Zum Weltfrauentag: Konferenz im Camp Marmal

Zum Weltfrauentag: Konferenz im Camp Marmal

  • Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
4 MIN

Das Kriterium „Geschlecht“ ist in den Streitkräften der deutschen Armee schon lange kein Thema mehr. Auch in Afghanistan wachsen Bedeutung und Entwicklung der Frauenrechte. Bei der Konferenz zum Weltfrauentag im Camp Marmal wird die Relevanz von Frauen in den afghanischen Streitkräften und die Beteiligung der Frauen am Friedensprozess an diesem Tag in den Vordergrund gestellt.

Zwei Frauen und ein niederländischer Soldat betrachten ein Bild mit Frauen bei der afghanischen Armee

Das Bild von Frauen in der afghanischen Armee stieß im Camp Marmal auf Interesse

Bundeswehr/Oliver Pieper

Am 8. März wird weltweit der Frauentag gefeiert. Der Tag, den die Vereinten Nationen für die Rechte der Frauen ausgerufen haben. In diesem Jahr fällt der Tag auf einen Freitag. Für Afghanistan bedeutet das, dass bereits die ganze Woche zum Tag der Frauen verschiedene Aktionen stattfanden. Bei der ersten Veranstaltung zum Weltfrauentag im Camp Marmal überhaupt, ging es bereits einen Tag vorher um die Bedeutung der Frauen für die afghanischen Sicherheitskräfte und die Gesellschaft im Allgemeinen. Brigadegeneral Gerhard Klaffus, Kommandeur TAAC-NorthTrain Advise and Assist Command North, war Gastgeber der Veranstaltung. Die Initiative zur Konferenz zum Weltfrauentag kam aus dem Bereich der Gender Advisor, die Teil des Beraterstabes des Kommandeurs sind. Sie haben unter anderem die Weiterentwicklung der Rechte der Frauen in Afghanistan auf ihrer Agenda.

In seiner Willkommensrede machte Klaffus deutlich, dass über allem der Artikel eins der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte stehe. „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, betonte Klaffus. Weiterhin zog er aus seiner Sicht am Beispiel der Bundeswehr eine Bilanz über Frauen in den Streitkräften. „Es brauchte seine Zeit, aber am Ende zeigen sich die wertvollen Ergebnisse.“ Das einzige Kriterium dabei sei die Qualifikation, nicht das Geschlecht, die Hautfarbe, die Abstammung oder die Religion. Um die Talente jedes einzelnen zur Geltung zu bringen, sei es entscheidend, die richtige Person auf die richtige Stelle zu bringen. Und schließlich machte er deutlich, dass Vertrauen die beste Motivation sei. „Alle Angehörigen des TAAC-NorthTrain Advise and Assist Command North arbeiten mit allen Kräften für eine friedliche Weiterentwicklung Afghanistan und für eine demokratische Zukunft.“

Ein Faktor für den Erfolg

Zahlreiche Frauen sitzen auf Stühlen und hören den Gastrednern zu

Die Beteiligung der Frauen am Friedensprozess ist eines der wichtigen Elemente eines zukünftigen Afghanistans

Bundeswehr/Oliver Pieper

Als Gastredner waren der stellvertretende Gouverneur der Provinz Balkh und der stellvertretende Kommandeur des 209. ANAAfghan National Army Korps vertreten. Beide betonten die Wichtigkeit der erreichten Schritte. Vor allem, dass Frauen nun Teil der afghanischen Streitkräfte sind, und die Beteiligung der Frauen am Friedensprozess seien wichtige Elemente eines zukünftigen Afghanistans. Frauen machten schließlich die Hälfte der Bevölkerung aus und seien deshalb ebenso wichtig für die erfolgreiche Zukunft des Landes. Isabel Lepel, die deutsche Generaldirektorin für Asien und den Pazifikraum des Auswärtigen Amtes, verwies hier auf die afghanische Verfassung. In Artikel 44 wird deutlich gesagt: „Die Bürger Afghanistans, Männer und Frauen, haben vor dem Recht gleiche Rechte und gleiche Pflichten.“ Und auch wenn diese grundlegenden Rechte sich noch lange nicht in allen Ländern etabliert hätten, gäbe es doch eine unumstößliche Erkenntnis: In Ländern, in denen Gleichheit zwischen Mann und Frau herrscht, wird Armut schneller überwunden, geht es Frauen, Männern und Kindern im Allgemeinen besser und die Wirtschaft wächst schneller.“ Der Weg dorthin sei nicht ohne Schwierigkeiten, aber er sei es in jedem Fall wert, so Lepel.

Für Shala Hadid, die afghanische Leiterin der Behörde für Frauenangelegenheiten, liegt der entscheidende Punkt für die Zukunft Afghanistans bei der Bildung. Bildung sei der Schlüssel für ein demokratisches Verständnis, für gleiche Rechte und Möglichkeiten. „Nur gebildete Frauen haben einen echten Anteil an der Entwicklung der Gesellschaft. Und nur mit gebildeten Frauen hat Afghanistan eine Zukunft.“

Bildung ist der Schlüssel

Drei Frauen stehen zusammen und berichten dem Auditorium von ihren Erfahrungen

Suria Hakim Shat (mitte) und Shafeqa Rajab Ali (rechts) zeigen welches Potential in der Gleichberechtigung liegt

Bundeswehr / Oliver Pieper


von PAO Resolute Support

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