Technik-Update im Camp Erbil

Technik-Update im Camp Erbil

  • Einsatz
  • CD/CBI
Datum:
Ort:
Erbil
Lesedauer:
3 MIN

Für die Sicherheit im multinationalen Camp in Erbil ist ein kleines Element enorm wichtig: Tetrapol. Das kleine Handfunkgerät ist für die Kräfte aufgrund seiner zahlreichen positiven Eigenschaften das Mittel der Wahl, um untereinander Verbindung zu halten. Jetzt musste die gesamte Technik ausgetauscht werden, um das System up to date und einsatzfähig zu halten.

Ein Soldat überprüft die Kabelführung an einem Gerät

Abhörsichere Kommunikation ist unabdingbar für die Truppe

Bundeswehr/Nikolas Barth

Seit 2006 wird Tetrapol bei der Bundeswehr genutzt. Der Vorteil gegenüber anderen Funkgeräten liegt in der abhörsicheren Kommunikation sowie in der Möglichkeit, unkompliziert verschiedene Nutzergruppen einzurichten. Folglich wird Tetrapol seit Beginn der Mission im Irak ausgiebig genutzt. Doch auch die beste Technik muss in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Entsprechend wurde jetzt der Tetrapol-Trupp, sprich das gesamte System, ausgetauscht. Dieses besteht aus Basisstation und Funkgeräten. Auf diese Weise konnten Neuerungen in Hard- und Software im System implementiert werden. „Wir nennen das ‚einen Change durchführen‘“, erklärt Hauptmann Alexander G., Leiter der Fernmeldezentrale im Einsatz.

Das richtige Timing

Die alte Tetrapol-Kabine steht eingepfercht zwischen großen Containern, überdacht und vor Witterungseinflüssen geschützt, verkabelt in alle Himmelsrichtungen. Bereits seit Jahren steht sie im Norden des Iraks und verrichtet zuverlässig ihren Dienst. Jetzt wird sie freigelegt und darf nach langer Zeit den Heimweg zurück nach Deutschland antreten. Während die eine Kabine geht und die andere kommt, ist die wichtige Funkverbindung für alle unterbrochen. Für Ersatz sorgt in dieser Zeit ein Notbetrieb. „Wir wollen den Wechselzeitraum möglichst kurzhalten“, berichtet Alexander G., „müssen aber für eine längere Ausfallzeit Ausweichlösungen bereithalten.“

Ein System mit vielen Vorteilen

Zwei Funkkabinen stehen nebeneinander, eine davon hängt noch an einem Kran

Hier herrscht Funkstille: Beide Kabinen sind derzeit ohne Anschluss

Bundeswehr/Nikolas Barth

Jetzt ist es soweit: Ein 25-Tonnen-Kran hebt zunächst das Dach ab und dann die alte Kabine von ihrem Platz. Anschließend schwebt die neue Kabine in die frei gewordene Lücke. Weniger offensichtlich sind dagegen die vielen Arbeiten, die zuvor und danach stattfinden. Der 41-jährige Hauptfeldwebel Daniel K. berichtet: „Ich habe das noch nie gemacht, das war die große Herausforderung. Das neue System muss man komplett neu aufsetzen, da kann man nichts vom alten System übernehmen.“ Eine Woche lang war er damit beschäftigt, dieses neue System technisch aufzusetzen, immer alles mehrfach geprüft. „Man muss sich stets dessen bewusst sein, dass von diesem Funksystem viele Nutzer abhängig sind.“

Unterstützung aus der Heimat

Eine Kabine wird in einen engen Rahmen gesetzt, zwei Fachleute koordinieren das Einsetzen

Der Spielraum für das Einsetzen der Funkkabine ist nicht besonders großzügig bemessen

Bundeswehr/Nikolas Barth

Zum Glück kann der Hauptfeldwebel bei seiner Arbeit auf die Kameradinnen und Kameraden vom ITInformationstechnik-Bataillon 381 in Storkow zählen: „Ich habe verdammt tolle Kameraden unter unseren Administratoren.“ Sie haben ihn aus der Ferne rund um die Uhr unterstützt. „Das sind wirklich tolle Typen und sie standen mir in allen Phasen über die letzten zehn Tage mit Rat und Tat zur Seite“, so der Hauptfeldwebel begeistert.

Positiven Stress hat er während der gesamten Zeit empfunden und ist jetzt glücklich, dass alles so reibungslos geklappt hat. Der Umbau ging sogar noch schneller als geplant. „Ich bin schon stolz, dass wir alles so reibungslos hinbekommen haben.“


Klimatische Herausforderung

Ein Blechdach wird von einem Kran angehoben, ein Bauarbeiter unterstützt

Die letzten Schritte: Das Dach wird wieder aufgesetzt

Bundeswehr/Nikolas Barth

Bereits in Deutschland wurde der Tetrapol-Trupp an die klimatischen Bedingungen angepasst. Beispielsweise ist eine zweite Klimaanlage bei den Temperaturen im Norden Iraks zwingend notwendig. „Neben der Hitzebelastung von außen kommt noch die Wärmeproduktion der Geräte hinzu“, erläutert Daniel K. die Maßnahmen. Zudem wurden weitere Vorbereitungen in puncto Abschirmung und Abhörsicherheit getroffen. Das Basis-Setup wurde eingerichtet und auch die neuen Handfunkgeräte wurden mit der Kabine auf die Reise geschickt.

Die alte Kabine wiederum wird in zwei Wochen nach Deutschland zurückfliegen. Bis dahin muss das alte System transportfähig gemacht werden. Die Kameraden aus Storkow bleiben demnach noch eine Zeit lang im Irak: Es gibt noch einiges zu tun.

von Nikolas Barth

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