einiges. Wie auch David, ist Oberfeldwebel Sebastian B. in Kümmersbrück stationiert. „Mit Munition habe ich normalerweise gar nichts am Hut“, schmunzelt er. Dennoch ist das hier einer seiner beiden Aufgabenschwerpunkte. Die explosive Ware muss regelmäßig gewälzt und natürlich auch an die jeweiligen Nutzer ausgegeben werden. Was findet man in den engen Behältern? Von der normalen Pistolen- und Gewehrmunition bis zum Nebel und Rauch lagert hier fast alles. Nebel und Rauch werden zum Beispiel von Fahrzeugen bei Ausweichmanövern verschossen.

Sollte der eine oder andere im Einsatz an Gewicht verlieren, ist das auch kein Problem. Denn in einem seiner Seecontainer liegen Uniformteile zum Tausch bereit. Alles ist fein sauber in Regale einsortiert. Mit einem routinierten Griff hält Sebastian die richtige Größe in der Hand. „Es ist schön, hier im Einsatz mal hinter meinem Schreibtisch hervorzukommen. Denn im Inland ist die Materialanforderung eher mein Fachgebiet. Letztendlich muss aber jeder Materialbewirtschaftungsfeldwebel alle Fachbereiche der Materiallogistik beherrschen“, erklärt der Familienvater den Spagat zwischen Inlands- und Auslandsverwendung.

Der Transporter

Ein Container wird auf einen Lkw geladen.

Marcel S. ist der Transportsoldat der Materialgruppe

Bundeswehr / Middeldorf

Es gibt kaum ein Fahrzeug hier in Kabul, das Oberstabsgefreiter Marcel S. nicht bewegen oder reparieren kann. Der gelernte Industriemeister für Metall ist der „Transporter“ unter den Materialbewirtschaftern hier am „Hamid Karzai International Airport“. Im Inland unterscheidet man zwischen Materialgruppe und Transportgruppe. Da in Kabul aber nur vier Soldaten für alle diese Aufgaben zur Verfügung stehen, ist Marcel ein Teil des Teams rund um Hauptfeldwebel David S. und nimmt diese Aufgaben zusätzlich wahr. Muss Material beispielsweise ins Hauptquartier Resolute Support gefahren werden, da der Hubschrauber nicht ausreicht, kommt der Oberstabsgefreite zum Einsatz. Definitiv ein Highlight für ihn. „Die Erfahrung, hier mit der Force Protection den Flughafen zu verlassen und sich auf den Straßen durch Kabul zu bewegen,ist schon eine Besondere. Für mich als Logistiksoldat eine echte Erfahrung und die Zusammenarbeit mit den „grünen Jungs“ ist einfach spitze.“

Kommunikation ist alles

Ein Soldat wäscht einen Lkw vom Typ Zetros

Materialerhaltung ist das A und O. Die Reinigung aller Fahrzeuge darf nicht fehlen

Bundeswehr / Middeldorf

Mit Ivan C. ist die Gruppe fast komplett. Der 30-Jährige ist wie Marcel im Schwerpunkt mit den Fahrzeugen vor Ort beschäftigt. Mit seinen sehr guten Russischkenntnissen ist er ein gefragter Ansprechpartner bei den wöchentlichen Transportflügen. „Die Besatzungen der Mi-17, ein sowjetisch/russischer Transporthubschrauber, sprechen alle russisch. Da wir fast alles an Material, Gepäck oder Post mit dieser Maschine in die umliegenden Camps oder Areale fliegen lassen, kann ich dort sehr gut unterstützen“, erklärt Ivan seinen Sprachvorteil mit einem Augenzwinkern.

Der Oberstabsgefreite unterstützt die Material- und Transportgruppe wo er kann, hier wird immer eine Hand gebraucht. „Als Logistiker hier in Kabul kann ich unheimlich viele Erfahrungen sammeln“, bekräftigt Ivan die Wichtigkeit, auch über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Einer muss den Hut aufhaben

Hauptmann S. steht erhöht am Flughafen in Kabul vor einer Moschee.

Der Chef der Materialgruppe: Hauptmann René S. ist stolz auf seine Jungs

Bundeswehr / Middeldorf

Als Truppenversorgungsoffizier ist Hauptmann René S., der Chef der Material- und Transportgruppe. Die Versorgung der deutschen Kräfte in Kabul hat oberste Priorität für den Vollblutlogistiker. Seit 16 Jahren ist Logistik sein Fachgebiet.

Feldpostaufgaben, Zollbestimmungen, Transportzugoffizier, Technischer Offizier und Verantwortlicher für den Instandsetzungsbereich beschreiben nur einen Teil seines Tätigkeitsbereichs.

Viel Verantwortung für eine kleine Gruppe von Soldaten. „Ich kenne meine Jungs schon vom Logistischen Übungszentrum in Garlstedt. Bereits dort hatte ich ein gutes Gefühl und ich wurde hier nicht enttäuscht. Ich kann mich auf die Kameraden blind verlassen“, zieht René die positive Bilanz zum Einsatz seiner Jungs hier in Kabul.

von Nicole Middeldorf

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