Frachtplanung in Erbil – Der Luftumschlagfeldwebel

Frachtplanung in Erbil – Der Luftumschlagfeldwebel

  • Einsatz
  • CD/CBI
Datum:
Ort:
Erbil
Lesedauer:
2 MIN

Das Aufgabengebiet des Luftumschlagfeldwebels des deutschen Einsatzkontingentes in Erbil hat viele Facetten. Der gebürtige Niedersachse Benjamin K. bereitet nicht nur die Ankunft sowie die Verladung von Material vor, sondern ist auch für das Sichern der Ladung verantwortlich. Meistens ist er mit seinem Gabelstapler im Feldlager unterwegs. Seine Fachkenntnisse und sein logistisches Geschick sind allseits sehr gefragt. 

Verladung und Verlastung: Sicherheit ist das A und O

Viele Gepäckstücke werden in ein Flugzeug verladen. Ein Soldat mit Warnweste verzurrt diese mit Bändern

Sicherheit ist wichtig: Die Ladung muss gut verzurrt werden, damit während des Fluges nichts beschädigt wird

Bundeswehr/ Sebastian Strempel

Hauptfeldwebel Benjamin K. meldete sich 2010 freiwillig zum Dienst bei der Bundeswehr, wo er unter anderem eine zweijährige Ausbildung zum Kaufmann für Spedition- und Logistikdienstleistung in Diepholz absolvierte. Im Anschluss an seine militärische Ausbildung zum Nachschubfeldwebel wurde Hauptfeldwebel K. in das Fallschirmjägerregiment 31 nach Oldenburg versetzt, dort hatte er die ersten Berührungspunkte mit dem Luftumschlag. Hier in Erbil ist er für das Verladen und Verlasten des militärischen Materials verantwortlich.

„Verladung und Verlastung, das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Unter Verladung versteht man den Zustand des Materials, das in einem Luftfahrzeug transportiert wird. Verlastung hingegen bezeichnet die Vorbereitung von Material, das als Außenlast an einen Hubschrauber eingehängt wird, oder eine Innenlast, die während des Fluges das Luftfahrzeug über die Laderampe verlässt“, erläutert der 35 jährige Soldat. Dabei spielt die Sicherheit eine maßgebliche Rolle.

„Die Sicherheit ist das A und O im Umgang mit militärischem Material. Verschiedene Kräfte wirken dabei auf das Material: beispielsweise die Fliehkräfte, die bei falsch angebrachten Verzurrmitteln oder fehlerhaften Berechnungen des Schwerpunktes ein Luftfahrzeug sogar zum Absturz bringen könnten“, berichtet Benjamin K. Deshalb kontrolliert er die Ladung stets gewissenhaft, um allen Anforderungen gerecht zu werden.

Logistik: Planung ist die halbe Miete

Ein Gabelstapler hebt eine Palette mit verpacktem Material auf einen Lkw

Millimeterarbeit auf dem Weg zum Luftfahrzeug: Das Verladen der Transportpaletten wird durch einen Gabelstapler erleichtert

Bundeswehr/Sebastian Strempel

Hauptfeldwebel Benjamin K. arbeitet eng mit der Einsatzzentrale Logistik zusammen. Diese Abteilung organisiert alle Transporte des Luft- und Landweges für die deutschen Einsatzkräfte in Erbil. Die Pläne für den Luftweg setzt Benjamin K. dann selbstständig um. Alle abgefertigten Waren sind in einem gesondert gesicherten Sicherheitsbereich zwischengelagert, bevor sie im Anschluss auf die Luftfahrzeuge gebracht werden. „Jeder Einsatz ist anders, doch als Team schaffen wir es, die täglichen Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen“, so Benjamin K., der bereits 2018 als Transportfeldwebel in Mali im Einsatz war. 

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser

Ein Soldat mit Warnweste kontrolliert im Flugzeug Frachtpapiere. Im Vordergrund ein Feldpostsack. Im Hintergrund verpackte Güter

Bevor die eingeflogenen Waren und Güter entladen werden, ist das Überprüfen der Frachtpapiere Pflicht

Bundeswehr/Sebastian Strempel

Neben dem Beladen gehört auch das Entladen zur Aufgabe des Luftumschlagfeldwebels. Die Kontrolle der Frachtpapiere erfolgt noch an Bord, der Ladungsmeister des Luftfahrzeuges und der Luftumschlagfeldwebel stimmen sich miteinander ab. Zusammen überprüfen sie die Frachtpapiere und treffen Absprachen über das bevorstehende Entladen. Sind die Waren des Luftfahrzeuges erst einmal entladen, ist genügend Platz geschaffen, um es erneut mit Material und Personal zu beladen.

Um die Ladung im Flugzeug möglichst gleichmäßig zu verteilen, muss Benjamin K. ihre Maße und Gewichte genauestens kennen. In enger Zusammenarbeit mit dem Ladungsmeister wird die Fracht in die berechnete Position des Laderaumes gebracht und befestigt. „Diese Aufgabe ist anspruchsvoll, aber notwendig“, so Hauptfeldwebel Benjamin K. Auf dem Rückflug nach Deutschland können Zwischenlandungen genutzt werden, um das Luftfahrzeug zu entladen und erneut zu betanken.

von Sebastian  Strempel

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