Multinationales Feldkrankenhaus in Masar-i Scharif

Multinationales Feldkrankenhaus in Masar-i Scharif

  • Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
2 MIN

365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag: Um die 80 Soldatinnen und Soldaten versehen in der Role 2 im Camp Marmal ihren Dienst. Die medizinische Behandlungseinrichtung in Masar-i Scharif wird von einer multinational besetzten Kompanie betrieben. Auch die Patientinnen und Patienten sind multinational. In Ausnahmefällen werden Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte behandelt.

Klinikbetrieb in Zeiten von Corona

Ein Soldat in Uniform untersucht einen anderen Soldaten

Flottillenarzt Dr. Christoph J. ist der klinische Direktor in Masar-i Scharif

Bundeswehr/PAO Resolute Support

Flottillenarzt Dr. Christoph J. ist klinischer Direktor in Masar-i Scharif. In diesen Tagen beschäftigt das Thema Corona ihn und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter natürlich besonders. Das Einschleppen des Virus in das Camp muss unbedingt vermieden werden. „Die Vernetzung aller Behandlungseinrichtungen der Mission Resolute Support ist nun wichtiger denn je“, berichtet er, „so können wir im Ernstfall all unsere Ressourcen bündeln.“

Sollten im Camp Corona-Fälle auftreten, gibt es Pläne und Strategien, um eine große Ausbreitung zu verhindern. Die Bestände an Schutzausstattungen und anderen Vorräten wurden aufgestockt. „Wir haben zwar eine hervorragend ausgestattete, in der Kapazität jedoch grundsätzlich kleine Behandlungseinrichtung. Prinzipiell gilt: Sollte es Infektionen geben, werden die Betroffenen in ihre jeweiligen Heimatländer zurückgeflogen“, erklärt Christoph J. Neben all den Planungen läuft der normale Krankenhausbetrieb im Camp Marmal weiter.


Multinational im OP

Zwei Ärzte in OP-Kleidung nähen eine Wunde zu

Multinational im OP: Medizinisches Personal verschiedener Nationen arbeitet in der Role 2 in Afghanistan

Bundeswehr/Markus Dittrich

Am OP-Tisch stehen Chirurgen aus Deutschland und den Niederlanden. Unterstützt werden sie durch eine ungarische OP-Schwester sowie einen OP-Pfleger und Anästhesisten aus Deutschland. Auf dem OP-Tisch liegt ein afghanischer Soldat. Während der Operation verständigen sich alle auf Englisch – zum Glück verbindet die Weltsprache die Nationen. Die Operation dauert lange. Hand in Hand wird alles darangesetzt, dass der Patient erstklassig versorgt wird. Die letzte Naht ist gesetzt, die Verbände werden angelegt. Langsam lässt die Narkose nach und der Patient wird wach. Seine erste Reaktion? Ein Lächeln als Dank an das OP-Team. Nun geht es für den afghanischen Soldaten erst einmal auf die Pflegestation.


Auf der Pflegestation

Ein Pfleger in Uniform an einem Rollwagen vor einem Patientenzimmer, rechts und links davon zwei weitere Pflegerinnen in Uniform

Als belgischer Gesundheits- und Krankenpfleger ist William T. auf der Pflegestation bestens in das internationale Team integriert

Bundeswehr/PAO Resolute Support

William T. kommt aus Belgien und ist gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger. Es ist bereits sein zweiter Einsatz in Afghanistan. „Zu Hause bin ich als Intensivpfleger auf einer Verbrennungsstation eingesetzt und kann so nicht nur auf der Pflegestation meinen Dienst versehen, sondern auch auf der Intensivstation unterstützen“, erklärt William T. stolz. Heute hat er Dienst auf der Pflegestation und schaut nach dem afghanischen Patienten. Zusammen mit dem Arzt werden die Verbände gewechselt und der Fortschritt der Heilung begutachtet. Der Patient hat die OP gut überstanden und kann das Krankenhaus in Masar-i Scharif schon bald wieder verlassen. Eines steht fest: Jede Soldatin und jeder Soldat kann sich hier im Einsatz auf das multinationale Team medizinischer Profis verlassen.


von Johannes Potthoff und Christian Schneider

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