Der Schirrmeister sorgt für Mobilität

Der Schirrmeister sorgt für Mobilität

  • Einsatz
  • CD/CBI
Datum:
Ort:
Erbil
Lesedauer:
3 MIN

Der gelernte Kraftfahrzeugtechnikmeister und geborene Niedersachse Max T. ist immer gut gelaunt und als Schirrmeister genau der richtige Ansprechpartner für die Soldatinnen und Soldaten, wenn es Probleme mit der technischen Mobilität gibt oder Waffen instandgesetzt werden müssen. Sein technisches Verständnis und sein Umgang mit den entsprechenden Werkzeugen sind Garanten für funktionstüchtige Kraftfahrzeuge im deutschen Einsatzkontingent in Erbil.

Ein Soldat prüft in der Hocke den unteren Bereich eines Kraftfahrzeuges

Der Schirrmeister entlüftet die Bremsanlage eines Kraftfahrzeuges, dabei muss die technische Sicherheit immer gewährleistet sein

Bundeswehr/Sebastian Strempel

Nach dem Ende der Realschule wollte Max T. unbedingt zur Bundeswehr. Die Technik der diversen Bundeswehrfahrzeuge hatte es ihm bereits in seiner Kindheit angetan. Mit nur 17 Jahren und mit der Einwilligung seiner Eltern verpflichtete er sich für neun Jahre bei der Bundeswehr. Seine Grundausbildung beendete er im Dezember 2010 im niedersächsischen Seedorf. Im Anschluss absolvierte Max T. erfolgreich eine zivile Aus- und Weiterbildung als Mechatroniker in Thüringen. Fertig ausgebildet ging es zurück nach Seedorf: als Kraftfahrzeug- und Panzerinstandsetzungsunteroffizier in einem Instandsetzungszug.

Seine Aufgaben umfassten die Reparatur und die Instandsetzung von Gefechtsfahrzeugen der Bundeswehr, ähnlich einer zivilen Werkstatt. Seine Verbundenheit zur Infanterie wird dabei besonders durch die grünen Litzen auf seinen Schultern deutlich, welche die Zugehörigkeit der Truppengattung anzeigen. Sein Engagement im Instandsetzungszug veranlasste seinen damaligen Zugführer dazu, Max T. für die nächsthöhere Laufbahn der Feldwebel vorzuschlagen. Nach dem Bestehen des Auswahlverfahrens musste er sich erneut Wissen aneignen, um Aufgaben mit höherer Verantwortung erfolgreich schultern zu können.

In Garlstedt bei Bremen besuchte er die Logistikschule der Bundeswehr und qualifizierte sich auf fachspezifischen Lehrgängen als Kraftfahrfeldwebel und Schirrmeister. Auf dem allgemein militärischen Feldwebellehrgang im sächsischen Delitzsch konnte Max T. seine Erfahrungen aus Seedorf erfolgreich einbringen. Der Dienstgrad Feldwebel ist vergleichbar mit der zivilen Meisterebene eines handwerklichen Berufes, weshalb Max T. zusätzlich zum Kraftfahrzeugtechnikmeister in Hildesheim ausgebildet wurde. Nach der Ausbildung ging es abermals nach Seedorf.  Dieses Mal übertrug ihm sein Vorgesetzter die verantwortungsvolle Aufgabe als Schirrmeister des Technischen Zuges.  

Pferdegeschirr und Pferdestärken

Zwei Soldaten stehen um ein Fahrzeug herum, das auf einer Seite angehoben ist

Der Toyota Trojan ist ein gepanzertes Fahrzeug und wiegt etwa sechs Tonnen. Ein handelsüblicher Wagenheber reicht da nicht aus

Bundeswehr/Sebastian Strempel

Der Einsatz im Irak ist sein erster Einsatz. Die Aufgaben des Schirrmeisters im Einsatz sind vergleichbar mit jenen in Deutschland. „Als Schirrmeister bin ich für die Wartung und Instandsetzung der Fahrzeuge, Waffen und Funkgeräte zuständig. Ersatzteile werden aus Deutschland geliefert oder entsprechend dezentral vor Ort beschafft“, erklärt Hauptfeldwebel Max T. Sein technisches Verständnis von Fahrzeugen kommt ihm dabei zur Hilfe. „Das Grundverständnis für Fahrzeuge muss gegeben sein, dann ist es egal, ob es sich bei dem Fahrzeug um einen Dingo oder einen Eagle handelt“, so der in Braunschweig lebende Schirrmeister. Sollte doch mal etwas zu komplex sein, nutzt Max T. die technischen Dienstvorschriften der Bundeswehr, die das Fahrzeug in Gänze erklären.

Der Begriff des Schirrmeisters leitet sich übrigens vom Begriff „Geschirr“ ab. Damit ist jedoch nicht das Porzellan im Küchenschrank, sondern das Pferdegeschirr gemeint, das historisch im Transportwesen sowie in Bereichen mit technischem, landwirtschaftlichem oder jagdlichem Hintergrund verwendet wurde. In der Bundeswehr kommen auch heute noch Tragtiere und Haflinger bei der Gebirgstruppe zum Einsatz.

Gemeinsam geht es schneller

Zwei Soldaten reparieren die Achse eines Fahrzeugs

Nicht jede Aufgabe ist allein machbar: Kameradschaft im Einsatz bedeutet auch Hilfe, wenn es darauf ankommt

Bundeswehr/Sebastian Strempel

Der Schirrmeister untersteht mit seinem Fachbereich im Auslandseinsatz der Stabsabteilung 4. In dieser Abteilung dreht sich alles um Materialbewirtschaftung, Nachschub und Logistik. Durch das Zusammenwirken aller Fähigkeiten und Fertigkeiten in dieser Abteilung erfährt nicht nur der Schirrmeister Hilfe beim Umsetzen seiner Aufträge. „Viele Kleinigkeiten stellen sich im Verlaufe der Reparatur als wesentlich aufwendiger dar, als zuvor erkennbar ist. Deshalb bin ich auch froh, wenn mich Kameraden bei den Arbeiten unterstützen können“, so der gelernte Kraftfahrzeugtechnikmeister. Seinen derzeitigen beruflichen Fokus legt Max T. vollständig auf die Bundeswehr. Berufssoldat zu sein und der Wechsel in die Offizierslaufbahn sind seine erklärten Ziele. In diesem Einsatz will er weitere Erfahrungen sammeln, um seinem Wunsch ein Stückchen näherzukommen.

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