Resolute Support – Entschiedene Unterstützung

Resolute Support – Entschiedene Unterstützung

  • Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Kundus
Lesedauer:
2 MIN
Eine Gruppe Soldaten läuft durch ein Camp in Afghanistan

Keine Zeit zu verlieren. Am Tag nach der Kommandoübergabe besucht der neue Kommandeur den Außenposten in Kunduz

Bundeswehr/Herbert Singer

Der Flug mit dem Hubschrauber von Masar-i Scharif nach Kundus dauert weniger als eine Stunde. Mit an Bord ist der neue Kommandeur in Nordafghanistan, Brigadegeneral Jürgen Brötz.

Jetzt heißt es für den Kommandeur, sich vor Ort persönlich über den Stand der Ausbildung zu informieren. Vor kurzem wurde hier in Kundus das 217th ANAAfghan National Army Corps gebildet. Die Taliban beobachten das Lager Tag und Nacht und beschießen es auch immer wieder mit Raketen.

Deutscher Senior Adviser in Kundus ist Oberst Matthias E. Für ihn ist das Besondere am Einsatz in Kundus die enge tägliche Zusammenarbeit und Nähe zu den afghanischen Partnern. Ein besonderes Vertrauensverhältnis ist für ein erfolgreiches Train, Advise, Assist, zwingende Voraussetzung.


Spontane Aussprache

Brigadegeneral Jürgen Brötz spricht mit armenischen Soldaten am gedeckten Essenstisch

Auch nicht vorhergesehene Pausen im Programm werden genutzt. Spontanes Gespräch mit einer Gruppe der armenischen Wachmannschaft

Bundeswehr/Herbert Singer

Aber auch die Umwelt- und Arbeitsbedingungen in Kundus heben sich deutlich vom großen Feldlager in Masar-i Scharif ab. Neben der regelmäßigen Geräuschkulisse des Artilleriefeuers der Kriegsparteien in der Nacht, sind Verpflegung und andere Dinge des täglichen Lebens immer wieder mal nur eingeschränkt verfügbar.
Die Armenier übernehmen die Wachaufgaben für ihre deutschen Kameraden. General Brötz nimmt sich spontan Zeit für einen Erfahrungsaustausch mit einer Gruppe Armenier und trifft auf offene Ohren. Ein armenischer Hauptmann übersetzt das Gespräch gekonnt.

Adviser in Zivil

Die Fortschritte der letzten Wochen sind ermutigend. Rund 3.000 Soldaten sind im Rahmen der Aufstellung des 217. ANAAfghan National Army Corps versetzt worden.
Was die Logistik betrifft, gilt es, Verfahren abzustimmen und zu implementieren. Die Bandbreite reicht von Kraftstoff über Bekleidung bis zur Winterausstattung oder Material zum anstehenden Bau der Außenstellen.
Insgesamt sind die zu bewältigenden Herausforderungen für das gesamte Berater-Team vielfältig. Dabei geht die Zusammenarbeit über das taktische Kerngeschäft als Soldat weit hinaus. Um erfolgreich zu sein, sollten die Adviser über langjährige militärische Erfahrung verfügen und nicht zum ersten Mal in Afghanistan eingesetzt sein. Wenn die persönliche Ebene gegeben ist, nehmen die afghanischen Soldaten die Empfehlungen leichter an. „Die Beziehungsebene dominiert die Sachebene. Diese Erkenntnis ist nicht neu, trifft aber auf die Arbeit als Senior Adviser in besonderer Weise zu“, stellt Oberst E. klar. Am Ende aber sei natürlich der taktische Erfolg bei Operationen entscheidend.


von Herbert Singer

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