Der A400M im Einsatz als fliegende Tankstelle in Al-Asrak

Der A400M im Einsatz als fliegende Tankstelle in Al-Asrak

  • Einsatz
  • CD/CBI
Datum:
Ort:
Jordanien
Lesedauer:
4 MIN

Eines der modernsten Transportflugzeuge der Welt – der A400M – kann auch als Tankflugzeug eingesetzt werden. So können andere Luftfahrzeuge in der Luft betankt werden.

Ein Flugzeug rollt auf einem sandigen Flugfeld

Der A400M rollt zu seinem ersten Start in den Einsatz

Bundeswehr / Göttsche

Nach der intensiven Ausbildung der Flugzeugbesatzungen und der Freigabe des Tornado für Betankungsvorgänge am A400M, gilt es nun, in der laufenden Mission in Jordanien wertvolle Erfahrungen für den taktischen Einsatz als fliegende Tankstelle zu sammeln.

Betankung von Kampfflugzeugen in der Luft

Nahaufnahme von einem Behälter unter der Tragfläche am Flugzeug

Der Betankungsbehälter des A400M

Bundeswehr / Göttsche

Um in der Luft Treibstoff an andere Flugzeuge abzugeben, nutzt der A400M die dafür entwickelten Betankungsbehälter unter den beiden Tragflächen. In ihnen ist auf einer Trommel der Betankungsschlauch aufgerollt, an dessen Ende ein Korb montiert ist. Der Korb ist nach Ausrollen des Schlauches der Aufnahmepunkt für den Betankungsausleger des Kampfjets, dem sogenannten Receiver. Über jeden seiner beiden Behälter kann der A400M so bis zu 1.200 Kilogramm Treibstoff pro Minute abgeben und damit die Einsatzdauer von Kampfjets deutlich erhöhen.


Sammeln von Erfahrungen im Einsatzbetrieb

Ein Flugzeug rollt auf einem Flugfeld

In Jordanien herrschen andere Wítterungseinflüsse als in Deutschland

Bundeswehr / Göttsche


Aufnahme in den technischen Betrieb

„Zu Beginn galt es, die operationellen Parameter zu kennen, um die wichtigsten Eckpfeiler gedanklich einschlagen zu können“, sagte Max E. Es musste beispielsweise geklärt werden wann der Flugbetrieb beginnt, wie oft und wie lange geflogen werden soll oder auch wie viele Soldaten nötig sind, um den sicheren Flugbetrieb zu ermöglichen. „Nachdem die operationellen Forderungen auf dem Tisch lagen, galt es den Technikern das Arbeiten im Umfeld ihrer Maschine zu ermöglichen“, so der Offizier. Schnell mussten ausreichend mit Computern ausgestattete klimatisierte Container gefunden und aufgestellt werden. Die Suche nach geeigneten Aufstellorten stellte eine echte Herausforderung dar, denn moderne Bürocontainer müssen auf asphaltierten ebenen Flächen abgestellt werden. Gar nicht so einfach auf einem kleinen Flugplatz in Mitten der jordanischen Wüste.

Organisatorische Vorbereitungen

Ein A400M wid von einem Radschlepper auf das Rollfeld gezogen

Ein Radschlepper – der kleine Helfer für den Großen

Bundeswehr / Göttsche

„Als nächstes kümmerte ich mich um das benötigte Bodendienstgerät, Prüfgerät und Sonderwerkzeug des A400M“, so der Techniker. So zum Beispiel Klimawagen, die die Kühlung der Flugzeuge während der Vorbereitungsphasen übernehmen oder ein Schleppfahrzeug, das die Bewegungen und Parkvorgänge der Flugzeuge am Boden ohne ihre Triebwerke ermöglicht. Es galt hierbei die benötigten Geräte mit den vorhandenen abzugleichen, um mit dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr und letztlich dem Lufttransportgeschwader 62, die zusätzlich mitzuführende Ausrüstung festzulegen.


„Alle Bewegungen in einem Flugbetriebsbereich müssen gründlich geplant und organisiert werden“, so der Flugsicherheitsmeister Oberstabsfeldwebel Ralf S. in Jordanien. Er plant und organisiert die Fahrten im Flugbetriebsbereich. „Vom Tank- oder Schleppfahrzeug bis zum Passagierbus - auf dem Flugfeld muss es geregelt zugehen, um für die Sicherheit aller gerade stehen zu können“. Er legt die Park- und Abstellpositionen der Flugzeuge fest, veranlasst die Schleppvorgänge und regelt den Fahrzeugverkehr entlang der besonderen Sicherheitsbestimmungen auf Flugplätzen. „Manchmal ist es wie puzzeln“, so Ralf S, „wenn ich die Positionen der Maschinen kurzfristig von hinten nach vorne tauschen muss, damit sie am nächsten Morgen ungehindert auf das Rollfeld gelangen können“.

Den „Neuen“ in die Operationen der Koalition einbeziehen

Ein A400 M Transportflugzeug startet

Premiere. Die Crew startet mit ihrem A400M in den Einsatzflug

Bundeswehr / Göttsche

Für die ersten Einsatzflüge des A400M in Al-Asrak ist die Ampel auf Grün gestellt. Die Piloten wissen was sie zu tun haben. „Wir haben in unserem Gefechtsstand eine Planungszelle für die neue Tankercrew eingerichtet“, so Hauptmann Fritz S. der Einsatzoffizier des A310 Multi-Role-Transport-Tanker (MRTTMulti Role Transport Tanker), „Die befohlene Mission zu planen, ist von oberster Priorität – dabei müssen wir Details wie Wetter, Luftraumbeschränkungen und Besonderheiten der anderen Kampfflugzeuge beachten“, erklärt der Offizier. „Wann und wo ein Tanker zu fliegen hat, entscheidet das sogenannte „Combined Air Operations Center“ (CAOC) in Katar“. Das international betriebene CAOC weist der A400M - Crew die Lufträume zu, in denen sie bestimmte Jets betanken soll. Dazu wird unter anderem ein detaillierter Betankungsplan erstellt. Ein deutscher Verbindungsoffizier unterstützt das CAOC bei der Einsatzplanung“, sagte Fritz S., „er kennt die Daten des A400 M im Detail - die abzugebende Spritmenge, die Flugzeit zum Betankungsraum und die zur Betankung zugelassenen Jets“. Nachdem die Fachleute im CAOC sämtliche Luftoperationen des nächsten Tages geplant haben, wird der geheime Operationsbefehl, die sogenannte Air Task Order veröffentlicht. In ihm ist der Auftrag eines jeden an der Operation beteiligten Flugzeuges festgelegt.

A400M - „Cleared and ready for takeoff“ in den Einsatz.


von Thomas Finkeldey

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