Wahre Alleskönner bei Resolute Support

Wahre Alleskönner bei Resolute Support

  • Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
2 MIN

Das Facility-Management ist die Hausmeisterei des Camps Marmal in Masar-i Scharif. Es versteht sich als Dienstleister im Einsatz. Sämtliche Handwerksleistungen, die in einem Camp anfallen können, werden von hier organisiert. Ob Kanal-, Klima-, Heizungs- oder Sanitäranlage: Die Facility-Manager sind zur Stelle und kümmern sich um Schreiner-, Schlosser- sowie Elektroarbeiten. Der bunte Strauß an Dienstleistungen ist jedoch noch viel größer und hält so manche Überraschung bereit.

Maßgeschneidert ausgerüstet

Regalreihen mit Ausrüstung und Bekleidung in einem Lagerhaus

In einer der Hallen lagern Bekleidung und Ausrüstung für die Soldatinnen und Soldaten

Bundeswehr/Christian Wolf


Kampfstiefel und Uniformteile in allen Größen liegen in zwei Hallen für die Soldatinnen und Soldaten bereit. Passt mal etwas nicht, steht ein kleiner Schneiderbetrieb zur Verfügung. Darüber hinaus werden die Angehörigen der mongolischen, armenischen und georgischen Einsatzkontingente mit Zusatzausstattung ausgerüstet. Diese bestehen jeweils aus etwa 120 Soldatinnen und Soldaten. „Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit nach deutschem Standard sind wichtig, daher rüsten wir auch unsere lokalen Ortskräfte mit Schutzausrüstung aus“, ergänzt Hauptmann Ulrich B., Leiter des Bereichs Facility-Management.


Fließendes Wasser in der Wüste

Wasseraufbereitungsgeräte in einer großen Halle

In zwei Anlagen wird das gewonnene Grundwasser zu Frischwasser in Trinkwasserqualität aufbereitet

Bundeswehr/Christian Wolf

Unverzichtbare Lebensgrundlage und hierzulande selbstverständlich ist fließendes Wasser. „Hier in der Wüste ist Wasser das wichtigste Gut“, so der einsatzerfahrene Offizier. In weiten Teilen des Einsatzlandes Afghanistan träumen die Menschen vom Anschluss an eine solche Infrastruktur. Im Camp Marmal sorgen die Facility-Manager dafür, dass es den Soldatinnen und Soldaten sowie den zahlreichen zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern daran zu keiner Zeit mangelt.

In zwei Wasseraufbereitungsanlagen werden täglich bis zu 1.000 Kubikmeter Wasser analysiert, gefiltert und mit Mineralien angereichert. Anschließend wird das Nass in Zisternen zwischengespeichert und in ein Ringsystem eingespeist. Durchschnittlich werden im Camp Marmal jeden Tag 550 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht. Eine weitere Anlage produziert technisches Wasser, auch Brauchwasser genannt. Vor allem die Flughafenfeuerwehr, die KfzKraftfahrzeug-Waschstraße und die Geländebetreuung sind hierfür die Hauptabnehmer.

Auch für Strom ist gesorgt

Stromerzeugungsanlagen im Camp Marmal

Durch eigene Stromerzeuger kann der Betrieb des Camps rund um die Uhr sichergestellt werden

Bundeswehr/PAO Resolute Support


Ebenso unverzichtbar ist elektrischer Strom. Ein ziviler Provider produziert auf zwei Energiefeldern den Strom für das Camp Marmal. „Allein im März haben wir 76.000 Kilowattstunden produziert“, so ein Mitarbeiter. Damit wird der gesamte Bedarf an Strom bereitgestellt – angefangen beim Strom für Computerarbeitsplätze, Telefonleitungen, Werkstätten und technische Betriebe bis hin zum Strom aus der Steckdose im Bad für Fön und Rasierapparat. Handelt es sich um einen missionskritischen Arbeitsbereich, wird dieser zusätzlich durch mehrere Notstromaggregate abgesichert.


Was passiert mit dem ganzen Müll?

Ein afghanischer Mitarbeiter bedient die Müllverbrennungsanlage im Camp Marmal

Ein afghanischer Mitarbeiter mit abgeschlossenem Chemiestudium ist für den Betrieb der Müllverbrennungsanlage verantwortlich

Bundeswehr/Christian Wolf

Vom Hausmüll über Metallschrott bis hin zu infektiösen medizinischen Abfällen aus dem Feldlazarett des Camps: Jeden Tag fallen die verschiedensten Arten von Müll an. Dieser wird aber nicht nur entsorgt. Viele Stoffe, zum Beispiel Pappe, Metallschrott, Holz und Matratzen, können wiederverwertet werden. Altöl wird für die Produktion von Ziegelsteinen verwendet. Besondere Gefahrstoffe wie Farben und Lacke werden in Gefahrstoffcontainern gesondert gelagert und müssen nach Deutschland zurückgeführt werden. Dort werden sie fachgerecht entsorgt.

Die Sammelstelle für Abfälle und Kleinmengen gefährlicher Abfälle hat damit alle Hände voll zu tun. Sie wird von zwei Soldaten und drei lokalen Ortskräften betrieben. Der lokale Vorarbeiter ist mit einem abgeschlossenen Chemiestudium bestens qualifiziert, auch für den Betrieb der Müllverbrennungsanlage. Hier werden zum Beispiel medizinische Abfälle und nicht mehr brauchbare Bekleidung und Ausrüstung verbrannt.

von Christian  Wolf

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