Dezentrale Ausbildung in Ségou/Mali abgeschlossen

Dezentrale Ausbildung in Ségou/Mali abgeschlossen

  • EUTM Mali
  • Einsatz
Datum:
Ort:
Bamako
Lesedauer:
2 MIN

Vier Wochen lang haben deutsche Soldaten der European Union Training Mission Mali (EUTMEuropean Union Training Mission) gemeinsam mit europäischen Kameraden malische Soldaten in Ségou in Zentralmali ausgebildet.

Hohes Engagement

Ein irischer Soldat spricht malischen Soldaten

Ausbildung unter einfachsten Bedingungen: Ein irischer Ausbilder unterrichtet malische Soldaten.

Bundeswehr / Daniel K.

„Insgesamt waren wir rund 150 Mann“, erklärt Hauptfeldwebel Daniel K., einer der deutschen Ausbilder. Neben einem guten Dutzend Trainern waren auch Soldaten der Force Protection zur Absicherung sowie zwei bewegliche Arzttrupps Teil des Combined Mobile Advisory Training Teams (CMATTCombined Mobile Advisory and Training Teams), dem deutschen kombinierten Berater- und Ausbildungsteam. Untergebracht war die Einheit während der Zeit in Ségou in einer örtlichen Hotelanlage. „Einfacher Standard, aber für Soldaten, die sonst auch mal im Zelt schlafen, ziemlich gut“, berichtet der einsatzerfahrene Gebirgsjäger.


Planung ist alles

Im Vorfeld wurde nicht nur die Ausbildung geplant. Auch was an Material und persönlichen Gegenständen für die vier Wochen benötigt wird, wollte genau überlegt sein. Übungswaffen, zusätzliche Verpflegung, Feldbetten und Mückendome – viel Material, das mittels Landmarsch in das gut 250 Kilometer vom Koulikoro Training Center entferne Ségou gebracht werden musste.

Den Ausbildungsstand ermitteln

Ein Soldat kniet vor AK-47-Magazinen

Auch Schießausbildung mit der malischen Standardwaffe AK-47Automat Kalaschnikow 47 gehört zum Programm des CMATTs.

Bundeswehr/Daniel K.

Im Fokus des CMATTCombined Mobile Advisory and Training Teams stand dabei die Ausbildung einer Kompanie der malischen Streitkräfte in ihrer eigenen Kaserne. Aufgeteilt auf drei Züge wurde zunächst der Ausbildungsstand der malischen Soldaten festgestellt. „Die Kompanie hatte bereits länger miteinander gearbeitet, das merkte man“, berichtet der Hauptfeldwebel. Für die Verständigung sorgten pro Zug drei Sprachmittler. „Glücklicherweise sprachen der Zugführer und ein stellvertretender Gruppenführer gutes Englisch, das erleichtert die Zusammenarbeit“, erzählt Daniel K.

Malische Soldaten mit Gefechtserfahrung

Ein deutscher Ausbilder kniet am Boden, malische Soldaten stehen im Kreis um ihn herum

Improvisation ist alles: Ein deutscher Ausbilder verdeutlicht mit Steinen auf dem Boden die taktische Situation.

Bundeswehr / Daniel K.

In der ersten Woche standen vor allem Waffenausbildung, Sanitätsdienst und humanitäres Völkerrecht auf dem Dienstplan. In der zweiten Ausbildungswoche wurden infanteristische Fähigkeiten und Gefechtsausbildung vertieft. „Wir Ausbilder haben schnell gemerkt, dass die Soldaten der malischen Kompanie bereits Gefechtserfahrung hatten“, erklärt der Hauptfeldwebel. Die malischen Soldaten zeigten großes Interesse an den Inhalten und gaben sich sehr wissbegierig. Als gewöhnungsbedürftig empfand der 39-Jährige die Befehlsausgaben von den Führern der malischen Streitkräfte: „Das artete erstaunlich oft in Diskussionen aus.“

Schwerpunkt Counter-IEDImprovised Explosive Device

Nachdem in der dritten Woche Fahrzeug- und Checkpointausbildung stattfand, drehte sich in der letzten Woche des CMATTCombined Mobile Advisory and Training Teams alles um den Umgang mit Sprengfallen. Gerade bei diesem Thema waren die malische Soldaten sehr aufmerksam. „Da wurde auch von Erfahrungen aus Nordmali berichtet“, erklärt der Daniel K. Generell ist Hauptfeldwebel Daniel K. überzeugt vom Erfolg des CMATTCombined Mobile Advisory and Training Teams in Ségou. „Ich habe hoch motivierte Trainer und ebenso hoch motivierte malische Soldaten erlebt. Man hat das Gefühl, dass sie wirklich ausgebildet werden wollen“, fasst der deutsche Soldat zusammen. Auch die Zusammenarbeit mit den anderen EUTMEuropean Union Training Mission-Kameraden sei gut gewesen: „Das war so, wie man sich EUEuropäische Union wirklich vorstellt.“

von Björn Lenz

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