Tanken über den Wolken Jordaniens

Tanken über den Wolken Jordaniens

  • Einsatz
  • CD/CBI
Datum:
Ort:
Al-Asrak
Lesedauer:
2 MIN

Der erste A400M wurde im September 2019 nach Al-Asrak verlegt. Seitdem versorgen Flugzeuge dieses Typs als fliegende Tankstelle bei Tag und Nacht Flugzeuge der Anti-IS"Islamischer Staat"-Koalition. Die Bilanz: Seit dem ersten Einsatzflug am 10. September 2019 wurden bereits mehr als 300 erfolgreiche Betankungsflüge durchgeführt, um die 4.800 Tonnen Flugbenzin wurden abgegeben. Das sind etwa sechs Millionen Liter – eine Menge, die zum Betanken von etwa 120.000 Mittelklasseautos ausreichen würde.

Zwei Soldaten stehen auf einer Arbeitsbühne und überprüfen einen Tankkorb

Techniker überprüfen nach dem Einsatzflug den Tankkorb auf Beschädigungen

Bundeswehr/PAO Counter Daesh

In den ersten Einsatztagen Seite an Seite: Zunächst wurde der A400M mit dem A310 Multi Role Tanker Transport (MRTT) parallel eingesetzt. Nachdem der A400M-Tanker jedoch voll einsatzbereit war, konnte der A310 MRTTMulti Role Tanker Transport seinen Einsatz beenden und nach Deutschland zurückkehren. Was den A400M-Tanker auszeichnet? Die große Zuverlässigkeit ist definitiv ein herausragendes Merkmal des Airbus. Um eine konstant hohe Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, dürfen die Techniker im Einsatzkontingent auf keinen Fall fehlen.
 
„Um unseren Tanker zur richtigen Zeit abflugbereit zu haben, werden die mir unterstellten Flugzeugtechniker mit einer ständigen Bereitschaft eingesetzt“, erklärt Oberst Danilo Schlag, Kommandeur des Einsatzkontingents. „Wir liefern immer auf Abruf. Dabei sind die Betankungszeiten variabel und können sich von Tag zu Tag ändern. Um die Flugsicherheit zu gewährleisten, schauen wir genau auf die Belastung der Besatzungsmitglieder und Techniker. Bei der Auftragserfüllung hat die Flugsicherheit höchste Priorität.“

Eine besondere Verantwortung

Vier Soldaten mit ausgerolltem Tankschlauch neben dem A400M, rechts ein Tankwagen

Die Nachbereitungen eines Einsatzfluges können mehrere Stunden dauern

Bundeswehr/PAO Counter Daesh

Nach dem Flug ist vor der Wartung: Die Nachbereitungen eines Einsatzflugs können mehrere Stunden dauern. Sichtlich stolz berichtet Hauptfeldwebel Florian M.: „Nach jedem Einsatzflug überprüfen wir die Maschinen auf Herz und Nieren.“ Aber auch vor dem Flug ist die gründliche Arbeit der Techniker entscheidend: Für die Vorbereitungen der Einsatzflüge begeben sich die Techniker bereits drei Stunden vor dem „Take-off“ zur Maschine. Die Flugzeuge sind äußerst zuverlässig und werden zudem in regelmäßigen Abständen ausgetauscht. Auf diese Weise lassen sich Wartungen besser planen und auch die Flugstunden können gleichmäßig verteilt werden. 


Über den Wolken: Tanken in Hochgeschwindigkeit

Ein Soldat überprüft die Rotorblätter

Zur Nachflugkontrolle gehört auch die Kontrolle der acht Rotorblätter

Bundeswehr/PAO Counter Daesh

Im normalen Flugbetrieb versucht natürlich jede Pilotin und jeder Pilot, näherkommenden Luftfahrzeugen auszuweichen. Bei der Luftbetankung passiert genau das Gegenteil. Bei diesem komplexen Manöver nähern sich die Luftfahrzeuge einander an – und das mit mehr als 500 Kilometern pro Stunde, also bei extrem hoher Geschwindigkeit.
Die als Tanker vorgesehenen A400M haben unter jeder Tragfläche einen Betankungspod. Aus diesem rollt in der Luft ein 22 Meter langer Schlauch mit einem Betankungskorb heraus. Sobald die Tankvorrichtung mit einem Flugzeug verbunden ist, können pro Schlauch bis zu 1.500 Liter Treibstoff pro Minute abgegeben werden.

Blick aus einem Seitenfenster des A400M auf einen Betankungspod, während der Tankschlauch abgerollt wird

Die Jets nähern sich dem Tanker auf nur 22 Meter an – bei einer Geschwindigkeit von mehr als 500 Kilometern pro Stunde

Bundeswehr/PAO Counter Daesh

Haben sich die Jets dem Tanker auf bis zu 22 Meter genähert, müssen sie an den circa 80 Zentimeter „kleinen“ Tankkorb andocken. Aufgrund der Bauart der deutschen Betankungsvorrichtung liegt der Schlauch sehr stabil in der Luft. Trotzdem kann er sich – je nach Luftschicht und Windverhältnissen – mehrere Meter hin- und herbewegen. Ohne Fingerspitzengefühl und reichlich Erfahrung ist das Betanken daher kaum möglich.
Nachdem der Jet die georderte Menge Kraftstoff übernommen hat, kann er seinen Einsatzflug fortsetzen. Oberst Schlag bezeichnet den Einsatz als vollen Erfolg: „Wir erhalten durchweg positives Feedback zu unserem Beitrag und die Koalitionspartner schätzen unsere Verlässlichkeit sowie Flexibilität.“

von PAO Counter Daesh

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