Virtuelle Weihnachtsbesuche bei Resolute Support

Virtuelle Weihnachtsbesuche bei Resolute Support

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  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
2 MIN

Mit der Wehrbeauftragten oder Mitgliedern des Verteidigungsausschusses zu reden, sich mit der Bundeskanzlerin auszutauschen oder gar einen Smalltalk mit der Verteidigungsministerin zu halten, gehören nicht unbedingt zu den Dingen, die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz häufig tun. Schon gar nicht innerhalb weniger Tage. Aber die aktuellen COVID-19Coronavirus Disease 2019 Reisebeschränkungen machen dies möglich, wenn auch nur virtuell in Form einer Videokonferenz - auch bei der Resolute Support Mission in nordafghanischen Camp Marmal.

Spezialist für Satellitenkommunikation

Soldat sitzt im Hintergrund und schaut auf einen ebenfalls sitzenden Soldaten im Vordergrund, der mit Händen gestikuliert

Hauptfeldwebel Christian M. betreibt die Videokonferenzanlage und sorgt für einen technisch reibungslosen Ablauf

Bundeswehr/Detlef Schachel

Das Camp mit dem Hauptquartier des Train, Advise and Assist Command North (TAAC-N) liegt in der afghanischen Wüste, zwischen den imposanten Ausläufern des Marmal-Gebirges und der Stadt Masar-i Scharif. Mit Wohn- und Bürocontainern, Fahrzeug-Abstellflächen, Werkstätten, Lazarett, einer großen Küche nebst noch größerer Kantine, Sport- und Betreuungseinrichtungen, asphaltierten Straßen und sogar mit einem Flughafen ausgestattet, gleicht es einer pulsierenden Kleinstadt. Irgendwo in diesem Gewimmel hat auch der Hauptfeldwebel Christian M. sein Büro. Der 41-Jährige aus der Eifel ist einer der ITInformationstechnik-Spezialisten für die Satellitenkommunikation. Und er ist zuständig für eine der Videokonferenzanlagen im Camp.

In diesen Tagen und Wochen vor Weihnachten nimmt die Anzahl der Videokonferenzen noch einmal zu. „Das ist durchaus nicht ungewöhnlich“, sagt Hauptfeldwebel Christian M., der gerade seinen zehnten Auslandseinsatz absolviert, dabei zum sechsten Mal im Camp Marmal. Aber die Häufung von durchaus prominenten Gesprächspartnern aus Deutschland „fällt dann schon deutlich ins Auge“, ergänzt Christian M. seine Wahrnehmungen.

Videokonferenzen sind eine Alternative

Vier Soldaten, darunter eine Soldatin, sitzen mit Mund- und Nasenschutz und schauen nach vorn

Die Teilnehmer verfolgen die Ausführungen der Politiker sehr aufmerksam, bringen sich jedoch auch selbst ein

Bundeswehr/Detlef Schachel

Den Auftakt bei den Videokonferenzen macht die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Eva Högl und einige Tage darauf mehrere Mitglieder des Verteidigungsausschusses des Parlaments. Klar, dass dabei der Kommandeur des Deutschen Einsatzkontingentes in Afghanistan, Brigadegeneral Ansgar Meyer, ein gefragter Gesprächspartner ist. Aber ebenso klar ist, dass zu einem möglichst umfassenden Bild von der aktuellen Situation und der Stimmung in der Truppe, auch der Blickwinkel weiterer Kontingentsoldaten und Soldatinnen gehört. Auch sie stellen sich, jeweils in wechselnder Besetzung, dem Dialog mit ihren virtuellen Besuchern. Und sie sind zugleich auch Multiplikatoren für ihre rund eintausend weiteren deutschen Kameradinnen und Kameraden im Camp.

Bleiben Sie gesund

Ein Soldat sitzt an einem Tisch mit Mikrofon und spricht mit einer Person auf einem Monitor; im Vordergrund ein Polizist

Die Ministerin bedankt sich bei den Soldaten für ihren Dienst und wünscht ihnen eine gesegnete Weihnacht sowie Gesundheit

Bundeswehr/Detlef Schachel

Ein Höhepunkt ist zweifelsohne die Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch wenn mehrere Auslandskontingente zusammengeschaltet sind, nimmt sich die Kanzlerin für die Soldatinnen und Soldaten der Resolute Support Mission in Afghanistan besonders viel Zeit.

Bei der Schalte mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wurde viel über die Zukunft der Resolute Support Mission gesprochen. In der folgenden angeregten Unterhaltung mit einigen der Soldatinnen und Soldaten stehen deren Weihnachtsüberlegungen im Mittelpunkt. Hauptmann Benedikt R. fasst seine Prioritäten knapp zusammen: „Verbindung nachhause steht und die Pakete kommen an.“ Major Sandra H. hofft, dass sie als Angehörige des Kirchenchors beim Feldgottesdienst an Heiligabend auch den richtigen Ton trifft. Und der Oberstabsgefreite Christian M. schaut schon weiter voraus. Er freut sich, am Geburtstag seines dreijährigen Sohnes im Januar wieder zuhause zu sein. Nicht nur für ihn galt die zentrale Botschaft der Ministerin an alle Angehörigen der Einsatzkontingente: „Achten Sie auf sich und die anderen und bleiben Sie gesund!“

von Detlef Schachel

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